Ausländerbeirat blickt auf erfolgreiches 2009 zurück
Karben (jas). Mehr als 60 Gäste waren der Einladung von Jetty Sabandar, der Vorsitzenden des Karbener Ausländerbeirats, gefolgt und zum Neujahrsempfang ins Bürgerzentrum gekommen. »Besonders gefreut habe ich mich, dass zum ersten Mal auch FWG-Fraktionschef Michael Ottens dabei war«, sagte die Vorsitzende.
Jetty Sabandar kann über 60 Gäste zum Neujahrsempfang des Karbener Ausländerbeirates begrüßen.
(Archivfoto)
Mit ihren Gremiumskollegen Ekaterini Giannakaki und Reza Pirwayssian konnte Sabandar jedoch noch mit einer Vielzahl anderer Lokalpolitiker auf ein erfolgreiches Jahr 2010 anstoßen. So gaben sich Bürgermeister Roland Schulz und Ehrenbürgermeister Detlev Engel (beide SPD), CDU-Chef Mario Beck, SPD-Chefin Christel Zobeley, der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Görlich, die FWG-Vorsitzende Laura Macho, Erster Stadtrat Dr. Gerd Rippen (Grüne), FDP-Chef Oliver Feyl und Magistratsmitglied Regina König-Amann ein Stelldichein.
Den Start ins neue Jahr nutzte Sabandar, um noch einmal einen Blick zurück auf 2009 zu werfen. »Wir haben feststellen müssen, dass die finanziellen Mittel immer knapper werden«, betonte die Vorsitzende in ihrer Begrüßungsrede. Die Folge: Man habe an weniger Fortbildungen teilgenommen und weniger Referenten eingeladen. Trotz allem habe man einiges auf die Beine stellen können. »Wir haben es zum Beispiel geschafft, den Deutschförderunterricht, der schon seit einiger Zeit an der Groß-Karbener Pestalozzischule stattfindet, auch in der Selzerbachschule in Klein-Karben anbieten zu können. Drei Frauen werden dort ehrenamtlich unterrichten«, so Sabandar.
Außerdem, so berichtete die Vorsitzende, habe man sich einer von Ausländerbeiräten, Wohlfahrtsverbänden und Menschenrechtsorganisationen ins Leben gerufenen Initiative angeschlossen, die sich für das kommunale Wahlrecht für lange in Deutschland lebende Ausländer aus Nicht-EU-Staaten einsetzt. »Die Menschen sollen sich hier integrieren, dürfen aber auf kommunaler Ebene nicht wählen. Das muss geändert werden«, so die Vorsitzende. »Allein in Karben leben 2250 Ausländer aus 88 Nationen, viele von ihnen kommen aus Nicht-EU-Staaten und leben schon lange hier, haben aber keinerlei Mitbestimmungsrecht.«
Viel Energie wird Sabandar auch für die im November anstehende Wahl eines neuen Ausländerbeirats brauchen. Auf der Suche nach geeigneten Kandidaten, die gewillt sind, sich für Migration und Integration einzusetzen und als Ansprechpartner zu fungieren, ist die Gremiums-Chefin jetzt schon. »Ich habe einige potenzielle Kandidaten angesprochen, teilweise mit Erfolg«, so Sabandar. Sie selbst will sich auf jeden Fall wieder zur Wahl stellen und für die Rechte der Ausländer in Deutschland und die Anerkennung der Ausländerbeiräte weiterkämpfen. »Man braucht viel Ausdauer, aber steter Tropfen höhlt den Stein«, sagte sie. »Außerdem habe ich schon so vielen Menschen weiterhelfen können. Ich möchte nicht wissen, wo diese Leute jetzt wären, wenn sie uns nicht gehabt hätten.«
Über die Bedeutung der Ausländerbeiräte sprach auch Mürvet Öztürk, die politische Sprecherin der Grünen für Integration, Migration und Petition im hessischen Landtag, die Sabandar als Gastrednerin zum Neujahrsempfang eingeladen hatte. Zwar habe sich durch den neuen Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) einiges bereits positiv verändert, doch es bleibe noch viel zu tun, betonte sie. An die anwesenden Politiker richtete sie den Appell, die Arbeit des Ausländerbeirats zu unterstützen. Dass es auch in Karben noch immer an Hilfe von politischer Seite mangele, kann Jetty Sabandar nur bestätigen. »Der Spalt zwischen Reden und Taten ist meilenweit. Dabei geht Integration alle etwas an. Es müssen Bedingungen geschaffen werden, damit es funktionieren kann. Ganz wichtig sind Anerkennung und Respekt.«