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Prozess beim Amtsgericht: Falsch ausgesagt oder Erinnerungslücken?

Artikel vom 28.07.2010 - 09.00 Uhr

Prozess beim Amtsgericht: Falsch ausgesagt oder Erinnerungslücken?

Friedberg/Bad Nauheim (lk). Melanie K. (Name geändert, die Red.) wollte eine Schlägerei beobachtet haben. Hauptsächlich ihre Aussage war es, die ein Strafverfahren gegen zwei Männer in Gang brachte.
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Als Zeugin vor Gericht hatte Melanie K. plötzlich auffällig große Erinnerungslücken, weshalb sich die 29-jährige Bad Nauheimerin gestern vor dem Friedberger Amtsgericht verantworten musste. Richterin Dr. Gerlinde Kimpel sprach die Hausfrau schließlich von den Vorwürfen der Falschaussage und der falschen Verdächtigung frei. »Die Tat konnte nicht mit der erforderlichen Sicherheit nachgewiesen werden«, sagte die Richterin.

Melanie K. soll entweder bei der Polizei oder beim Gericht im Friedberg bewusst unwahr ausgesagt haben: Im Juli 2009 hatte sich die Mutter zweier Kinder gegenüber einem Polizeibeamten dahingehend geäußert, dass sie gesehen habe, wie in Bad Nauheim ein Mann von zwei anderen geschlagen und getreten wurde. Aufgrund ihrer Behauptung wurde Anklage gegen die beiden vermeintlichen Schläger erhoben.

Während der Verhandlung im April diese Jahres musste K. in den Zeugenstand treten. Plötzlich habe sie sich an fast nichts mehr erinnern können, wollte keinen der Täter gesehen haben und sei - trotz mehrerer Nachfragen seitens der Staatsanwaltschaft und des Richters - bei dieser Aussage geblieben, hieß es in der Anklageschrift.

»In meinem Leben passiert sehr viel«, versuchte die Angeklagte ihre Erinnerungslücken gestern zu erklären. Sie habe sich bei der damaligen Verhandlung ganz einfach nicht mehr richtig erinnern können.

»Und ich kann es auch heute nicht«, sagte die junge Frau. Sie habe nur das ausgesagt, was sie noch ohne Zweifel gewusst habe. Schließlich sei sie vom Richter mehrfach darauf hingewiesen worden, »nur das zu sagen, was ich auch wirklich noch weiß«.

Vom Vertreter der Staatsanwaltschaft sei sie während der Verhandlung stark angegriffen worden: »Er meinte, ich würde alles anders sagen als bei der Polizei«, erinnerte sich die junge Frau. Befangen sei sie nicht gewesen, auch habe sie die beiden Angeklagten (die übrigens freigesprochen wurden) kaum gekannt. »Ich seh’ nicht, was ich da falsch gemacht hab’.«



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Artikel vom 28.07.2010 - 09.00 Uhr
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