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Burggarten eröffnet: Das ruhige Idyll zur geschäftigen Kaiserstraße

Artikel vom 09.04.2010 - 21.08 Uhr

Burggarten eröffnet: Das ruhige Idyll zur geschäftigen Kaiserstraße

Friedberg (jw). »Erst Burggarten, dann Schlossgarten, heute Bürgerpark« – mit diesen Worten eröffnete Bürgermeister Michael Keller am Freitagabend den sanierten Burggarten. Der »größte Balkon Friedbergs« sei »noch nie so schön wie heute« gewesen, sagte Keller. Der Eigentümer, das Land Hessen, hat in das Projekt rund 1,1 Millionen Euro investiert.
»Midde en Groawe un drumerum / Kißwääk fer’sch wandelnde Publikum / Blume im Beet, hier und dort en Baam / Manchmal exotis
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»Midde en Groawe un drumerum / Kißwääk fer’sch wandelnde Publikum / Blume im Beet, hier und dort en Baam / Manchmal exotisch, demehrscht von dehaam«, dichtete Wilhelm Konrad Philipps 1929 über den »Boarggoarde«, den Bürgermeister Keller gestern eröffnete. (Fotos: nic)
Zur Eröffnung werden Führungen und eine Feuershow angeboten, der Burggarten ist künftig täglich außer montags von 10 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet. Begrüßt von einem Ensemble der Musikschule, waren rund 200 Gäste zur Eröffnungsfeier erschienen. Keller begrüßte unter anderem Landrat Joachim Arnold, die städtischen Gremien mit Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender an der Spitze, Vertreter von Burggymnasium und Finanzamt (»Welche Schule, welches Finanzamt hat schon einen solchen Campus oder einen solchen Vorgarten?«), von Vereinen, vom Hessischen Immobilien- und Baumanagement, von der Kulturregion Frankfurt/Rhein-Main, von Firmen, die an der Sanierung beteiligt waren sowie Burgbewohner und diejenigen, denen der Burggarten »gehört«: die Bürger der Stadt.

»Ein markantes und prägendes Ensemble«

Der Burggarten in Zahlen liest sich so: rund 380 Meter lang, zwischen 20 und 55 Meter breit, das macht 14 000 Quadratmeter Fläche, dazu kommen die von der Stadt gepachteten Flächen am Burghang, dem Hirschgraben und die Osterglockenwiese, alles zusammen rund 40 000 Quadratmeter. Doch der Burggarten, neben der Seewiese die größte Grünanlage der Stadt, sei mehr als diese nackten Zahlen, betonte Keller: nämlich ein markantes und prägendes Ensemble, das sich aus der Usaaue über den Basalt und die spätmittelalterlichen Befestigungsmauern in die Höhe zieht und seine Bekrönung im derzeit leicht geknickten Adolfsturm findet; und er sei »das ruhige Idyll zur geschäftigen Kaiserstraße«.

Die Friedberger hätten Geduld aufbringen müssen, sagte Kai Uwe Müller vom Hessischen Immobilienmanagement. 2004 gab es erste Gespräche zwischen Land und Stadt über die Sanierung des Burggartens, nun ist das Werk vollendet, und die Geduld hat sich gelohnt. Davon konnten sich die Gäste nach den Ansprachen bei fünf gleichzeitigen Führungen überzeugen. Neue Wege und Hänge, eine neue Lindenallee, klare Strukturen und dank der Rodungen am Burgberg gleich eine ganze Reihe von traumhaften Ausblicken in die Umgebung – das erwartet die Besucher. Bis in den Oktober ist im Burggarten die Ausstellung »Bald kommt der Zar, Hurrah, Hurrah...!« zu sehen, 25 Ständer mit rund 80 Fotos und erläuternden Texten über den Zarenbesuch in Friedberg vor 100 Jahren. Auch die Geschichte des Burggartens wird erläutert, und es werden Texte von Schriftstellern wie Fritz Usinger, Alexander Blok oder Jens Baggesen präsentiert, die den Burggarten zum Inhalt haben.

Bei der künftigen Nutzung der Gartenanlage sollen die Bürger mitreden. Keller forderte alle Friedberger auf, Ideen an die Stadt heranzutragen, um das Gartendenkmal zu einem touristischen Anziehungspunkt zu machen.

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Artikel vom 09.04.2010 - 21.08 Uhr
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