Friedberg (jw). In diesem Jahr soll der Hangar des ehemaligen US-Militärflugplatzes zwischen Ockstadt und der Kernstadt abgerissen werden; das gab der Eigentümer, die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (BIMA), in November auf WZ-Anfrage bekannt. Das Gelände unweit des Äppelwoiwegs soll renaturiert werden, ein Schandfleck kommt weg. Doch es gibt ein zweites Flugplatz-Relikt: Die Segelflughalle, die jenseits der neuen B 3 unweit eines Handwerkermarktes am Ortsausgang von Ockstadt vor sich hingammelt.
Blick in die nicht verschlossene Halle: Alte Elektrogeräte, Holzteile, Sessel, Stühle und Kanister liegen herum, durch das Dach rieselt der Schnee.
Viele Ockstädter würden gerne sehen, wenn auch diese in die Jahre gekommene Halle dem Erdboden gleichgemacht würde. Die Hoffnung dürfte kaum in Erfüllung gehen. Der Eigentümer plant dort die Ansiedlung einer Tankstelle.
Grau, schmutzig und baufällig sieht das Ensemble aus. Ein Teil der Halle ist vermietet. Früher standen hier Wagen für den Faschingsumzug, ein Schriftzug erinnert an einen Motorradclub, der sich hier traf, ein Ockstädter Handwerker hat hier Gerätschaften gelagert, allerdings kommt er bei schlechtem Wetter gar nicht an die Halle heran - es fehlt eine ordentliche Zufahrt. Ein Teil der Halle ist offen zugänglich, diese Halle mit teils löchrigem Dach sowie die Fläche davor werden als illegaler Müllabladeplatz benutzt. Hier findet man ein wildes Sammelsurium: Autobatterie, Elektroherd, DVD-Player, Lkw-Reifen, Ölfässer, alte Schränke und Stühle, ein verbranntes Bettgestell, Plastikmüll, Autositze, Farbeimer, Kloschüssel, Matratze, Holzabfälle, Teppiche, Flaschen und sonstigen Hausrat.
»Das ist eine ökologische Sauerei«, meinte eine Ockstädterin. »Wenn hier Kinder spielen, können sie sich leicht verletzen«, meinte ein anderer Leser.
Der Friedberger Olaf Geipel, Besitzer der Halle, kann den Unmut der Anwohner verstehen. »Wenn da einer einen Kühlschrank hinwirft, ist das wie ein Magnet.« So kam im Laufe der Jahre immer mehr Müll zusammen. Der, sagt Geipel, liege aber auf dem Gelände der BIMA, ihm gehöre lediglich die Halle, und die sei keineswegs baufällig. Kinder hätten hier in der Vergangenheit gezündelt, es habe öfter Ärger gegeben.
An einen Abriss denkt Geipel nicht. Dann würde er wohl keine neue Baugenehmigung erhalten. Er will dort eine Autogas-Tankstelle ansiedeln und sucht nach einem Investor. Das Problem: Das Gelände ist zu schmal, Lkw können dort nicht wenden. »Ich arbeite mit Hochdruck an einer Lösung.«
Auch der Stadtverwaltung ist das heruntergekommene Anwesen ein Dorn im Auge. Doch die Stadt, so Bürgermeister Keller, sei nicht zuständig: »Es gibt klare Kompetenzen, die Bauaufsicht liegt beim Wetteraukreis.« Dort, erfuhr die WZ, sind zumindest in den letzten drei Jahren keine Beschwerden eingegangen, gleiches gelte für die Abteilung Wasser- und Bodenschutz, sagte ein Kreissprecher: »Die Bauaufsicht wird das Gelände jetzt aber in Augenschein nehmen.«