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Metzgerei Herold will wissen, woran sie ist

Artikel vom 17.07.2008 - 00.00 Uhr

Metzgerei Herold will wissen, woran sie ist

Friedberg (har/ütz). Metzgermeister Frank Herold durchlebt wie die anderen Geschäfte in der Fauerbacher Straße eine schwierige Phase wegen der gegenwärtigen Sperrung des Abschnitts bis zur Dorheimer Straße (die WZ berichtete). Bei ihm kommen aber noch ganz andere Probleme hinzu.
Hier soll der Kreisel entstehen, und das Eck- wie auch das Kühlhaus sollen abgerissen werden. 	(Foto: Schuchardt)
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Hier soll der Kreisel entstehen, und das Eck- wie auch das Kühlhaus sollen abgerissen werden. (Foto: Schuchardt)
Denn: An der Ecke Fauerbacher/Fritz-Reuter-Straße soll im Zuge der Teilortsumgehung Fauerbach ein Kreisverkehr gebaut werden. Dazu freilich würde ein Teil des Herold-Grundstücks benötigt. Unter anderem müsste das Schlachthaus dem Kreisel weichen. Die Stadt hat der Metzgerei schon ein Ersatzgrundstück im neuen Teil des Gewerbegebiets West angeboten. Aber: Herold würde nur umziehen, wenn er vom Amt für Straßen und Verkehrswesen (ASV) eine ausreichende Entschädigung erhält. Die Zeit dränge für die Entscheidung, sagt er. Aber etwas Verbindliches hat er vom ASV bislang nicht gehört.

Herold hatte ursprünglich mit dem Gelände der Metzgerei, die 1900 von seinem Urgroßvater gegründet wurde, etwas ganz anderes vor, als es zu verkaufen. Vor zehn Jahren hatte er einen Bauantrag gestellt, um den Betrieb um eine Küche und Sozialräume zu erweitern. »Meine erste Planung wurde zurückgewiesen, weil eine Zweckentfremdung von Wohnfläche bemängelt wurde«, erzählt er. Er reichte also eine neue Planung ein, die auch vom Bauamt genehmigt wurde. »Der Architekt wurde bezahlt, die Statik erstellt, doch dann sagte die Straßenbauverwaltung nein«, so Herold.

Schon damals gab es den Plan der Teilortsumgehung durch eine Verlängerung der L 3351. »Da wäre meine Betriebseinfahrt weggefallen«, so Herold. Seitdem habe sich nichts getan, bis zur Vorstellung der neuen Planung mit einem Kreisel im April vergangenen Jahres. Wird diese Planung umgesetzt, müssten das Eckhaus, das Schlachthaus und ein Teil des Kühlraums abgerissen werden. Es habe, berichtet Herold, ein Gespräch mit dem Ersten Stadtrat Peter Ziebarth, den Amtsleitern und Vertretern der Straßenverkehrsbehörde stattgefunden, in dem ihm ein Grundstück im neuen Gewerbegebiet angeboten worden sei. Ob er dies annehmen soll, weiß Herold nicht. Denn wann mit dem Bau des Kreisels und der Ortsumgehung begonnen wird und ob die Planung so bleibt, das könne ihm derzeit niemand verbindlich sagen.

»Mir läuft die Zeit weg, ich müsste investieren und kann nicht«, so Herold, denn bis Ende 2009 müsse im Schlachthaus unter anderem eine Hygieneschleuse eingebaut werden, weil dann eine neue Verordnung in Kraft trete. »Wenn ich die neue Zertifizierung als Schlachtbetrieb nicht erhalte, kann ich nicht mehr schlachten, und wofür soll ich investieren, wenn ich nicht weiß, ob sich das überhaupt lohnt?«, fragt Herold, der zudem im Plan für den Kreisel eine Merkwürdigkeit festgestellt hat.

Der Kreisel sei gar nicht komplett durchgeplant worden, denn auf den Grundstücken Fauerbacher Straße 78 und 85 klafften weiße Lücken, der Kreis sei nicht komplett geschlossen. Auch diese Häuser würden wohl in Mitleidenschaft gezogen, mutmaßt der Metzgermeister und fragt sich, warum die betroffenen Straßen nicht um nur wenige Meter in Richtung Nordwesten verschwenkt werden und der Kreisel auf dem brachliegenden einstigen Zuckerfabrikgelände gebaut wird. »Man könnte doch dem Investor dieses Stück abkaufen, der baut hier ohnehin keine Wohnhäuser mehr«, sagt Herold.



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