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Neues Buch fasst Vorträge über 700 Jahre Stadtkirche zusammen

Artikel vom 22.07.2010 - 18.06 Uhr

Neues Buch fasst Vorträge über 700 Jahre Stadtkirche zusammen

Friedberg (jw). Im Mai 2006 trafen sich international renommierte Wissenschaftler in Friedberg zu dem Symposium »Die gebrauchte Kirche«. Die Stadtkirche, deren Chorweihe 700 Jahre zuvor den Anlass für Feierlichkeiten gab, war bis dahin in der Forschung »etwas stiefmütterlich behandelt worden«, wie Hans Wolf, Ehrenvorsitzender des Friedberger Geschichtsvereins, gestern anmerkte.
Ungewohnte Ansicht: Das Aquarellgemälde von Hubert Kratz von 1896 zeigt den Blick ins Gewölbe der um 1340/50 ausgemalten Ostteil
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Ungewohnte Ansicht: Das Aquarellgemälde von Hubert Kratz von 1896 zeigt den Blick ins Gewölbe der um 1340/50 ausgemalten Ostteile der Friedberger Stadtkirche. (Foto: Wetterau-Museum)
Damit ist es spätestens seit dem Symposium und der im Jubiläumsjahr gelaufenen Vortragsreihe »Kirche verstehen« vorbei. Als eine »bedeutende Kirche des Spätmittelalters« bezeichnet der Kunsthistoriker und Architekturgeschichtlicher Prof. Norbert Nußbaum (Köln) die Stadtkirche Unserer Lieben Frau. Und dieser im mehrfachen Sinne »gebrauchten Kirche« ist nun das gleichnamige Buch gewidmet, das die Forschungsergebnisse des Symposiums wie auch die Vorträge zusammenfasst. Mit vielen weiteren Mitwirkenden freute sich gestern Pfarrerin Susanne Domnick, das neue Buch der Öffentlichkeit vorzustellen. Mehr als 50 Interessierte waren in den Altarraum der Stadtkirche gekommen, lauschten den Redebeiträgen und durften einen ersten Blick in das mit zahlreichen Bildern illustrierte Buch im Din-A-4-Format (Preis: 19,80 Euro) werfen.

Nußbaum, Organisator des Symposiums, betonte, eine solch hochkarätige Zusammenkunft von Fachleuten treffe man sonst eher in den großen Kathedralen von Straßburg, Paris oder Prag. Die Friedberger Stadtkirche sei für viele Beteiligte eine Entdeckung gewesen.

Das Buch erscheint innerhalb der Reihe »Arbeitshefte des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen«. Deren Präsident Prof. Gerd Weiß unterstrich, der Band 15 sei »einer der Höhepunkte der Reihe« und mache deutlich, dass Ausstattung, Architektur, künstlerische Gestaltung und liturgische Praxis dieser »gebrauchten Kirche« ineinander über gingen.

»Das Stadtkirchenjubiläum war ein großes Ereignis für die Stadt, das Erscheinen des Buches ist es auch«, stellte Hendrik Hollender fest. Der Stadtverordnetenvorsteher hoffte auf große Verbreitung des 196 Seiten langen Buches. Finanziert wurde es von der Kulturstiftung der Sparkasse Oberhessen, dem Förderverein Stadtkirche und dem Geschichtsverein Friedberg.

In seinem Vorwort schreibt Bürgermeister Michael Keller, die Stadtkirche stehe seit einigen Jahren völlig anders im öffentlichen Geschehen der Stadt als früher. Sie biete den Raum für wichtigen Veranstaltungen, in denen die städtische Gesellschaft zusammenfinde - etwa nach dem 11. September 2001 oder bei der Demo gegen Rechts im vergangenen September. Dass die Stadtkirche auf ganz verschiedene Arten »gebraucht« wird, aber auch welcher Gebrauch sich an der kunstvollen Architektur und dem Kirchenmobiliar ablesen lässt, machen die Beiträge des Buches deutlich. Der umfangreiche Bildtafelteil und die weiteren Abbildungen zu den Aufsätzen und Vorträgen führen dem Betrachter die Schönheiten der Stadtkirche mit analytischer Klarheit bildlich vor Augen.

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Artikel vom 22.07.2010 - 18.06 Uhr
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