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Keine große Umtausch-Welle von Weihnachtsgeschenken

Artikel vom 07.01.2010 - 19.00 Uhr

Keine große Umtausch-Welle von Weihnachtsgeschenken

Friedberg/Bad Nauheim (buc). Weihnachten freut man sich - harmoniebedingt - über alles: über das Parfüm, das eher zum Naserümpfen veranlasst, über den Rosamunde-Pilcher-Roman, auch wenn man Science-Fiction-Fan ist. Die Kinder sind wahrscheinlich am ehrlichsten. Wenn bei ihnen die Tränen kullern, weil statt der erhofften Puppe eine vielleicht teure, aber ungeliebte Halskette unterm Weihnachtsbaum lag, hilft es häufig nur noch zu erklären: Das kann man doch umtauschen.
In der Büchergalerie: Ein Kunde bringt Klaus Trommler (l.) ein Buch zurück, das bereits in seinem Regal steht.
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In der Büchergalerie: Ein Kunde bringt Klaus Trommler (l.) ein Buch zurück, das bereits in seinem Regal steht.
Womit Kindern getröstet werden, ist für Erwachsenen eine Selbstverständlichkeit. Doch dieses Selbstverständnis ist keineswegs unzweifelhaft. Denn die Ladenbesitzer sind gesetzlich nicht verpflichtet, unliebsame Weihnachtsgeschenke umzutauschen. Die Einzelhändler in Friedberg und Bad Nauheim aber machen es sowohl den Schenkern als auch den Beschenkten leicht. Eine WZ-Umfrage über ihre Erfahrungen und Vorgehensweise beim Umtausch von Weihnachtsgeschenken zeugt von sehr wenigen Umtauschwünschen bei großer Kulanz gegenüber ihren Kunden.

Einen Ansturm auf die Geschäfte von Leuten mit ungeliebten Geschenken gab es nicht. Das kommt nicht von ungefähr: Der Großteil der befragten Einzelhändler berichtet von Kunden, die gezielter als früher ihre Weihnachtsgeschenke einkaufen. »Die Leute geben sich mehr Mühe«, sagt Wilfried Ruths, Mitinhaber des gleichnamigen Bekleidungshauses mit Geschäften in Friedberg und Bad Nauheim. Bei den Verkaufsgesprächen sei deutlich geworden, dass die Kunden spezielle Wünsche erfüllen wollten. Beispielsweise einen farblich passenden Schlips zum Anzug. Von solchen wohl überlegten Einkäufen berichtet auch der Geschäftsführer des Friedberger Kaufhauses Joh, Henry Bühler: »Kaum noch jemand kauft einfach so auf gut Glück drauflos.« Es sei nicht mehr so, dass für den Opa ein Rasierer gekauft wird und der sich dann über drei solcher Exemplare unterm Weihnachtsbaum freuen müsse, so Bühler. Entsprechend könne man auch nicht von einem »Umtauschgeschäft« sprechen. Es werde zwar noch umgetauscht, aber weit weniger als noch vor ein paar Jahren.

Erster Umtausch beim Pressetermin

Das ist im Fachhandel für Spielwaren besonders auffällig. Gisela Poschmann, Inhaberin der Puppenstube in Friedberg, verzeichnete beim Pressetermin am gestrigen Donnerstag gerade mal die erste Kundin, die umtauschen wollte. Die niedrige Quote sei nicht ungewöhnlich, sagt sie. »Wir beraten sorgfältig und klopfen ab, für welches Kind das Geschenk gedacht ist.« Dann komme man den Kinderträumen in der Regel sehr nahe. Wenn der Kunde unschlüssig ist, rate sie meist zum Gutschein.

Ähnliche Erfahrungen machten auch die Verkäufer beim Bad Nauheimer Spielwarenladen Feigenspan. Von 1000 gekauften Waren kämen höchstens drei zurück, berichtet Juniorchef Stefan Feigenspan. Die Leute seien heute viel besser über die Wünsche von Kindern und auch die gewünschten Artikel informiert. Manche Kunden kämen sogar mit ausgedrucktem Warenwunsch aus dem Internet in den Laden. Andere griffen noch wärend der Beratung durch den Verkäufer zum Handy zwecks Nachfrage.

Verstärkter Trend zu Gutscheinen

Zum rückläufigen Umtausch trug ein weiterer Trend bei: Weihnachten 2009 wurden mehr Gutscheine verschenkt als in den Vorjahren. Hier offenbarte sich eine ungewöhnliche Kundenfreundlichkeit der Friedberger und Nauheimer Ladenbesitzer. Laut Gesetz sind Gutscheine - sofern keine anderweitige Befristung durch den Aussteller vorgenommen wird - drei Jahre lang nach Ausstellungsdatum gültig. Die befragten Händler gaben an, die Gutscheine so lange einzulösen, solange das Geschäft besteht.



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Artikel vom 07.01.2010 - 19.00 Uhr
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