Friedberg (jw). Ein Großbrand hat den Friedberger Stadtteil Fauerbach am Mittwochabend aus dem Schlaf gerissen: In der Hauptstraße 61 unweit des Neubaugebiets Hinter Fauerbach brannte eine Scheune komplett nieder, nach ersten Schätzungen der Polizei entstand ein Schaden von 50 000 Euro. Ein technischer Defekt wurde ausgeschlossen, die Kripo ermittelt wegen Brandstiftung.
Verkohlte Dachbalken zeugen von der nächtlichen Feuersbrunst.
Dies wohl auch deshalb, weil es in derselben Nacht zwei weitere Brände gab. Die Ermittler vermuten, dass die Straftaten miteinander in Verbindung stehen und suchen Zeugen, die Hinweise geben können. Vm Einsatz kündete bis nach Mitternacht die Feuerwehrsirene: Ein technischer Defekt verhinderte, dass das Gerät rechtzeitig ausgeschaltet werden konnte.
Wie Stadtbrandinspektor Michael Stotz mitteilt, wurde die Feuerwehr am Mittwoch um 21.55 Uhr zu einem kleineren Brand in die Hauptstraße gerufen. Ein 76-Jähriger hatte nur wenige Meter von der Scheune entfernt unter seinem Vordach ein Feuer bemerkt. Ein Ergometer und eine Wolldecke standen in Flammen. Der Brand war schnell gelöscht, Schaden: 250 Euro. Kaum waren die Einsatzkräfte zurück im Stützpunkt, mussten sie erneut ausrücken, nun in voller Stärke. Während sich in Ossenheim ein vermeintlicher Wohnungsbrand als Fehlalarm entpuppte und nebenbei eine verschlossene Haustür geöffnet werden musste, brannte es in Fauerbach lichterloh. Gegen 22.40 Uhr hatten Anwohner Flammen aus der Scheune hochsteigen sehen.
Mit der Drehleiter nähern sich die Feuerwehrleute dem brennenden Gebäude.
Kein einfacher Einsatz für die Feuerwehr, denn der Brandort lag in einem Hof hinter zwei Wohnhäusern, die Scheune bildet die Querverbindung. In der Scheune waren laut Polizei Baumaterialien und Sperrmüll gelagert. Beim Eintreffen der Feuerwehr schlugen die Flammen gen Himmel. Mit C-Rohren und dem Einsatz von Schaum wurde der Brand bekämpft, ins Innere konnten die Feuerwehrleute aufgrund der baulichen Bedingungen nicht eindringen, es bestand Einsturzgefahr. Verhindert wurde, dass das Feuer auf die Wohnhäuser übergriff. Die Bewohner kamen bei Bekannten und in Hotels unter.
Den Zaungästen bot sich ein imposantes Bild: In der Hauptstraße reihte sich Feuerwehrfahrzeug an Feuerwehrfahrzeug. Wie Stotz mitteilt, wurden insgesamt 95 Einsatzkräfte gezählt, darunter auch Rettungsdienste, die Wetterauer Brandaufsicht und ein Wagen mit Sonderlöschmittel aus Bad Vilbel. Mitglieder der Bauernheimer Feuerwehr übernahmen bis 4 Uhr die Brandwache, bevor sie gestern Morgen von den Kollegen aus Dorheim abgelöst wurden.
Der dritte Brand wurde am Donnerstagmorgen gemeldet. Ein Anwohner, der von der Nachtschicht nach Hause kam, bemerkte, dass vor seiner Haustür ein Plastiksack gebrannt hatte. Das Feuer dürfte in diesem Fall selbstständig wieder ausgegangen sein.