Streit um ARS-Rektorin: Rückkehr »fast ausgeschlossen«
Friedberg (jw). Im Konflikt zwischen Teilen der Schulgemeinde an der Adolf-Reichwein-Schule (ARS) und der bisherigen, seit Mai 2009 abberufenen Schulleiterin Heidelies Bierbach-Müller zeichnet sich eine Lösung ab. Wie ein Sprecher des Hessischen Kultusministeriums der WZ sagte, sei eine Rückkehr Bierbach-Müllers an die Friedberger Schule »fast ausgeschlossen«.
Die ehemalige Schulleiterin bleibe zunächst am Institut für Qualitätsentwicklung (IQ), man suche weiter nach einer Lösung. In einem anonymen Schreiben haben sich 48 Elternpaare gegen die »Hetze« der Kritiker gewandt und Unterstützung für Bierbach-Müller signalisiert.
Der Ministeriumssprecher sagte, man suche »händeringend« nach einer Lösung. Da es sich aber um ein laufendes Verfahren handele, könne man keine weiteren Auskünfte geben. Zuletzt war gemutmaßt worden, Bierbach-Müller werde als stellvertretende Leiterin an die Gesamtschule in Konradsdorf berufen; dies scheint durch den Verbleib am IQ vom Tisch zu sein. Fraglich bleibt weiterhin, wann die Schulleiterstelle an der ARS neu besetzt wird. Auch dazu konnte das Kultusministerium in Wiesbaden gestern keine Angaben machen.
Der kommissarische Schulleiter Klaus Duda sagte der WZ, der Konflikt sei an der Integrierten Gesamtschule mit Grundstufe zwar unterschwellig und auf persönlicher Ebene zu spüren, »er belastet aber nicht den Schulbetrieb«, versicherte er. Ein Lehrer sagte, die Schüler der ARS bekämen davon nichts mit: »Mich hat noch kein Schüler darauf angesprochen.«
Andere Erfahrungen wollen die 48 Elternpaare gemacht haben, die sich gestern in einem Schreiben an die WZ wandten. Einige Schüler hätten von ihren Lehrern mitgeteilt bekommen, Bierbach-Müller werde zurück an die Schule kommen. »Wir würden das sehr begrüßen«, schreiben die Eltern, da die Schulleiterin »ihre Arbeit hervorragend gemacht hat, sie immer ein offenes Ohr für Probleme hatte und auch durchgreifen konnte, was wohl einige Lehrer nicht ertragen« hätten.
Wer solche Ansichten aber öffentlich äußere, habe an der ARS »nichts mehr zu lachen«. In dem Schreiben ist auch die Rede von Prügeleien an der Schule, von Mobbing gegen Schüler, von der Beschädigung von Eigentum und von Lehrern, die nicht in der Lage seien, dem Treiben Einhalt zu gebieten und stattdessen »heulend die Klasse verlassen«. Deshalb sei schon Polizei an der Schule gewesen. »Das ist an den Haaren herbeigezogen«, so eine Stimme aus dem Kollegium. »Da wird versucht, die Situation noch einigermaßen zu retten.« Ein anderer Lehrer sagte, die an allen Schulen mehr oder weniger auftretende Gewaltproblematik unter Schülern »haben wir hier sehr gut im Griff, Mobbing gegen Schüler ist mir nicht bekannt«.
Der kommissarische Schulleiter Duda sagte, bei dem Besuch der Polizeistreife in der Schule habe es sich um einen Fall von Amtshilfe gehandelt, mit Gewalt unter Schülern habe das nichts zu tun. In dem Elternschreiben wird auch der Vorwurf erhoben, es gebe an der ARS »viel Stundenausfall«. Das will Duda so auf keinen Fall stehen lassen. Wenn Stunden ausgefallen seien, habe es immer Vertretungsunterricht gegeben. In den Klassen 8 bis 10 seien Randstunden ausgefallen, die Elternvertretung habe aber einer entsprechenden Regelung zugestimmt.