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»Flugreisende springen nicht ins kalte Wasser«

Artikel vom 23.02.2010 - 02.00 Uhr

»Flugreisende springen nicht ins kalte Wasser«

Friedberg/Bad Nauheim (jw). Von »teilweise chaotischen Zuständen« an den deutschen Flughäfen war gestern die Rede: Wegen des Pilotenstreiks fielen bundesweit die Hälfte aller Lufthansa-Flüge aus, es herrscht Ausnahmezustand. In Frankfurt zählt die Lufthansa gewöhnlich 390 Abflüge mit etwa 38 000 Passagieren pro Tag, am ersten Streiktag war von gerade einmal 140 Starts die Rede.
Ab in den Süden? Mit der Lufthansa ist das zurzeit etwas schwierig. Thomas Keil und seine Kollegen in den Reisebüros müssen aufg
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Ab in den Süden? Mit der Lufthansa ist das zurzeit etwas schwierig. Thomas Keil und seine Kollegen in den Reisebüros müssen aufgrund des Pilotenstreiks nach Alternativen suchen. (Foto: nic)
Die Auswirkungen auf die heimischen Reisebüros waren am Montag unterschiedlich. Hieß es in dem einen Reisebüro, man habe aufgrund des großen Kundenverkehrs gerade keine Zeit für ein Gespräch, so erfuhr man andernorts, es gebe keine besonderen Vorkommnisse, das Geschäft laufe wie gewohnt.

Welche Auswirkungen es für den Einzelnen hat, wenn die Kranich-Linie »flügellahm« ist, schildert Thomas Keil, Verkaufsbüroleiter des TUI-Reisecenters in Friedberg. Zwei Kunden wollten am Donnerstag nach Florida fliegen, um dort eine Kreuzfahrt zu beginnen. Die Flüge fallen aufgrund des Streiks aus. »Wir müssen jetzt eine Alternative finden, damit die Kreuzfahrt nicht platzt«, sagt Keil. Ein Non-Stop-Flug, wie ursprünglich geplant, sei nun nicht mehr möglich, gestern wurde noch eifrig nach einer Alternative gesucht. Keil: »Der Streik macht uns viel Arbeit, die Kunden haben dafür wenig Verständnis.« Ärgerlich sei, dass die Piloten vier ganze Tage streiken wollten.

Aber nicht nur Fernreisen müssen annulliert werden, auch im innerdeutschen Verkehr gibt’s Probleme. Keil: »Der Umstieg auf die Bahn ist nicht immer möglich. Wenn die Kunden noch am Abend zurück wollen, klappt das nicht.« Werden Flüge abgesagt, dann erhalten die Kunden, sofern sie nicht umbuchen, ihr Geld zurück. Viele Reisenden hätten sich aber rechtzeitig auf die Situation eingestellt, sagt Jochen Heinrich, Büroleiter des TUI-Reisecenters in Bad Nauheim: »Die Kunden haben letzte Woche bereits umgebucht, die Situation wurde ja rechtzeitig bekannt gegeben. Das war kein ›Sprung ins kalte Wasser‹.« Außerdem, ergänzt Rüdiger Brand vom Reisebüro Thomas Cook in der Kurstadt, habe die Lufthansa rechtzeitig Informationen ausgegeben, darunter auch Infoschreiben für die Kunden. »Von Seiten der Lufthansa ist das sehr gut organisiert, nur telefonisch kommt man zurzeit dort nicht durch.« Brand hatte zwei Pärchen als Kunden, die vom Streik unmittelbar betroffen waren, weil sie Fernreisen in die USA gebucht hatten. Vergangene Woche bereits habe sich abgezeichnet, dass beide Lufthansa-Flüge ausfallen werden. Im einen Fall habe man einen früheren Termin für die Flugreise gefunden, im anderen Fall findet die Reise nun am nächsten Wochenende statt. »Probleme gab es dabei nicht«, sagt Brand.

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Artikel vom 23.02.2010 - 02.00 Uhr
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