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»Hygienemängel«: Veterinäramt schließt Lokal

Artikel vom 29.07.2010 - 02.00 Uhr

»Hygienemängel«: Veterinäramt schließt Lokal

Friedberg (jw). Im »Kühlen Grund« bleibt die Küche derzeit kalt. Das Veterinäramt hat das italienische Restaurant geschlossen. Die Mitarbeiter der Kreisverwaltung hatten »hygienische Mängel« festgestellt, wie der Wetteraukreis mitteilt.
Die Gartenstühle sind hochgeklappt: Das Restaurant im Kühlen Grund wurde von der Behörde geschlossen. Der Wirt nutzt die Gelegen
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Die Gartenstühle sind hochgeklappt: Das Restaurant im Kühlen Grund wurde von der Behörde geschlossen. Der Wirt nutzt die Gelegenheit zur kompletten Sanierung der Küche. (Foto: jw)
Geht es nach Wirt René Seto, wird das idyllisch unterhalb des Burgbergs gelegene Lokal bald wieder eröffnet, vielleicht sogar schon am nächsten Samstag. Die Behörde hat verschiedene Auflagen gemacht, die erfülle man, verspricht Seto, und noch mehr: Bei dieser Gelegenheit werden auch gleich eine neue Küche eingebaut und Wasserschäden am Gebäude beseitigt.

Die Nachricht hat sich schnell in der Stadt verbreitet. Vergangenen Mittwoch stattete das Veterinäramt dem italienischen Restaurant einen Besuch ab. Die Mitarbeiter wurden in der Küche fündig, daraufhin wurde die Außenbewirtschaftung untersagt. Wirt René Seto räumt »kleinere Mängel« ein. In einer Schublade habe sich vom Vorabend Kaffeesatz angesammelt, die Eismaschine sei auch nicht in Ordnung gewesen.

Er mache keine halben Sachen, sagt Seto, deshalb wird die Küche jetzt komplett erneuert: Handwerker haben den kleinen Raum hinter der Theke entkernt, neue Abflüsse und Stromleitungen werden gelegt, neue Fliesen, Elektrogeräte und ein Pizzaofen werden eingebaut. Im vergangenen Jahr musste der Wirt, der das Restaurant seit 21 Jahren betreibt, schon einmal für ein halbes Jahr schließen, wegen Wasserschäden im oberen Stockwerk. Die Kosten habe er selbst tragen müssen, obwohl er nicht Eigentümer des Gebäudes ist. Aber auch im Erdgeschoss gibt es diese Schäden, wie sich nun zeigt. Bei den Abflüssen sei früher »viel Mist gebaut« worden, sagt der Bauleiter. Falsche Rohre wurden verlegt, woraufhin das vor der Außenwand am Seebach stehende Kühlaggregat im Boden absackte. Auf dem schmalen Streifen Land sollen ebenfalls Fliesen verlegt und eine Pallisade gebaut werden, eine neue Feuertür wurde bestellt.

Setos Mitarbeiter haben auch gleich den Seebach entlang des Restaurants gesäubert, was eigentlich Aufgabe der Stadt wäre. »Die Leute, die oben vorbeilaufen, sehen den Müll im Bach und denken, das wäre von uns«, sagt der Wirt. Holzpfähle, Regenschirme, Schrott und Felsbrocken wurden aus dem Bachbett geholt. Seto wundert sich, warum die Stadt den Zugang zum Bach an der kleinen Brücke nicht absperrt, so wie gegenüber am Gelände der Colorado Ranchers, wo ein grüner Metallzaun aufgestellt wurde. Seto aber musste sich selbst behelfen.

Für den Wirt bedeutet die Schließung einen enormen Einnahmeverlust. Seto spricht von einer existenzbedrohenden Lage. Um wieder Boden unter den Füßen zu bekommen, investiert er. »Wir haben hier im Winter sechs Monate lang eine harte Zeit, die wir im Sommer, wenn’s warm ist, ausgleichen müssen.« Der »Kühle Grund« hat seinen Namen nicht umsonst. Während der gerade zurückliegenden Hitzeperiode aber suchten viele Friedberger und auch Gäste von außerhalb den schattigen Ort mit den vielen Pflanzen auf, wo die Temperaturen noch einigermaßen erträglich waren. »Im Biergarten fühlen sich unsere Gäste wie im Urlaub«, sagt Seto.

Die Küche im »Kühlen Grund« ist sehr klein. Ein fest angestellter Koch arbeitet hier, im Service sind im Sommer Aushilfskräfte beschäftigt. Seto nennt sein Restaurant Bistro, aufgrund der Platzverhältnisse habe es bislang lediglich Pizza, Salate und Nudeln gegeben. »Wir haben keine großen Lagermöglichkeiten, deshalb verarbeiten wir nur frische Produkte, was die Gäste sehr schätzen.« Die neue Küche biete mehr Möglichkeiten, sagt der Gastwirt. Künftig werde man auch andere Gerichte zubereiten können, »von der Kalbsleber bis zum Carpaccio«.

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Artikel vom 29.07.2010 - 02.00 Uhr
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