Friedberg (ütz). Seit Dienstag läuft der Verkauf der Feuerwerksartikel für Silvester, und dabei deutete sich an, dass die Finanzkrise keine Auswirkungen auf die Lust der Bevölkerung auf Raketen, Feuerwerksbatterien, Chinakracher und Co. hat.
In großen Truhen stapeln sich die unterschiedlichsten Feuerwerksartikel; aus Sicherheitsgründen aber nie mehr als 200 Kilo im Verkaufsraum. (Foto: Schütz)
Ein großer Ansturm zum Auftakt wurde zwar nicht verzeichnet in den Discountern, Märkten oder Kaufhäusern. Aber immerhin: »Es herrscht normaler Betrieb, nicht mehr als im letzten Jahr, aber auch nicht weniger«, berichtete der Geschäftsleiter des Kaufhauses Joh, Heinrich Bühler, auf WZ-Anfrage. Der stellvertretende Leiter des Toom-Baumarkts, Frank Theml, bestätigte dies. Er glaubte aber, dass ein erster Run wohl am Spätnachmittag einsetzen werde. Trotzdem, so Theml bereits am Vormittag: »Wir sind permanent am Nachfüllen.« So war es auch beim Kaufhaus Joh. Ruhig ließ sich das Geschäft bei Edeka Neukauf neben dem Toom-Baumarkt an. Man habe aber auch eher ein älteres Publikum, das nicht so sehr zu Knallkörpern greife, war dazu vom Personal zu erfahren.
Wenn auch die Raketensortimente in den vergangenen Jahren immer mehr zu werden scheinen: Ausgesprochene Renner, die die anderen Feuerwerksartikel ausstechen, gebe es nicht, berichteten Bühler und Theml unisono. Allerdings ist der Trend zu den Batterien, die entweder Leucht- oder Knallkörper in Serie in den nächtlichen Silvesterhimmel abfeuern, unübersehbar. »Das ist schon in den letzten Jahren ganz gut gelaufen, und das wird auch wieder so«, sagte Bühler.
Was es bei ihm schon seit zwei, drei Jahren nicht mehr gebe, seien die klassischen Knallfrösche, die wie wild auf der Straße umherhüpfen, Kanonenschläge und Heuler, berichtete Theml. Dafür sind heulende Raketen angesagt. »Eigentlich aber wird alles gut gekauft, auch die Tischfeuerwerke.« Die Artikel sind beim Toom-Baumarkt zu Preisen zwischen 4 und 25 Euro zu haben. Dass immer weniger sehr teure Raketensortimente verlangt werden, bestätigte Bühler: »Über 30 Euro läuft nichts mehr.« Dafür kämen jedes Jahr neue Sortimente mit weiterentwickelten Lichtgebilden auf den Markt: »Das sind zum Beispiel Sachen, die lange am Himmel glühen.«
Auffallend ist, dass sich in den Geschäften die Feuerwerksartikel nicht türmen, sondern in überschaubarem Rahmen in Truhen auf die Kundschaft warten. Das hat einen gesetzlichen Grund: »Es dürfen immer nur 200 Kilo im Geschäftsraum liegen, deshalb muss ja auch dauernd nachgefüllt werden«, sagte Theml. Dafür hat, so Bühler, das Kaufhaus Joh ein Kellerlager, in dem aber auch nur eine bestimmte Menge an Feuerwerksartikeln aufbewahrt werden darf.
Wie dem auch sei: Die Händler hoffen stets auf die beiden ersten Verkaufstage 29. und 30. Dezember. Denn, so Bühler: »An Silvester selbst passiert nicht mehr viel.«