Friedberg (jw). Der Baubeginn der Teilortsumgehung Friedberg-Fauerbach rückt näher. Das Regierungspräsidium Darmstadt hat das Anhörungsverfahren für die Umgehungsstraße eingeleitet. Stadt, Fachbehörden und Bürger sind zur Stellungnahme aufgefordert. Die Pläne für die 1,05 Kilometer lange Neubaustrecke liegen vom 1. bis 31. März im Rathaus aus. Die Teilortsumgehung wird von vielen Bürgern seit Jahren gefordert, sie soll Fauerbach vom Durchgangsverkehr entlasten. Doch es gibt auch Gegner des Projekts.
Knotenpunkt Fauerbacher Straße: Hier soll die Teilortsumgehung beginnen. Für den Bau des geplanten Verkehrskreisels müssten Teile der Metzgerei Herold abgerissen werden. (Foto: nic)
Auf der Internetseite www.ortsumgehung-fauerbach.de ist ein Formular abrufbar, mit dem Bürger Einwände anmelden können. Ungeklärt ist auch noch der geplante Kreisel, für den ein Teil des Grundstücks der Metzgerei Herold benötigt wird. Die Gesamtkosten der Umgehungsstraße liegen bei 4,939 Millionen Euro. Nach Berechnungen des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) würde die Zahl der Kraftfahrzeuge, die täglich durch Fauerbach rollen, von 10 500 auf 6500 sinken.
Die Straße beginnt an der Kreuzung Fritz-Reuter-Straße, Fauerbacher Straße und Am Kindergarten. Von dort soll sie im leichten Bogen am Sportplatz vorbei über die Usa zur Landesstraße in Richtung Dorheim führen. Bereits 1998 gab es ein Anhörungsverfahren. Neben der eigentlichen Straße müssen Geh- und Radwegen angelegt, eine Brücke über die Usa gebaut sowie ein Teil der Dorheimer Straße zurückgebaut werden.
Es gab Einwendungen, die Pläne wurden geändert. Statt einer Ampel soll am Beginn der Umgehung ein Kreisverkehr mit einem Außendurchmesser von 31 Metern gebaut werden. Dadurch muss das Land Gelände kaufen und Gebäude abreißen. Hierbei handelt es sich um die Metzgerei Herold. Das Stammhaus an der Ecke, das Schlachthaus und Teile des Kühlhauses müssten abgerissen werden.
Metzgerei im Gewerbegebiet?
Wie Metzgermeister Frank Herold der WZ sagte, liegt ihm noch kein abschließendes Kaufangebot des ASV vor. Im Sommer sei ihm ein Angebot gemacht worden, das er mit Blick auf die wirtschaftliche Lage aber habe ablehnen müssen. Seither wartet er auf ein neues Angebot. Die Stadt hatte Herold angeboten, er könne mit dem Schlachthaus ins Gewerbegebiet West ausweichen. Herold: »Das muss sich aber rechnen und hängt davon ab, wie viel ich für die Gebäude bekomme.« Seit elf Jahren will Herold in den Betrieb investieren, die Verzögerung des Straßenbaus macht ihm bislang einen Strich durch die Rechnung.
Wie das Regierungspräsidium erläutert, habe sich durch die Umgestaltung der Planung der erforderlichen Lärmschutz geändert. Schließlich sind gegenüber der früheren Planung in der Straße Am Kindergarten zwei Bushaltestellen vorgesehen. Die Pläne für das Änderungsverfahren liegen vom 1. bis zum 31. März bei der Stadtverwaltung zur Einsichtnahme aus. Einwendungen von Betroffenen gegen den Plan können bis zum 14. April bei der Stadt oder dem Regierungspräsidium erhoben werden. Kommune, Fachbehörden und sonstige Stellen haben bis zum 16. April Gelegenheit, eine Stellungnahme abzugeben. »Über die Durchführung eines Erörterungstermins wird das Regierungspräsidium nach Auswertung der eingegangenen Stellungnahmen und Anregungen zu gegebener Zeit entscheiden«, so Regierungspräsident Johannes Baron.