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Schülerdemo für Toleranz: Wetterau ist »bunt statt blöd«

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Artikel vom 09.02.2015 - 13.29 Uhr

Schülerdemo für Toleranz: Wetterau ist »bunt statt blöd«

Friedberg (jw). »Bunte Vielfalt statt geballte Blödheit« stand auf einem Plakat, auf anderen wurde für Toleranz und Mitmenschlichkeit geworben – rund 500 Wetterauer Schüler haben am Montagvormittag unter dem Motto »Bunt – Weltoffen – Tolerant« ein Zeichen für mehr Mitmenschlichkeit und gegen Extremismus gesetzt.

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500 Schüler demonstrieren in Friedberg für Miteinander und gegen Fanatismus.
© Nici Merz
Landtagspräsident Norbert Kartmann und Landrat Joachim Arnold waren die prominentesten Redner. Nach einer Ansprache am Platz der Deutschen Einheit zogen die Schüler zum Elvis-Presley-Platz und von dort weiter über die Kaiserstraße zur Burg, wo der Lkw mit den Lautsprecherboxen nicht durchs Burgtor passte.

+++ Mehr Fotos von der Demo

Der Kreisschülerrat konnte mit dem Andrang zufrieden sein, als sich gegen 10 Uhr der Platz vis-à-vis der Adolf-Reichwein-Schule füllte. »Vielfalt sorgt für Entwicklung«, rief Kreisschulsprecher Marius Mundhenk den Schülerinnen und Schülern zu. Vorurteile dürften nicht die Köpfe regieren. Landtagspräsident Kartmann sagte, die Versammelten repräsentierten mit ihrem Eintreten für Toleranz den größten Teil der Wetterauer. Dabei machte Kartmann deutlich, dass auch die Freiheit ihre Grenzen hat: »Gegen Intoleranz muss man intolerant sein«, sagte er und wandte sich gegen die Pegida-Aufmärsche in Dresden und anderswo.

Auf dem Elvis-Presley-Platz rief Landesschulsprecherin Fevzije Zeneli dazu auf, rechten und anderen diskriminierenden Bewegungen keinen Platz in Deutschland zu geben. Landrat Arnold gratulierte zu der »machtvollen Demonstration«. Deutschland könne sich die Ausgrenzung von Menschen nicht leisten. »Deshalb ist ein vernünftiges Einwanderungsgesetz längst überflüssig.«

Mit lautstarker Musik setzte sich der Zug in Richtung Burg in Bewegung, vor dem Burggymnasium sollte die Abschlusskundgebung steigen. Doch ein Querträger am Lkw, der die Lautsprecherboxen trug, passte nicht durchs Burgtor. Der Lkw steckte fest, die Schüler nahmen das Malheur mit Humor und die Demo endete nun eben auf der Burgfreiheit, wo GEW-Vorsitzender Jochen Nagel von der Verpflichtung eines der reichsten Länder der Erde sprach, Flüchtlinge aufzunehmen, vor allem aber dafür zu sorgen, dass Menschen nicht mehr vor dem Krieg flüchten müssten.

Nagel sprach noch einen anderen »einzigartigen Skandal« an. »Es ist unglaublich, dass einige Schulleitungen und Lehrkräfte die Schüler schikanieren und ihnen drohen, dass der Besuch der Kundgebung als Fehlzeit ins Zeugnis eingetragen wird. Das hier ist die beste politische Bildung, besser als jeder Unterricht.« Karen Anschütz, stellvertretende Vorsitzende der Landeselternbeiräte, pflichtete ihm bei. Es seien gerade Jugendliche, die empfänglich für politischen Extremismus, Salafismus, Hassprediger oder die Vereinfacher der Pegida-Kundgebungen seien. Das gelte es zu unterbinden, die Kundgebung sei hierfür eine gute Gelegenheit. Zumal, so Anschütz, die Wetterauer Schüler bislang die einzigen in Hessen seien, die solche eine Kundgebung organisiert hätten.

Bevor Elif Özçelik, Burg-Schülerin und Teilnehmerin bei »The Voice of Germany«, a cappella ein Abschiedslied sang, wollte die stellvertretende Kreisschulsprecherin und quirlige Moderatorin Wiebke Bachus wissen, woher die Schüler kommen. Sie kamen (das war jeweils lautstark zu hören) von der Adolf-Reichwein-, der Henry-Benrath- und der Johann-Philipp-Reis-Schule, von der Burg und einige auch von der Augustinerschule (wo am Montag beweglicher Ferientag war), von der Waldorfschule sowie von Schulen aus Wölfersheim, Florstadt, Nidda, Konradsdorf, Butzbach und einigen anderen Orten mehr. Nur bei zwei, drei Schulen, deren Namen Bachus ins Mikrofon rief, blieb es beschämend ruhig.

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Artikel vom 09.02.2015 - 13.29 Uhr
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Leserkommentare
(11.02.2015 16:05)
Lt Koerschgen
Mein lieber Herr M.,
woran genau erkennen Sie denn mein Alter?
(11.02.2015 15:37)
Lt Koerschgen
Ah, unser Prinz Lillifee
Matze ist ja auch wieder da!
Servus, Gude und Hallo!
Woran erkennen Sie denn dass ich alt bin?
(11.02.2015 15:22)
MatthiasM
Aergerlich...
...wenn man alt geworden ist und abfaellig ueber junge Menschen sprechen muss.
Na, wenn diese sich die rechtspopulistischen alten Saecke anschauen, wird ihnen auch nicht viel freundlicheres einfallen :D.
(11.02.2015 14:30)
bla
Bunt, Weltoffen, Tolerant
und nach dem Schulabschluss nicht in der Lage eine Steuererklärung auszufüllen. Das passt und ist gewollt.
(11.02.2015 13:30)
Lt Koerschgen
omg...
...wenn ich mir einige der Gestalten auf den Fotos anschaue hätte das Motto eher "bunt und blöd" lauten müssen! :-)
(11.02.2015 13:29)
MichaelFB
Einverständnis der Eltern
Ich frage mich, ob die Schulen das Einverständnis der Eltern hatten? Ich stimme zu, dass die Demonstration nichts mit Schulunterricht zu tun hat. Es fällt genug Unterricht aus. Wie ich in Erfahrung bringen konnte, sind einige Schüler betrunken zum Unterricht zurück gekommen. Wo bleibt die Aufsichtspflicht?
(11.02.2015 11:17)
Illja
Oh je,.....
>>Die Eltern dieser Kinder sollten sich ganz genau ansehen, welche Ideologie ihren Kindern da eingetrichtert wird, denn es könnte durchaus sein, daß diese mit ihren eigenen Vorstellungen nur wenig oder auch überhaupt nicht kompatibel ist. <<
Das ist im Wetteraukreis die leichteste Übung und gerade das sollte zu denken geben.
(11.02.2015 09:57)
Gracchus
Hessen, ....
.... und genauer der Wetteraukreis strebt offenbar die bundesdeutsche Meisterschaft im Indoktrinieren von Schulkindern an. Die Eltern dieser Kinder sollten sich ganz genau ansehen, welche Ideologie ihren Kindern da eingetrichtert wird, denn es könnte durchaus sein, daß diese mit ihren eigenen Vorstellungen nur wenig oder auch überhaupt nicht kompatibel ist.
(10.02.2015 22:53)
bobby_fischer_fan
Lieber GEW-Vorsitzender,
es ist kein Skandal, daß "einige" Schulleitungen Wert darauf legen, daß während der Arbeitszeit eines Schülers gearbeitet (gelehrt) wird. Ich kann auch nicht während meiner Arbeitszeit demostrieren gehen. Wenn die Demonstration der "Gutmenschen" nachmittgas stattgefunden hätte, währen gewiß mehr Schüler und Lehrer in ihrer Freizeit (bzw, unterrichtsfreier Zeit) gekommen. Oder?
(10.02.2015 17:18)
Rudolf Bauer
Pegida
Ein vernünftiges Einwanderungsgesetz ist nicht überflüssig sondern überfällig!
Was wieder einmal verschwiegen wird, ist die Verpflichtung der Kinder durch die Lehrer teilzunehmen.Außerdem ist schulfrei!
Gewaltbereit sind die Gegendemonstranten und nicht die Pegidaleute.
Es werden kostenlos Busse gestellt und z.T. werden die Demoteilnehmer bezahlt!
Demokratie mit Steuermitteln.
Wie weit sind wir da von der DDR und ähnlichen Regiemen entfernt?
(09.02.2015 19:46)
Illja
ist leider auch
deutsche Tradition.
Oder warum sind Offiziere in den Schulen und drängen sogar immer mehr in die Kindergärten?
Dachte bisher immer, dass das nur in der bösen DDR möglich war.
(09.02.2015 15:59)
bla
Bei ISIS abgeguggt
Die ISIS-"Freiheitskämpfer" rekrutieren auch Kinder und Jugendliche.
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