Schüler-Demo: »Wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut«
Friedberg (chh). »Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut«, skandierten gestern rund 150 Schüler auf den Straßen von Friedberg. Im Rahmen eines bundesweiten Bildungsstreiks hatten sie sich vor dem Burghof versammelt, um gegen die in ihren Augen mangelhafte Bildungspolitik zu demonstrieren.
»Gute Bildung schützt vor Faschismus.« Nur ein Grund für die Demonstranten, auf die Straße zu gehen. Hier skandieren sie vor dem Friedberger Schulamt. (Foto: chh)
Ziel der Protestler: an den Bildungseinrichtungen in Friedberg vorbeizuziehen und ihre Unzufriedenheit kundzutun. Mehr Pädagogen an Schulen, freie und demokratische Bildung sowie die Abschaffung von sämtlichen Bildungsgebühren waren nur einige der Forderungen.
Bevor es losging, hielt die stellvertretende Kreisschulsprecherin Lena-Marie Nachtigall eine Rede, in der sie sich für ein inklusives Bildungssystem einsetzte. Inklusiv heißt, »mit einer neuen Art der Pädagogik allen Kindern, sowohl mit als auch ohne Behinderung, in Anerkennung ihrer Verschiedenheit gerecht zu werden.«
Anschließend zogen die jungen Demonstranten in Begleitung eines Pritschenwagens, von dem aus die Veranstalter die Demonstranten mit Megafon und lauter Musik einheizten, bei bestem Kaiserwetter die Kaiserstraße entlang. »Ihr müsst auf der rechten Straßenseite laufen, auch wenn euch das schwer fällt«, schallte es zweideutig aus dem Mikrofon.
Erstes Ziel war die Augustinerschule. Dort angekommen, wurden die dortigen Schüler lautstark aufgefordert, die Schule zu verlassen und sich der Demo anzuschließen. »Leider hat die Augustinerschule heute Wandertag, daher ist kaum jemand da, der sich uns anschließen könnte«, erklärte der stellvertretende Kreisschulsprecher Tim Wagner. Ohnehin hätte man sich eine größere Beteiligung erhofft. »Aber für die Wetterau ist das Ergebnis okay, dafür, dass wir so etwas zum ersten Mal hier veranstalten.« Da auch an vielen anderen Schulen am Dienstag Wandertag gewesen sei und zudem die Schulen weit auseinander lägen, könne man zufrieden sein.
»Bildung oberste Priorität«
Einer der Augustinerschüler, der sich an der Demo beteiligte, war der 16-jährige Tobias Koch. »Bildung hat einfach Priorität. Es ist an der Zeit, dass die Politiker das auch so sehen«, sagte der 16-Jährige zu seinen Beweggründen.