Friedberg (emh). »Endlich ist es gelungen, die Voraussetzungen für den Rückbau der ans Alte Hallenbad angefügten Fremdkörper zu schaffen«, freut sich Ulrich Lang, Vorsitzender des Hallenbadvereins.
Hans Drechsle (l.) nimmt beim Wetteraukreis den Bauantrag zur Umgestaltung des Alten Hallenbades von Reinhard Wilk und Ulrich Lang an.
Für den im Altstadtsanierungsplan der Stadt vorgesehenen Abbruch der »Jungenumkleide« und des Schornsteins bis zur Kellersohle ist jüngst zwischen der Nassauischen Heimstätte und der gemeinnützigen Gesellschaft Theater Altes Hallenbad mbH eine sogenannte Ordnungsmaßnahmenvereinbarung unterzeichnet worden.
Damit wird der Abriss der in den 60er Jahren errichteten nicht zum historischen Gebäudekern des Jugendstilgebäudes gehörenden Anbauten vollständig aus Sanierungsmitteln gefördert »und damit absehbar realisierbar«, erläutert Lang. Mit der Altstadtsanierung soll neben der Modernisierung von Privatgebäuden auch durch neue kulturelle Einrichtungen ein Beitrag zur Aufwertung des gesamten Gebietes erreicht werden.
Dass die Altstadt durch die vorgesehene Umnutzung des Alten Hallenbades zu einem Raum für kulturelle Veranstaltungen eine Aufwertung und Belebung erfahren werde, ist für beide Vertragsparteien klar. Mit den nach den Wintermonaten vorgesehenen Abrissarbeiten werde sich nach den inzwischen dreijährigen Vorbereitungs- und Planungsarbeiten die Außenansicht des Gebäudekomplexes erstmals sichtbar verändern, so Lang. »Das sollte für die Friedberger und die ganze Wetterau auch ein Zeichen für die Machbarkeit des von manchen skeptisch gesehenen Vorhabens sein und unseren Bemühungen um Unterstützung durch Bürger und Unternehmen Aufwind geben.«
Wie Marc Rohde, Geschäftsführer der für den Umbau gegründeten gemeinnützigen GmbH, ergänzt, sei für die Modernisierung des Hauptgebäudes eine weitergehende Kostenübernahme durch die Altstadtsanierung vorgesehen. »Allerdings können Fördermittel dafür nur in Höhe der sogenannten unrentierlichen Kosten in Anspruch genommen werden.«
»Der Abschluss der Vorarbeiten für den Bauantrag ist ein weiterer Meilenstein unseres leidenschaftlichen Engagements auf dem Weg zur Rettung und Umnutzung des Jugendstilensembles«, sagte Lang am Dienstag, als er gemeinsam mit Reinhard Wilk, dem Beiratsvorsitzenden der gemeinnützigen GmbH Theater Altes Hallenbad, den Bauantrag beim Wetteraukreis einreichte. Er ist das Ergebnis der Planungsgruppe aus Fachingenieuren, die seit 18. August unter Leitung von Dirk Siebel vom mtp-architektenbüro im Zweiwochenrhythmus tagte.
Zu den verschiedenen Gewerken und Fachbereichen sind im Rahmen der Detailplanungen zu dem siegreichen Entwurf Alternativen diskutiert und weitere Spezialisten zu Rate gezogen worden.
»Am Ende sind von den Fachingenieuren alle Fragen geklärt und zu einem genehmigungsfähigen Bauantrag zusammengeführt worden«, erklärte Lang, der erwartet, »dass wir bereits im Frühjahr, wenn die Genehmigung des Gesamtkonzeptes vorliegt, über die bereits genehmigte Entfernung der unzeitgemäßen Anbauten hinaus auch mit der weiteren Umgestaltung des Alten Hallenbades fortfahren können«.