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Schüler fordern mehr kreative Demokratie in der Schule

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Artikel vom 06.12.2014 - 18.18 Uhr

Schüler fordern mehr kreative Demokratie in der Schule

Friedberg (har). Landesschülersprecherin Fevzije Zeneli wünscht sich eine kreative Demokratiegestaltung. Die könne in der Kita beginnen, nur müsse die Gesellschaft den Ideen der Kinder und Jugendlichen mehr Beachtung schenken. »Unsere Konzepte werden angesehen, das war’s dann auch.«

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Über mehr Demokratie in der Schule diskutieren (v. l.) Helmut Betschel, Moderator Helmolt Rademacher, Prof. Alexander Lorz, Fevzije Zeneli und Tanja Wesemann.
© Harald Schuchardt
Er könne die Forderung der Schülervertreterin durchaus nachvollziehen, sagte der hessische Kultusminister Prof. Alexander Lorz. »Wir müssen uns auf Augenhöhe begegnen. Deshalb machen wir ja auch solche Veranstaltungen wie hier.« Die Rede ist vom 7. Hessischen Demokratietag, zu dem am gestrigen Freitag rund 300 Schüler, Eltern und Lehrkräfte aus ganz Hessen in die Stadthalle nach Friedberg gekommen waren. Das Motto des Tages lautete »Demokratie kreativ – Schule und Kommune gestalten«.

»Die Demokratie ist eine der größten Errungenschaften überhaupt«, sagte Vivien-Lee Greiwe von der Landesschülervertretung in einem »Plädoyer an die Demokratie« zum Auftakt der Veranstaltung. Zusammen mit ihrem Co-Moderator Marius Mundhenk (Waldorfschule Bad Nauheim, Kreisschülerrat) konnte sie auch Bürgermeister Michael Keller begrüßen. Es folgte die Gesprächsrunde, bei der Landesschülersprecherin Zeneli für mehr Demokratie in der Schule plädierte. Lorz pflichtete ihr bei: »Ich streite für die Mitbestimmung von Schülern und Eltern.« Landeselternbeirätin Christina Wenker-Burry brachte es auf den Punkt: »Schulen, an denen die Zusammen- und Mitarbeit funktioniert, haben eine große Nachfrage.« Leider seien immer weniger Eltern zur Mitarbeit bereit, obwohl Hessen das einzige Bundesland sei, in dem die Elternmitbestimmung in der Schule gesetzlich geregelt ist.

Tanja Wesemann, Schulleiterin der Henry-Benrath-Schule, zeigte sich mit der Arbeit der Schülervertretung und mit der Zusammenarbeit der Eltern sehr zufrieden. Sie nannte zwei Beispiele: »Wir haben den Klassenrat eingeführt, und in der neuen Schulordnung finden sich Punkte, die von Eltern und Schülern durchgesetzt wurden. Sie haben aktiv mitgearbeitet.«

»Wenn Schulen die Schulen der Schüler sein sollen, dann müssen wir die Schüler auch mit einbeziehen«, sagte Schuldezernent Helmut Betschel. »Mauern einreißen, die Schule öffnen und Leben rein lassen« – das ist ein Anliegen Betschels: »Die Jugend heute ist bereit, sich zu beteiligen.« Abschließend ging Lorz kurz auf extremistische Tendenzen an Schulen ein: »Extremisten sehen die Welt nur Schwarz-Weiß, doch so ist es nicht. Diese Welt ist bunt und vielfältig.«

Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnungsrunde von der Schulband der Henry-Benrath-Schule. Nach der Diskussion wurden zwölf Workshops in der Stadthalle und der Henry-Benrath-Schule vorgestellt. Die Palette reichte von »Klassenrat – Schulsozialarbeit in der Henry-Benrath-Schule« bis »Aktiv gegen Nazis – was können wir tun?« mit der Antifa-BI Friedberg, die kürzlich mit dem Sozialpreis des Wetteraukreises ausgezeichnet wurde. Auf dem »Markt der Möglichkeiten« informierten 15 Vereine und Institutionen über Projekte und Initiativen, darunter der Jugendbeirat Bad Nauheim. Mit szenischem Spiel und einem »World-Café« endete die Veranstaltung am Nachmittag.

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Artikel vom 06.12.2014 - 18.18 Uhr
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