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Autohändler: Umsatzeinbrüche trotz höherer Verkaufszahlen

Artikel vom 12.02.2010 - 12.20 Uhr

Autohändler: Umsatzeinbrüche trotz höherer Verkaufszahlen

Friedberg/Bad Nauheim (buc). Die Abwrackprämie ließ die Herzen vieler Autofahrer höher schlagen. Verlockend war das Angebot des Bundes, jedem 2500 Euro zu zahlen, der sein mindestens neun Jahre altes Auto verschrotten ließ und sich dafür einen fabrikneuen Wagen oder alternativ einen Jahreswagen zulegte. Seit September 2009 wird die Abwrackprämie nicht mehr gezahlt, weil die dafür bereitgestellten Mittel aufgebraucht waren. Ein halbes Jahr ist seitdem vergangen. Zeit, Bilanz zu ziehen.
Der BMW-Händler Dörr und Hess in Friedberg: Hier wie auch in den anderen Autohäusern erwartet man ein schwieriges Jahr 2010. 	(F
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Der BMW-Händler Dörr und Hess in Friedberg: Hier wie auch in den anderen Autohäusern erwartet man ein schwieriges Jahr 2010. (Foto: Nici Merz)
Die WZ hat Friedberger und Bad Nauheimer Autoverkäufer gefragt, wie ihre Erfahrungen mit der Abwrackprämie waren, wie das Geschäft seitdem läuft und wie ihre Zukunftsaussichten sind.. Anders als die Herzen ihrer Kunden schlugen und schlagen die Herzen der befragten Händler deutscher Fabrikate nicht höher, sondern bestenfalls schneller - jedoch nicht unbedingt vor Glück. Wie auch im Bundestrend haben von der Abwrackprämie insbesondere das Kleinwagensegment und ausländische Hersteller profitiert. Die hier ansässigen Verkäufer von den deutschen Marken BMW, Audi, VW und Mercedes berichten von Rabattschlachten und Unterbietungswettbewerben, die sie nicht immer mitmachen konnten. Allen Befragten gemein ist die Erwartung von einem schwierigen Geschäftsjahr.

»Dieses Jahr wird schwierig«, spricht der Neuwagen-Verkaufsleiter beim Friedberger BWM-Händler Dörr und Hess im Industriegebiet Süd, Meikel Eley, aus, was bundesweit und auch in den hiesigen Autohäusern zu erwarten ist. Die »Einschläge« kämen auch in der Wetterau näher. Wie die WZ berichtete, musste der Bad Nauheimer Renault-Händler Brückbauer Insolvenz anmelden. Angesichts der allgemein schwierigen wirtschaftlichen Lage verwunderte dies nicht. Der von offizieller Seite auch »Umweltprämie« genannte Verschrottungsanreiz für Altautos trug allerdings auch dazu bei, dass das Jahr 2010 zur Zitterpartie für den einen oder anderen Vertragshändler wird.

Gebrauchtwagengeschäft als Sorgenkind

Speziell das Gebrauchtwagengeschäft dürfte ein Sorgenkind werden. Einen »enormen Preisverfall« von 12 Prozent des Restwerts gab es nach den Worten von Andreas Feyh bei jungen Gebrauchtwagen. Er gehe nicht davon aus, dass das Niveau von vor der Abwrackprämie wieder erreicht wird. Bestenfalls werde im kommenden Jahr die Hälfte des Restwertverfalls aufgeholt. Es seien zu viele Fahrzeuge in den Markt gepumpt worden, begründet Feyh seine Einschätzung. Diese Übersättigung mit Neuwagen wirke sich mit Verzögerung dann auch auf den Gebrauchtwagenmarkt aus.

Von guten Verkaufszahlen berichtet der Pkw-Vertriebsleiter des Mercedes-Händlers Dr. Vogler in Friedberg, Reinhard Körle. »Das Jahreswagengeschäft war ein Renner und unser Spitzengeschäft.« Auffällig sei zudem gewesen, dass mancher Kunde eine Klasse tiefer eingekauft habe - also beispielsweise von der E-Klasse auf die D-Klasse umgestiegen sei.

Bei den Neuwagen dagegen habe es kaum Auslenkungen gegeben, so der Mercedes-Verkäufer. Bestenfalls 4 Prozent der Kunden hätten sich auf Grund der Abwrackprämie für einen Neuwagen entschieden. Die Rezession des vergangenen Jahres und die Kaufzurückhaltung der Kunden seien aber auch an ihnen nicht spurlos vorbeigegangen.



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Artikel vom 12.02.2010 - 12.20 Uhr
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