Friedberg-Bruchenbrücken (ütz). Das Konjunkturprogramm macht’s möglich, dass in diesem Jahr mehrere Gehwege in der Stadt und den Stadtteilen erneuert werden. Nach dem Bürgersteig in der Allensteiner Straße in Ockstadt ist seit Montag der östliche Gehweg der Haingrabenstraße in Bruchenbrücken an der Reihe (die WZ berichtete).
Wird seit Montag erneuert: der Gehweg in der Haingrabenstraße. (nic)
Der Gehweg wird auch etwas verbreitertr. Das Stadtparlament hat hierfür 280 000 Euro aus dem Konjunkturprogramm bewilligt. Da die Stadt je 30 Prozent aus eigenen Mitteln bereitstellen muss, also 120 000 Euro, stehen insgesamt 400 000 Euro zur Verfügung. Die Baumaßnahme in Bruchenbrücken kostet 47 000 Euro und soll bis Ende Oktober abgeschlossen sein.
Sie stößt indes nicht auf ungeteilte Zustimmung. Der ehemalige SPD-Stadtverordnete Wilfried Stürtz, der an der Ecke Am Südbahnhof/Haingrabenstraße wohnt, spricht von einem »Kuriosum«. Die Straße sei gut ausgebaut und schon sehr schmal; nun werde sie aufgeschnitten und offenbar noch verschmälert, und dies für einen Bürgersteig, der ohnehin »Makulatur« sei, weil auf der anderen Straßenseite ein völlig intakter Gehweg sei. Angesichts der Verengung der Fahrbahn würden die Müllabfuhr und im Zweifelsfall auch die Feuerwehr Probleme bekommen; zudem werde es für die Anwohner schwieriger, mit ihren Autos aus den Hofeinfahrten zu kommen. Das Urteil von Stürtz: Hier würden Gelder »planlos verbraten«; in Bruchenbrücken gebe es dringendere Bereiche, die saniert werden müssten. Und die Anwohner der Haingrabenstraße - 55 an der Zahl - seien auch verärgert, zumal sie nicht über den Baubeginn am Montag informiert worden seien. Der frühere Ortsvorsteher Rudi Meiß, der in der Haingrabenstraße wohnt, widerspricht: Er habe von keinem Anwohner - außer Stürtz - gehört, der sauer über die Gehwegerneuerung sei. Wie Bauamtsleiter Dr. Werner Braam erklärte, war der Gehweg in einem sehr schlechten Zustand. Die Straße werde nicht entscheidend verschmälert; es gehe um 30 bis 50 Zentimeter. Dabei müsse man sich auch nach der Lage der Gasleitung richten. Eine Mindestbreite von 4,50 Metern werde bleiben, ausreichend für Müllabfuhr und Feuerwehr. Der Bürgersteig erhalte auf einer Länge von 200 Metern neue Bordsteine und ein neues Pflaster. Um die Bordsteine setzen zu können, müsse die Fahrbahn etwas breiter aufgeschnitten werden, als sie dann im Endzustand sein werde. Dass niemand über die Baumaßnahme informiert worden sei, stimme nicht: Am 16. September seien Schreiben an alle Anwohner verteilt worden.