Friedberg-Ockstadt (har). Die Kirschenernte ist in Ockstadt nunmehr verschärft im Gange, und die Früchte haben dank ihrer hervorragenden Qualität einen exzellenten Ruf im ganzen Rhein-Main-Gebiet. Seit ihrer Einführung sind die gelben Pappkartons, in denen die Kirschen nach der Ernte gelagert und verkauft werden, so etwas wie das Markenzeichen der Ockstädter Kirschenanbauer geworden.
Umso mehr ärgert es sie, dass es immer mehr »Trittbrettfahrer« gibt, die im Raum Bad Homburg und Frankfurt vermeintliche »Ockstädter Kirschen« anbieten, und »das noch zu total überhöhten Preisen«, berichtet der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins, Werner Kipp, im Gespräch mit der WZ.
Sein Stellvertreter Walter Kipp und der OGV-Ehrenvorsitzende Lothar Mörler merken empört an, dass »diese Verkäufer sogar unsere Kisten benutzen«. Die Frage, wie dies möglich ist, war schnell erklärt: Viele Kunden kaufen gleich eine ganze Kiste mit fünf Kilo Kirschen und geben sie dann nicht mehr zurück. So ist es für jedermann ein Leichtes, an die Ockstädter Kirschenkisten zu kommen und sie einfach mit importierten Kirschen oder Kirschen aus anderen Anbaugebieten aufzufüllen.
Tatsache sei, so Mörler: Wer Ockstädter Kirschen will, muss derzeit schon nach Ockstadt kommen oder sie direkt von einem Ockstädter Händler, beispielsweise auf dem Friedberger Wochenmarkt, kaufen. Sechs Ockstädter Obstanbauer verkaufen zurzeit an ihren eigenen Ständen die Frühkirschen der Sorten Burlat, Samba, Somit, Margit und Georgia. Erst Mitte nächster Woche werden wohl die nächsten Sorten reif sein, denn »wir sind dann erst in der dritten Kirschenwoche«, so Walter Kipp.
Tipps für Kunden
Allerdings können Kunden beim Kauf von Kirschen schon erkennen, ob es sich um echte Ockstädter Kirschen handelt, denn an der Kistenseite steht der Name des Erzeugers, und unter dessen Erzeugernummer befindet sich das Datum, an dem die Kirschen gepflückt wurden.
»Wenn da ein Datum vom letzten Jahr steht, sind es sicher keine Ockstädter Kirschen«, sagt Mörler und hat noch einen Tipp: »Fragen sie doch einfach mal, welcher Ockstädter Obstanbauer die Kirschen geliefert hat. Kommt da keine eindeutige Antwort, dann sind es keine Ockstädter Kirschen.«