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Vater rührt ein anrüchiges Problem auf

Artikel vom 17.09.2009 - 19.46 Uhr

Vater rührt ein anrüchiges Problem auf

Friedberg (ütz). Richard Schmidt, Elternbeiratsvorsitzender der Henry-Benrath-Schule, ist es gar nicht recht: Da hat im Alleingang, ohne Absprache mit der Schulleitung oder dem Elternbeirat, der Vater eines Schülers ein Problem aufgerührt, das im wahrsten Sinne des Wortes anrüchig ist und für einige Aufregung und Aktivitäten in der Schule, beim Wetteraukreis und beim Elternbeirat gesorgt hat. Es geht um das leidige - und wie sich auf Nachfrage der WZ herausstellte - keineswegs nur die Henry-Benrath-Schule betreffende Thema Schultoiletten.
Vorbeiuriniert: eine der Toiletten, die leider keinen Einzelfall darstellt. 	(Foto: pv)
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Vorbeiuriniert: eine der Toiletten, die leider keinen Einzelfall darstellt. (Foto: pv)
Der Vater hatte die Internetseite des Kreises studiert und war dabei auf eine Passage gestoßen, wie am besten der Schweinegrippe zu begegnen sei. Da steht unter anderem zu lesen, dass sich die Schüler mehrmals täglich die Hände waschen sollten. Aber das, so der Mann, könne sein Sohn nicht. Denn: Er könne nicht auf die Toilette gehen, weil er sich davor ekele. Eine entsprechende E-Mail schickte der Friedberger an den Kreis und wies darauf hin, dass die Schule 945 Schüler, 37 Klassen, 72 Lehrkräfte, aber nur eine funktionierende Toilettenanlage habe. Sein Sohn esse und trinke morgens absichtlich nichts, um die Toilette nicht benutzen zu müssen.

Der Mann begab sich daher zur Schule, um sich selbst ein Bild zu machen. Und er stellte fest: Die Toilette - es sei die einzig funktionierende in der Schule - sei in einem besorgnis-, wenn nicht gar in einem krankheitserregenden Zustand. Er habe es vermieden, überhaupt einen Fuß hineinzusetzen. Seife und eine Möglichkeit zur Trocknung der Hände fehlten völlig. Nach Rücksprache mit den Lehrern habe er erfahren, dass das Problem seit Jahren bekannt sei. Unternommen worden sei nichts.

»Mit der Aktion nichts zu tun«

»Wir haben mit dieser Aktion nichts zu tun«, versichert Richard Schmidt. Das Problem sei ja auch gar nicht neu, und es hätte sich gehört, findet er, dass sich der Vater zunächst einmal an die Schulleitung und auch an den Elternbeirat gewandt hätte, und nicht sofort an den Kreis und an die WZ. Wie dem auch sei: Eine Nachfrage der WZ beim Kreis hatte zur Folge, dass noch am selben Tag ein Mitarbeiter des Eigenbetriebs Gebäudewirtschaft zur Henry-Benrath-Schule ging, um die inkriminierte Toilette in Augenschein zu nehmen.

Wie Kreispressesprecher Michael Elsaß erklärt, stimme es nicht, dass es an der Schule nur eine Toilette gebe. Neben jener im Hauptgebäude seien eine im U-Trakt, eine in der Sporthalle und eine weitere neben der neuen Mensa, die alle zwar nicht neu, aber funktionsfähig seien. Im Obergeschoss gebe es zwei weitere Anlagen, die aber Ende der 90er-Jahre gesperrt worden seien, weil wegen Leitungsproblemen Wasser in das Erdgeschoss gesickert sei. »Damals wurde der Bedarf geprüft und befunden, dass die Toiletten im Erdgeschoss ausreichend seien. Deshalb wurde eine Sanierung nicht vorgenommen; da haben zunächst einmal die Naturwissenschaften Vorrang«, so Elsaß.

»Reinigen täglich auf höchsten Niveau«

Allerdings habe das alles nichts mit der Situation in den in Betrieb befindlichen Toiletten zu tun (von denen drei bei der Kontrolle in Ordnung gewesen seien). Hier stehe man vor einem Problem, das man in 90 Prozent aller Schulen im Kreis zu verzeichnen habe - jahrgangsübergreifend und unabhängig vom Schultyp, von den Grundschulen abgesehen. »Die Toiletten sind oft in einem fürchterlichen Zustand, wenn die Schüler sie verlassen.« Da werde absichtlich auf den Boden uriniert, Toilettenpapier werde in die Klos geworfen oder befeuchtet und an die Trennwände geklebt, die Seife fehle ständig. »Wir reinigen täglich auf höchstem Niveau«, versichert der Pressesprecher, »aber es kommt nicht selten vor, dass die Putzfrau den Raum verlässt und der Nächste, der kommt, sein Geschäft auf der Toilettenbrille verrichtet.«



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Artikel vom 17.09.2009 - 19.46 Uhr
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Leserkommentare
(18.09.2009 13:20)
guntermax
anrüchiges Problem
Ich war mit meinem Sohn, als es um die Wahl der weiterführenden Schule ging, in der Henry-Benrath-Schule. Wir wollten, dass er auf diese Schule geht.
Nachdem er auf der Toilette war stand fest, dass er auf keinen Fall in diese Schule will. Selbst an diesem Tag, der sicher gut vorbereitet wurde, war der Zustand der Toilette eine Zumutung.
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