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Angst vor der Rutsch-Rampe

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Artikel vom 07.01.2017 - 20.00 Uhr

Angst vor der Rutsch-Rampe

Friedberg (agl). Wer kennt das nicht? Der Zug steht schon abfahrbereit auf dem Gleis man rennt sich die Lunge aus dem Hals, um noch rechtzeitig in den Waggon zu springen. Das kann böse enden, wenn der Weg zum Zug glatt ist. So wie am Donnerstag am Bahnhof Bruchenbrücken. Wolfgang Philippi schildert die Lage.

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Die Rampe führt zum Bahnsteig, an dem die Züge in Richtung Frankfurt abfahren. Bei Glätte sieht Wolfgang Philippi den Weg als Gefahrenzone – auch wegen des Geländers.
© pv
Wenn sich einer mit Eis auskennt, dann wohl Wolfgang Philippi. Der Bruchenbrückener betreibt einen Hausmeisterservice und muss demzufolge auch dem Glatteis auf die Pelle rücken. Glätte ist derzeit weit verbreitet, der Bahnhof in Philippis Heimatdorf bildet da keine Ausnahme. Dieser Umstand bringt den 53-Jährigen auf die Palme – was wiederum mit der Rampe zusammenhängt, die auf den Bahnsteig hinunterführt, an dem Züge Richtung Frankfurt losfahren.

Am Donnerstagmorgen war Philippi in aller Herrgottsfrühe selbst im Einsatz, versah bereits um 4.30 Uhr gemeinsam mit einem Mitarbeiter Winterdienst bei Kunden in Friedberg. Bis etwa 7.30 Uhr gingen die beiden zu Werke.

»Somit kam ich gerade rechtzeitig zurück, um meine Frau zum Bruchenbrückener Bahnhof zu fahren, von wo sie mit der Bahn nach Frankfurt zur Arbeit fährt. Wie schon wiederholt in den vergangenen Jahren war auch an diesem Tag kein Winterdienst rund um den Bruchenbrückener Bahnhof ausgeführt. Die Rampe zum Bahnsteig in Abfahrt Richtung Frankfurt war mit einer dicken Eisschicht überzogen«, beschreibt der 53-Jährige die Lage. »Wie mit Zuckerguss überzogen von oben bis unten.«

Seine Lebensgefährtin habe der Bahn in Frankfurt schon des öfteren den Zustand gemeldet. »Wir wohnen seit fünf Jahren hier, und seit fünf Jahren ist der Zustand so«, sagt Philippi. Auch er selbst habe an diesem Tag bei der Bahn angerufen und den Zustand des Bahnhofs bemängelt. »Mir wurde mitgeteilt, dass es Dienstleister gibt, die von der Bahn dafür bezahlt werden, die Bahnhöfe schnee- und eisfrei zu halten.« Die Dame habe ihm versichert, dass sie umgehend eine Firma damit beauftrage, den Zustand in Ordnung zu bringen, blickt Philippi zurück. Er habe am Donnerstag im Stundentakt den Bahnhof besucht und Bilder gemacht. Der Zustand habe sich nicht geändert, erst um 10 Uhr habe die Sonne dafür gesorgt, dass »das Problem sich langsam auflöste«. Philippi weiter: »Ich habe bei der Bahn in Frankfurt vier Mal angerufen, die Dame hat mir jedes Mal versichert, dass sie eine Notdienstfirma zu dem Bahnhof schicken würde, die sich der Problematik annehmen würde.«

Beim nächsten Mal werde er sich ans Bahngleis stellen und Unterschriften sammeln, sagt Philippi – »von allen, die diesen Missstand nicht mehr weiter hinnehmen möchten«. Er geht davon aus, dass es an Zuspruch nicht mangeln würde: »Da kriege ich 200 Unterschriften in einer Stunde locker zusammen.«

Kinderwagen-Szenarien

Schließlich hätten sich die Leute bei der Glätte am Donnerstag am Geländer entlang gehangelt. »Ich habe jedem gesagt, rufen Sie mal bei der Bahn an und lassen Sie sich das nicht gefallen«, sagt Philippi. Er hält die Rampe für das größte Problem. Zum einen wegen der Schräge, zum anderen wegen des Geländers mit nur einer Querstrebe. Philippi befürchtet da folgendes Szenario: Eine Frau mit Kinderwagen rutscht weg und samt Kinderwagen den Weg hinunter oder aber der Kinderwagen kippt um und das Kind fällt durchs Geländer den Hang hinunter.



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Artikel vom 07.01.2017 - 20.00 Uhr
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Leserkommentare
(08.01.2017 12:01)
MikeW
Zuständigkeiten
Es fängt ja schon damit an dass es unterschiedliche Zuständigkeiten gibt. Z.B war morgens am Bahnhof Groß-Karben zwar die Straße nicht glatt, dafür gab es auf dem Parkplatz in der Nähe des Bahnhofsgebäudes durchaus glatte Stellen. Auf den Bahnhöfen in Richtung Frankfurt haben die Informationsdisplays vor glatten Bahnsteigen gewarnt. Das Problem ist wohl dass die beauftragten Dienstleister an solchen Tagen reichlich zu tun haben und nicht überall gleichzeitig sein können, dann dauert es eben eine Weile. Was waren das noch für Zeiten als es an jedem Bahnhof Personal der Bundesbahn gab...
(07.01.2017 22:20)
Rechner
Viel Zeit
hat da wohl jemand. Stündlich hinzufahren, dauernd anzurufen.
Er braucht wohl noch weitere Kunden.
Ich vermisse den Hinweis "Werbung" über dem Artikel.
(07.01.2017 21:26)
Peter Hartung
...außer man tut es.
Wir teilen mit unseren Nachbarn im Haus etwa 100 Meter abschüssigen Bürgersteig. Über Weihnachten/Neujahr sind sie auf Familienbesuch in Thüringen. Ist doch klar, dass dann der Schneeschieber und die Streuschippe in die Hand genommen und des Nachbars Weg ohne viel zu fragen und telefonieren einfach mit bearbeitet und eisfrei gemacht wird. Warum macht Herr Phillipi soviel "Geschiß" um diese Lappalie. Seine Rechnung kann er ja noch immer an die Bahn schicken. Es gibt nichts Gutes...
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