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Wasser für Golfplatz: Abstimmung mit umgekehrtem Ergebnis

Artikel vom 19.03.2010 - 10.00 Uhr

Wasser für Golfplatz: Abstimmung mit umgekehrtem Ergebnis

Friedberg (ihm). Soll der Golfplatzbetreiber künftig Wasser von den Stadtwerken erhalten, um seine Rasenflächen zu sprengen? Nachdem der Bauausschuss letzte Woche knapp mit 5:4 Stimmen dafür plädiert hatte, kam der Haupt- und Finanzausschuss am Mittwochabend zu einem anderen Resultat.
Der Golfplatz in Ockstadt: Ob die Stadt für ihn Wasser liefern soll, wird endgültig in der Stadtverordnetensitzung am kommenden
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Der Golfplatz in Ockstadt: Ob die Stadt für ihn Wasser liefern soll, wird endgültig in der Stadtverordnetensitzung am kommenden Donnerstag entschieden. (Foto: Nici Merz)
Auf Antrag der SPD soll der Betreiber der Sportanlage zuerst Möglichkeiten darlegen, wie er aus eigener Kraft zur Lösung des Problems beitragen könnte, zum Beispiel mit dem Bau von weiteren Speicherteichen. Der Grünen-Vertreter stimmte mit den vier Sozialdemokraten für diese bereits vom Ortsbeirat Ockstadt geforderte Variante, die vier CDU-Abgeordneten plädierten dagegen. Also auch wieder ein 5:4-Ergebnis, nur mit anderem Vorzeichen.

Im Bauausschuss war das umgekehrte Resultat zustandegekommen, weil die CDU dort drei Sitze hat, FDP und Grüne je einen und die SPD vier. Allerdings hatte ein SPD-Vertreter zusammen mit CDU und FDP für die Wasserlieferung mit entsprechendem vorherigen Vertrag zwischen Stadt und Golfplatzbetreiber gestimmt (die WZ berichtete). Endgültig entschieden wird in der Stadtverordnetensitzung am kommenden Donnerstag, 25. März. Fest steht dabei schon jetzt: Die Abstimmung wird spannend.

»Ich bin ja fast sprachlos«, unterstrich der UWG-Stadtverordnete Winfried Ertl, der als Zuhörer gekommen war. »Was ist mit den 850 Mitgliedern? Wollen Sie die außen vor lassen?« Jemand habe geraunt, der Club sei »elitär«. Offenbar spiele diese Einschätzung bei manch einem eine Rolle. Achim Güssgen (FDP) schloss sich Ertls Auffassung an. Die Debatte werde emotional geführt. »Ich sehe keinen Anlass, den Klassenkampf toben zu lassen. Der Bauausschuss hat einen vernünftigen Vorschlag gemacht«, unterstrich der Liberale.

Im Haupt- und Finanzausschuss trug die SPD-Fraktionsvorsitzende Marion Götz den Inhalt einer Zustandsanalyse des Golfplatzes vor, die ein Ingenieurbüro im Auftrag des Golfclubs gefertigt hat. Das Papier stammt aus dem Jahr 2008. Es war um die Frage gegangen, wie die Rasenbeschaffenheit verbessert werden könne und weshalb diese Möglichkeiten nicht umgesetzt wurden. Beispiel: »Es heißt darin, dass es verschiedene Rasensorten gibt, die weniger Wasser brauchen. Sie wurden aber nicht angebaut, da sie die Golfcart-Nutzung nicht aushalten.« Das Befahren der Fläche einschränken? »Dieser Schritt könnte zu Unmut bei den Golfplatznutzern führen«, las Götz weiter vor. Bereits vergangene Woche hatte die Fraktionsvorsitzende gefordert, der Magistrat möge Alternativen zur Trinkwasser-Bewässerung prüfen. Gedacht ist etwa ans Errichten von Rückhaltebecken. Dieser Forderung verlieh sie jetzt Nachdruck: »Der Golfplatzbetreiber sollte darlegen, welche Möglichkeiten er selber hat. Bekommen wir zu den einzelnen Maßnahmen Stellungnahmen, dass das alles nicht geht, kann man an einen Vertrag denken.«

Bürgermeister Michael Keller (SPD) erläuterte, in Sachen Vertrag sei ein umfangreiches Regelwerk geplant. »Es ist weniger entscheidend, was der Golfplatz braucht, sondern was wir liefern können. Das ist stets in Zusammenhang mit Ockstadt zu sehen.« Die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung habe absoluten Vorrang. Eventuell müsse die Sportanlage nachts beliefert werden. »Ausschlaggebend ist, dass die Stadtwerke entscheiden, was sie abgeben können«, betonte der Rathauschef.



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Artikel vom 19.03.2010 - 10.00 Uhr
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