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Wie zwei Männer zum »Frauenturnen« kommen

Artikel vom 23.11.2011 - 09.40 Uhr

Wie zwei Männer zum »Frauenturnen« kommen

Friedberg/Bad Nauheim (dab). Yoga – bis vor drei Jahren war das für Michael Müller gleichbedeutend mit »Frauenturnen«. Das, was der Feuerwehrmann heute mit seinem Körper anstellt, wenn er sich in die »Halbmond«-Position begibt, bringt Bauch, Beine und Po in Form.

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»Yoga fordert den ganzen Mann«, sagt Michael Müller (r.). Zusammen mit seinem guten Freund Michael Fehlinger kommt der Ockstädter Feuerwehrmann einmal die Woche in die Yoga-Schule nach Bad Nauheim, um mit Lehrerin Kristin Herber zusammen zu trainieren – so wie hier den »Halbmond«. (Fotos: Nici Merz)
»Tatsächlich aber fordert Yoga den ganzen Mann«, erzählt der Ockstädter – freilich erst nach der Übung, bei der er kniet, dann ein Bein nach hinten streckt, das andere aufstellt und die Arme nach oben hebt, bis diese die Form eines Halbmonds beschreiben. An Reden ist bei der Übung, die Kraft im Oberschenkel gibt und die Leistenmuskulatur dehnt, nicht zu denken. Aufmerksamkeit ist ein wichtiger Aspekt beim Yoga. Die bewusste Wahrnehmung seines Körpers führt dazu, dass er durch das Training auch seelisch wieder ins Gleichgewicht kommt, sagt Müller, der zusammen mit seinem guten Freund Michael Fehlinger einmal pro Woche zu Kristin Herber zum Yoga geht.

»Yoga ist eine Übung des Geistes«, sagt Kristin Herber, die in Bad Nauheim mit drei anderen Frauen eine Yoga-Schule führt. »Man erfährt, wie sich Entspannung anfühlt, und lernt, sich nicht mehr so schnell aus dieser Entspannung herausbringen zu lassen. Das ist eine Technik, die man irgendwann draufhat und über die man dann gar nicht mehr nachdenken muss. Vergleichbar mit der Rückhand beim Tennis.«

In der ersten Zeit habe er noch gedacht: »Lass sie reden«, erinnert sich Michael Müller an seine Yoga-Anfänge und lächelt. »Aber es funktioniert tatsächlich.« In dem Fitness-Studio, in dem er und Michael Fehlinger angemeldet sind, hatte Kristin Herber vor drei Jahren einen Yoga-Kurs angeboten. Aus reiner Neugier nahm er teil, »und nach zwei, drei Stunden habe ich gemerkt: Es tut mir gut«. Seinen Freund Michael Fehlinger musste er gar nicht erst von den Vorzügen überzeugen – er kannte Yoga schon. »Bei der Bundeswehr hatten wir einen Feldwebel, der Tibet- und Indien-Fan war.«

Erholung nach Feierabend? Fehlanzeige!

Beide Männer beschreiben Yoga als Erlebnis, das Ausgeglichenheit und Ruhe bringt – und damit in krassem Gegensatz zu ihrem Beruf steht: Beide sind bei der Berufsfeuerwehr, Fehlinger als Vize-Wachabteilungsleiter der Feuerwehr Hanau, Müller als Datentechniker in Frankfurt. Und weil beide auch noch bei der Freiwilligen Feuerwehr in Ockstadt aktiv sind, ist es mit der Erholung nach Feierabend auch nicht sehr weit her.

»Man fährt aus dem normalen Leben hoch auf 100«, beschreibt Fehlinger, was in ihm vorgeht, wenn im Job plötzlich der Gong ertönt und seine Mannschaft zum Einsatz ausrückt. Er muss dann »in einer Minute Entscheidungen treffen, die wichtig sind«. Auch die übrigen Chefaufgaben verlangen ihm einiges ab. Seine Wachabteilung besteht aus 16 Menschen, die geführt werden müssen. Er erfährt viel Privates von den Kollegen, mal muss er vermitteln, mal fallen böse Worte, doch am Ende ist es »wie bei den Musketieren: Einer für alle, alle für einen«.



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Artikel vom 23.11.2011 - 09.40 Uhr
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