Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Lokales » Städte und Gemeinden » Friedberg »

»Mit Spendenmodellen zum Erfolg«

Artikel vom 17.12.2009 - 19.39 Uhr

»Mit Spendenmodellen zum Erfolg«

Friedberg (jw). Das Alte Hallenbad hat den Besitzer gewechselt, die Gesellschaft der Freunde Theater Altes Hallenbad Friedberg/Wetterau hat somit ihr erstes Ziel erreicht. Doch wie geht es nun weiter? »Viele Leute wollen von uns wissen, was der aktuelle Stand ist und welche Schritte als nächstes folgen«, sagen Bernd Pollack und Uli Lang.
Das Alte Hallenbad soll aus dem Dornröschenschlaf erweckt werden. Der Hallenbadverein wirbt um größere und auch kleinere Spenden
Lupe - Artikelbild vergrössern
Das Alte Hallenbad soll aus dem Dornröschenschlaf erweckt werden. Der Hallenbadverein wirbt um größere und auch kleinere Spenden. (Archivfoto: WZ)
Im Gespräch mit der WZ erläutern die beiden Initiatoren, wie sich die Hallenbadfreunde die gerade angelaufene Spendenaktion vorstellen und welche Arbeiten an dem Jugendstilgebäude in der Friedberger Altstadt, das zu einem Ort für die Kultur ausgebaut werden soll, die dringlichsten sind.



Im Mai 2007 traten Pollack und Lang mit ihrem Plan, das Alte Hallenbad durch Bürgerengagement zu sanieren und in eine Stätte der Kultur zu verwandeln, an die Öffentlichkeit. Es habe einige Skeptiker gegeben, aber auch viel Zustimmung. Mittlerweile zählt der Förderverein über 1540 Mitglieder, das finanzielle Polster aus den jährlichen Beiträgen und Spenden beim Förderverein und der gGmbH beträgt zurzeit 85 000 Euro. »Für öffentliche Zuschüsse und Zusagen von Stiftungen und überregionalen Großunternehmen ist es erforderlich, dass die Bürger, insbesondere von Friedberg, durch Spendierfreude deutlich machen, dass sie die Sanierung mit ganzer Kraft unterstützen«, sagt Pollack. Spenden in Höhe von 3 Millionen Euro will der Verein von Privatpersonen und Unternehmen akquirieren, und dies in zwei Schritten.

Als »Rückgrat« sollen jährliche Spenden von Bürgern dienen, gedacht ist beispielsweise an Überweisungen von 100 Euro für jeweils fünf Jahre. Spenden sind steuerbegünstigt, sagt Pollack, somit würde dieser Betrag die Spender mit monatlich rund 6 Euro belasten. Finden sich 3000 Bürger, kämen in den nächsten fünf Jahren 1,5 Millionen Euro zusammen, die Hälfte des erforderlichen Betrags. Jeder Spender wird auf der Homepage der gGmbH in einem Spendenbuch eingetragen. »Wir haben gerade heute fünf Zusagen über 100 Euro erhalten«, erzählt Pollack. Aber auch ein Spendenvertrag über fünf Jahre á 15 Euro von einer Friedbergerin liegt vor. »Jeder kann einen Beitrag zur Sanierung leisten, auch kleine Beträge helfen«, sagt Lang.

Weitere 1,5 Millionen sollen Bürger mit einem größeren finanziellen Spielraum beitragen. Von den rund 27 000 Friedbergern seien sicherlich 1000 Personen finanziell in der Lage, eine einmalige Spende von 1000 Euro zu leisten, 200 Personen könnten fünf Jahre lang 500 Euro spenden, rechnet Pollack vor. Auch hier sei es legitim, die Steuerersparnis von 35 bis 46 Prozent ins Kalkül zu ziehen. Die Belastung für eine Spende von 1000 Euro liege dann bei 540 Euro, die jährliche Belastung von 5 mal 500 Euro bei 270 Euro.

Schon die Errichtung des Jugendstil-Hallenbades vor 100 Jahren sei durch größere Spenden von Bürgern finanziert worden, erinnern Pollack und Lang. Die Stadt selbst hatte kein Geld, das gilt auch heute noch. Der Vorstand würde sich laut Lang freuen, wenn sich wie vor hundert Jahren Stifter oder Spender von 50 000 oder 100 000 Euro finden würden. Für die Finanzierung des Kulturbetriebs wird zudem die Gründung einer gemeinnützigen Stiftung zu Gunsten des Theaters Altes Hallenbad angestrebt.



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 17.12.2009 - 19.39 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang