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Neuer Elvis-Presley-Platz entsteht: Ganz schön groß

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Artikel vom 09.09.2014 - 18.12 Uhr

Neuer Elvis-Presley-Platz entsteht: Ganz schön groß

Friedberg (jw). Der Elvis-Presley-Platz sehe »jeden Tag ein bisschen anders aus«, sagt ein Friedberger, der hier täglich vorbeikommt. »Wie’s am Ende aussieht, weiß kein Mensch.« Aber so langsam kann man sich ein Bild davon machen. »Wir liegen im Zeitplan«, sagt Bürgermeister Michael Keller. Mitte November soll alles fertig sein.

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So langsam erkennt man die Formen: Der Elvis-Presley-Platz in Friedberg.
© Nicole Merz
Baumaschinen lärmen, Kiesstaub liegt in der Luft. Wer ein Geschäft betreten will, muss eine Absperrbake umkurven. Die Bauarbeiten auf dem Elvis-Presley-Platz gehen in den sechsten Monat, doch ein Ende ist in Sicht, bestätigt Oberbauleiter Uwe Golereit von der Firma Eurovia. »Es läuft.« »Wir sind aus dem Gröbsten raus«, sagt Bürgermeister Keller. Und dies, obwohl die Archäologen schon wieder fündig wurden: Der zweite mittelalterliche Brunnen ist aufgetaucht (siehe Seite 23). Ob er wie die anderen Funde wieder verfüllt oder als »Fenster in die Vergangenheit« präsentiert wird, steht noch nicht fest. Den Fortgang der Arbeiten hat der Fund nicht behindert, sagt Kreisarchäologe Dr. Jörg Lindenthal. »Wenn’s hochkommt, hat die Baufirma wegen unseren Grabungen insgesamt vielleicht drei Tage verloren.«

Das liegt laut Lindenthal »an der guten Zusammenarbeit«, aber auch daran, dass die Archäologen ein Jahr vorher mit ihrer Arbeit begannen. Die Kosten trägt die Stadt, so will es das Gesetz. Aber auch hier gibt Keller Entwarnung: »Das bleibt im überschaubaren Rahmen.« Der komplette Umbau des Elvis-Presley-Platzes kostet 1,4 Millionen Euro, die archäologischen Grabungen dürften sich auf 100 000 bis 150 000 Euro belaufen.

Zwei Drittel der Baukosten sind, wie Keller sagt, im Erdreich verschwunden. Gemeint sind Wasser- und Abwasserkanäle, Strom- und Gasleitungen. »Der technische Stand reicht für die nächsten 100 Jahre.« Mindestens genauso lange wurde dort nichts mehr getan – einer der Gründe, warum die Bauarbeiten notwendig waren. Der andere liegt laut Keller auf der Hand: »Das ist eine Top-Lage für Geschäfte, die muss in einem Top-Zustand sein.« Mittlerweile verlagere sich die Diskussion der Baustellen-Kiebitze von der Beschwerde zur Haltung: »Das sieht doch ganz gut aus.« Das bestätigen besagte Kiebitze. »Der Platz wird schön«, sagt Blumenhändler Richard Bosland. »Aber muss der so groß sein? Hätte man nicht 20 Parkplätze erhalten können?« Und könnte man nicht den Wochenmarkt dort ansiedeln, damit anderswo die Parkplätz erhalten bleiben? Stephan Gundermann, Azubi im Lotto-Shop Koch, macht sich Gedanken um die Anlieferung von Waren. Wie weit kommen die Lkw an die Geschäfte ran? Positiv sei die Umgestaltung dennoch: »Wir können ein Café mit Außenbewirtschaftung einrichten.«

Das Parkplatz-Kapitel ist längst abgeschlossen. »Das hat die Politik schon vor über zehn Jahren so entschieden«, sagt Keller. Ob der Markt umzieht, kann er noch nicht sagen. »Wenn das gewünscht wird, stehen wir nicht im Weg.« Auch die Frage, ob das »Café Rund« eine Toilette bleibt (dann aber grundsaniert) oder aber als Stadtinfo oder Café genutzt wird (dann müsste eine neue Toilette gebaut werden), ist noch offen.

Optischer und akustischer Puffer

Groß ist der Platz tatsächlich, länger als ein Fußballfeld. »Der muss das ganze Jahr über bespielt werden«, sagt Keller. Nicht nur Kinder dürfte das Wasserspiel in den Sommermonaten anlocken. Es entsteht mitten auf dem Platz, die Besucher sollen die Füße ins kühle Nass stecken können, sich wohlfühlen. Zur Kaiserstraße hin werden in zwei Reihen schattenspendende Platanen gepflanzt. Einige der Baumscheiben (eigentlich Beton-Quadrate) liegen schon; die Platanen werden abends von unten angeleuchtet. Auch der Graben für eine Ligusterhecke ist ausgehoben; sie soll einen »optischen und akustischen Puffer zur Kaiserstraße« bilden. Die Lampen werden gerade montiert, es gibt versenkbare Stromanschlüsse für Marktbeschicker und zwei Bodenbeläge: Historisches Kopfsteinpflaster und moderne Steinplatten, die Keller augenzwinkernd »Rollatoren-Autobahn« nennt. Sie garantieren einen holper- und stolperfreien Zugang zu den Geschäften.



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Artikel vom 09.09.2014 - 18.12 Uhr
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Leserkommentare
(11.09.2014 12:23)
boomer
Der Elvis Presley Platz
Friedberg hat einen Elvis Presley Platz.... das ist wichtig.
Friedberg hat ja sonst keine Probleme!!!!!
Parkplätze, Leerstand, Verödung der Einkaufsstraße, Schmutz etc.........alles nebensächlich. Hauptsache ein rieeeeeeesengroßer Elvis-Platz.
Mann oh Mann! wie können Menschen nur so blauäugig sein.
Wer hat diesen ganzen Zinnober eigentlich bezahlt?
(11.09.2014 10:33)
grübel
@Stratocaster
Bordelle und Gaststätten unterliege anderen Bestimmungen. Das mit den Wettbüros haben schon andern Kommunen versucht und sind gescheitert.
Zum Leerstand wenn ich genug Objekte hab die mir Einnahmen verschaffen ist Leerstand manchmal sinnvoll. Wobei bei einem Schandfleck in Friedberg der Eigentümer ja eh die Nutzung ändern will und weil es nicht so ganz mach ihm geht alles lieber verfallen lassen wird.
(10.09.2014 23:35)
GulDul
Die Hausbesitzer fordern...
... das was ihnen zu steht! Wo ist das Problem.? Ist der Laden leer, mir egal? Nein, ... Ich könnte nun viele Sachen schreiben die interessant sind, aber...
(10.09.2014 20:14)
Snufkin
Die Hausbesitzer...
...verlangen Utopiemieten und vermieten an jeden der bezahlt.
Lieber lassen sie die Räume leer stehen als mit ihren Forderungen runter zu gehen. Sie können es sich leisten.
So sehen auch die Geschäfte aus. Die Einkaufsstadt ist schon lange tot.
(10.09.2014 19:00)
Stratocaster
Vielleicht doch?
Das ist doch Grauzone? Warum sollte es einer Stadt nicht möglich sein, solche Etablissement in der Kernstadt zu verbieten? Bei Bordellen geht das doch auch , warum nicht beim Glücksspiel? Im Industriegebiet ist genug Platz. Wo ein Wille ist ....
(10.09.2014 18:29)
grübel
Geht nicht.
Geht leider nicht. Und selbst wenn die Häuser gehören nicht der Stadt.
(10.09.2014 14:19)
Stratocaster
Denkanstoss
Vielleicht sollte man sich dann auch einmal Gedanken darüber machen, ob man die Richtung Burg gelegenen Wettbüros nicht zwangsverlegen kann. Diese "Institutionen" und deren Begleiterscheinungen werfen nicht grade ein positives Bild auf Friedberg bei dem unbedarften Besucher, der dann evtl. vom neuen tollen Elvis-Platz zur guten alten Burganlage schlendern will?
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