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Fluglärm: Kreis sind die Hände gebunden

Artikel vom 03.02.2012 - 12.38 Uhr

Fluglärm: Kreis sind die Hände gebunden

Wetteraukreis (prw/hed). Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hat der Ausschuss für Regionalentwicklung des Kreistags am Montag mit der Deutschen Flugsicherung über Fluglärm gesprochen.

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Zankapfel Fluglärm: Der Kreis fordert nun ein Mitspracherecht. (Archivfoto: dpa)
Aus der Pressemitteilung aus dem Kreishaus geht hervor, dass der Wetteraukreis bislang keine Möglichkeit hat, auf die Flugrouten Einfluss zu nehmen. Das will Landrat Joachim Arnold ändern.

Auf Anregung von Erich Spamer (FW) und Stephan Flindt (Piraten) sollte im Ausschuss geklärt werden, wie sich die geänderten Flugrouten und die neue Landebahn auf den Luftfahrtverkehr über der Wetterau auswirken. Dabei hatten Gregor Thamm und Christian Zwiener vom Umweltmanagement der Deutschen Flugsicherung keinen leichten Stand. Zu der Sitzung am Montag eingeladen waren auch Vertreter der Wetterauer Kommunen, die von dem Angebot Gebrauch machten und sich aus erster Hand zum Thema Fluglärm informierten. Gleichwohl war die Sitzung nichtöffentlich – das hatte die Flugsicherung zur Bedingung gemacht.

Für 2008, so Thamm und Zwiener, wurden am Frankfurter Flughafen 400 000 Flugbewegungen, Starts und Landungen registriert. Im Jahr 2020 soll diese Zahl auf 700 000 steigen, das wären rund 2000 Flugbewegungen pro Tag. Das sei auch der wesentliche Grund für den Bau der Nordwest-Landebahn gewesen. Mit der Inbetriebnahme im vergangenen November seien die derzeit 90 Flugbewegungen pro Stunde gut und ohne Warteschleifen für die Flugzeuge zu bewältigen, betonten die Experten. Wie es im Jahr 2020 bei dann stündlich 126 Flugbewegungen aussehen, könne gleichwohl niemand vorhersagen.

Bei der Frage der Flugrouten kommt der Fluglärmkommission, in der unter anderem Vertreter der von Fluglärm betroffenen Kommunen sitzen, eine zumindest beratende Rolle zu. Der Wetteraukreis ist nicht Mitglied, da er nach der bisherigen Lesart kaum betroffen ist. Da sich dies geändert habe, fordert Landrat Joachim Arnold, dass der Wetteraukreis hier künftig mitwirkt. Zwar habe der Kreis seine Ansprüche bislang nicht geltend machen könne, bestätigte Thamm, letztlich aber lege das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung die Flugrouten fest.

Thamm räumte ein, dass mit der Steigerung des Flugverkehrs auch der Lärm steigt. Hier gebe es eine intensive Diskussion über die Optimierung der An- und Abflüge, insbesondere des Sinkflugs. So soll das so genannte CDA-Verfahren (Continuous Descent Approach; kontinuierlicher Sinkflug) den Fluglärm reduzieren. Dieses Verfahren sei allerdings nur in Zeiten relativer Verkehrsarmut anwendbar, bei Anflügen mehrerer Flugzeuge sei der kontinuierliche Sinkflug wegen der notwendigen Sicherheitsabstände nicht mehr durchführbar, so die beiden Referenten.



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Artikel vom 03.02.2012 - 12.38 Uhr
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Leserkommentare
(05.02.2012 09:50)
lies ab
Wenn wir ehrlich sind........
..........ist der stetig ansteigende Fluglärm auch von uns "hausgemacht". Es muß ja alles sein: Mal kurz zum Shopping nach NY, drei Tage Ballermann auf Malle und das natürlich zum Schnäppchentarif. Und auch der Strauß Rosen beim Discounter für 1.99 wird gerne genommen. Diese Blumen kommen vornehmlich aus Afrika und werden logischerweise auch in riesigen Cargomaschinen zu uns transportiert. Weniger Lärm- und Umweltbelastung wird nur mit einem Umdenken von uns allen möglich sein. Aber da fehlt mir noch der Glaube........
(03.02.2012 21:59)
noname999
Flugweg ist nicht wählbar
Es ist unumstritten, dass durch die Erweiterung des Flughafens Belastungen auf Anwohner nah und fern des Flughafens mehr werden. Natürlich ist dies fÜe die Betroffenen schlimm und eine entsprechende Hilfe muss, wie vereinbart, rechtzeitig gestellt werden.
Flugzeuge sind leider keine Hubschrauber und können senkrecht über ihrem Bestimmungsort starten und landen um so den Lärmteppich so klein wie nur möglich zu halten.
Den Ausführungen des vorigen Kommentars muss ich aber deutlich widersprechen: der Flugweg kann keinesfalls nach Gutdünken der Piloten gewählt werden, sondern wird durch die Flugsicherung und den Anflugrouten vorgegeben. Immer: Ausnahmen gelten nur im Fall von gravierenden Wettererscheinungen wie Gewitter und einer Luftnotlage des Flugzeugs. Möglichst schnell nach dem Start an Höhezu gewinnen, und den Lärm als gering als möglich zu halten, ist eine der Kernabsichten der Piloten. Jedoch ist das aufgrund der Struktur der Ab- und Anflugrouten nicht immer möglichund so erscheint der Eindruck, dass Flugzeuge böswillig niedrige Flughäfen einhalten. Man muss bedenken, der restriktive Verkehr, den ein abfliegendes Flugzeug am Steigen hindert, kann man sogut wie nie vom Boden aus sehen.
Natürlich sieht man oft Flieger der Kranichlinie, ganz klar da Frankfurt die Heimatbasis ist - nebenbei einem der größten Arbeitgeber im Großraum Rhein-Main. Gleiches würde ein Londoner Bürger über British Airways auch sagen, da diese dort beheimatet sind.
(03.02.2012 18:14)
Verbalist
Fluglärm nimmt zu
Seit dem 15. Januar 2012 kreuzt vor allem Lufthansa von Süd nach Nord und West in 40 km Entfernung vom Flughafen mit konstanten Höhen/Tiefen zwischen 500 und 1200 Metern über die Region (ohne Steigungsabsicht!) - zwar alle 2 Minuten - wie an einer Perlenschnur aufgereiht - von morgens um 5 bis in die Nacht.
Dies ist eine Katastrophe für die gesamte Region! Die Flugtiefen wurden von der DSF so drastisch gesenkt, dass nun entlang des Taunus drei- bis vierschichtige Routen übereinander geflogen werden können.
Tiefste Lage und Route 1 = ca. 500 Meter, dann folgt Route 2 darüber mit etwa 1000 Metern, darüber liegt Route 3 mit ca. 2000 Metern und darüber sitzt dann die Fernroute (Tag und Nacht) mit 3000 Metern und mehr.
Hier geht es nicht mehr um Landeanflüge oder um Take-Offs - hier ist eine vierstöckige Luftautobahn - Tag und Nacht und nur noch Lärm...
Und - die hier wohnen, sind in dieser Entfernung vom Flugahfen ohne jegliche Rechte (Auskunft der DFS), da die Piloten fliegen dürfen wo sie wollen (Streuung)
Hier - 40 km entfernt von Ffm - herrscht inzwischen reinstes Flugwildwest.
Die ganze Region wird systematisch und von Woche zu Woche und dies ganz bewusst mit mehr Flugbewegungen bedacht, damit alles in 2013 perfekt sitzt, wenn der Flughafenausbau weiter fortschreitet und die Anzahl der Flugzeuge über der Region sich verdoppelt.
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