Friedberg (aja). Als einzige Band aus der Wetterau treten die Evil Cavies, Ska-Band aus Friedberg, am 31. Oktober in der Frankfurter Batschkapp gegen sieben weitere Wettstreiter zum »Rock- und Pop-Preis« an. Es ist ein Wettbewerb um die beste hessische Band.
Tobi, Nick, Jerome, Björn, Andi und Matze (v.l.), Gregor spielt im Hintergrund Schlagzeug; Philipp ist wegen seines Studiums im Ausland nicht dabei. (Foto: pv)
Die achtköpfige Gruppe besteht aus Jerome (Gesang und Gitarre), Nick (Bass), Tobi (Orgel), Gregor (Schlagzeug), Philipp, Björn (beide Trompete), Andi und Matze (beide Posaune). Die Jungs zwischen 24 und 29 Jahren machen nicht nur Musik zusammen, sondern sind gute Freunde. Zwar sind sie aufgrund von Arbeit und Studium derzeit auf ganz Deutschland verteilt, aber sie verpassen keinen Moment, um gemeinsam auf Konzerten zu spielen.
Wie sie sagen, haben sie vor allem eine Mission: den Ska gesellschaftsfähig zu machen. Mit Ska wagen sich die Acht an eine Musikrichtung heran, die kaum dem allgemeinen Trend entspricht, und doch ist sie eingängig. Ska ist eine heitere Tanzmusik, die Melodie klingt fröhlich, was aber nicht bedeutet, dass die Texte nicht auch ernst sein können.
Bestimmt ist die Musik durch seine Trompeten- und Posaunenklänge, die in modernen Rock- und Pop-Songs nur selten Einzug halten. Warum also haben sich die acht Jungs für Ska entschieden? »Wer zum ersten Mal Ska hört, ist in der Regel von den sehr ungewohnten Klängen fasziniert. So war es auf jeden Fall bei mir. Ska ist wie Rock 'n' Roll, nur witziger und charmanter«, lacht Gregor. Auf der Bühne tragen die Jungs, adrett gekleidet, Hosen und Hemden in schwarz und weiß. Sie sehen ein wenig aus wie ein Spielmannszug, aber rocken jede Bühne und animieren das Publikum zum Tanzen.
Seit 2004 gibt es die Evil Cavies, und bisher haben sie über 80 Konzerte in ganz Deutschland gespielt. Unter anderem traten sie auf dem Museumsuferfest in Frankfurt, auf dem Open-Flair-Festival in Eschwege, auf dem Afrika-Karibik-Festival in Aschaffenburg auf und nahmen am Bundesfinale des Local-Heroes-Contests in Magdeburg teil.
Der Fleiß auf den Bühnenbrettern ermöglichte es der Band, bereits zwei Alben in einem Tonstudio aufzunehmen. Das Geld von den Konzerten geht direkt in ein neues Album. Bald erscheint auch schon die dritte Platte. Zwölf Songs werden drauf sein, und klingen wird es abwechslungsreicher als die ersten zwei Alben. Musikalische Einflüsse aus Funk und Reggae sind zu hören. »Im Frühling kommenden Jahres wollen wir es fertig haben«, sagt Jerome. »Wir können zwar allein von der Musik nicht leben, aber die vielen Konzerte ermöglichen es uns, in einem professionellen Studio ein Album zu produzieren«, berichtet Tobi. Und das sei ein Geschenk von der Band an alle Freunde und Fans, die zu den Konzerten gehen und den Evil Cavies tat- und tanzkräftig zur Seite stehen. Eine Belohnung für die Band selbst ist so ein Studio-Album natürlich auch, und die Feinarbeit an jedem einzelnen Ton lassen sich die Jungs nicht nehmen. Im LFT-Tonstudio nehmen sie derzeit auf und arbeiten gemeinsam mit Marc Bugnard an den Liedern. »Da kann es schon mal vorkommen, dass wir uns eine halbe Stunde an einem einzigen Ton aufhalten und mit Marc alles ausdiskutieren, denn wir wollen, dass es perfekt wird«, so Nick.
Die Hessenauswahl für den »Deutschen Rock- und Pop-Preis« Ende Oktober findet bereits zum 28. Mal statt und war schon Sprungbrett für die Bands Juli und PUR. Die Sieger des Contests dürfen sich am 11. Dezember mit den besten Bands aus ganz Deutschland in Wiesbaden messen.