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Christian Brost übernimmt im »progressiven Hessen«

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Artikel vom 10.01.2017 - 15.00 Uhr

Christian Brost übernimmt im »progressiven Hessen«

Friedberg (har). Mit Jahresbeginn begann für Christian Brost ein neuer Lebensabschnitt. Der 30-Jährige ist jetzt als Pfarrer im Probedienst Inhaber der Pfarrstelle in den beiden evangelischen Kirchengemeinden Fauerbach und Ossenheim. Sein Wechsel hat auch persönliche Gründe:. Brost macht keinen Hehl aus seiner Homosexualität.

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Auf zum neuen Job: Christian Brost an der Eingangstür der Fauerbacher Kirche.
© Harald Schuchardt
Zuvor war er zwei Jahre als Vikar im rheinhessischen Heidenheim tätig. Die Menschen in Hessen seien bezüglich Homosexualität nicht so konservativ wie in Baden-Württemberg, wo er früher tätig war.

»Ich freue mich sehr auf die Arbeit«, sagt Brost beim WZ-Besuch im Fauerbacher Pfarrhaus. Die Wohnung wird er allerdings nicht beziehen. Sein Vorgänger Norbert-Hans Kirr wird dort mit seiner Frau weiter wohnen. In zwei bis drei Wochen wird Brost mit seinem Partner, mit dem er seit einem Jahr zusammenlebt, ins Ossenheimer Pfarrhaus einziehen. Der Umzug sollte eigentlich schon vollzogen sein, doch die Renovierungsarbeiten dauerten etwas länger als geplant. Um nicht ständig zwischen seinem momentanen Wohnort Heidesheim und Ossenheim pendeln zu müssen, wohnt er derzeit bei einer Kollegin im Pfarrhaus in Oberstedten.

Brost ist zwar in Bad Soden im Taunus geboren, aber nur »weil mein Vater damals in Frankfurt arbeitete«. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er im schwäbischen Bietigheim-Bissingen, der Heimat seiner kirchlich orientierten Eltern. Das Schwäbische hat er sich fast ganz abgewöhnt, nur wenn er »Landsleute« trifft, bedient er sich noch des Dialekts. Schon früh besuchte er den Kindergottesdienst und war danach in der Kinder- und Jugendarbeit sowie als Lektor tätig. Schon vor dem Abitur stand für ihn fest, Theologie studieren zu wollen.

In der württembergischen Kirche ist dieses Studium erst nach einem Praktikum möglich, das Brost sieben Monate lang in Los Angels in einer Kirchengemeinde der »United Church of Christ«, der Patenkirche der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau (EKHN) absolvierte. Während seines Studiums in Heidelberg war er weitere zwei Jahre in den USA, dieses Mal an der renommierten Yale University in New Haven.

Nach dem Abschluss des Studiums entschloss sich Brost zum Wechsel von der württembergischen Landeskirche hin zur EKHN. »Diese Landeskirche ist wesentlich progressiver und lebendiger als die doch eher etwas konservativere württembergische.« Vor allem die kirchliche Struktur und der Gottesdienstaufbau der EKHN gefallen ihm. Mitgespielt bei der Entscheidung zum Wechsel der Landeskirche hat auch seine Homosexualität. Brost: »Das war sicher nicht der ausschlaggebende Punkt, aber in Württemberg sind die Menschen konservativer und teilweise sehr fromm. Hessen ist da viel liberaler.« Den Vorschlag der EKHN, sich auf die gemeinsame Pfarrstelle für Fauerbach und Ossenheim zu bewerben, nahm er gerne an. »Mein Partner arbeitet als Volontär bei einer Frankfurter Werbeagentur, das passt auch räumlich.«

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Artikel vom 10.01.2017 - 15.00 Uhr
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