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Vogelausstellung im Senckenberg-Museum

Artikel vom 29.12.2009 - 20.57 Uhr

Vogelausstellung im Senckenberg-Museum

Frankfurt (pm). Wer das Senckenberg Naturmuseum besucht hat, ist auch schon durch den langen Vogelsaal mit seiner bunt gefiederten Vielfalt flaniert und hat dort die Vögel aus heimischen Regionen und von vielen Flecken der Erde gesehen.
Dramatische Szene im Vogelsaal des Senckenberg Museums: Ein Schlangensperber hat eine Echse als Beute, beide Tiere sind Exponate
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Dramatische Szene im Vogelsaal des Senckenberg Museums: Ein Schlangensperber hat eine Echse als Beute, beide Tiere sind Exponate in der neu strukturierten Vogelsammlung. (Foto: Faust)

Wegen umfassender Modernisierungs- und Umgestaltungsarbeiten war der Bereich drei Wochen lang nicht zugänglich. Doch seit einigen Tagen präsentiert sich der Raum in neuem Glanz. Museumsleiter Dr. Bernd Herkner hat sich nach Angaben des Hauses für eine neue optische Linie in der bestehenden Raumarchitektur eingesetzt, die nun einen Kontrast zur symmetrischen Anordnung der historischen Glasvitrinen bilde. Ermöglicht worden sei die Neugestaltung des Vogelsaals, der um etliche interaktive Medieneinheiten erweitert wurde, durch eine Spende von Dr. h.c. Josef Buchmann. Der Präsident der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung Dietmar Schmid dankte dem Frankfurter Geschäftsmann und Mäzen sowie dessen Frau und sagte: »Das besondere Engagement der Familie Buchmann hat die Fortführung der Modernisierung des Hauses ermöglicht und katapultiert Senckenberg damit in ein neues Jahrzehnt.«

Auswirkungen von Modetrends

Dass der klassisch-systematische Part der Ausstellung ergänzt wurde, wird schnell deutlich. Neben den »Steckbriefen«, die präzise über Name, Zugehörigkeit und Herkunft jedes einzelnen der insgesamt 1106 ausgestellten Vögel informieren, sind nun auch kulturelle Aspekte berücksichtigt, die die gefiederten Zweibeiner in einen neuen Verständniskontext stellen. So ist unter dem Stichwort »verführerisch« etwas über die Auswirkungen des Modetrends der 1920er-Jahre zu erfahren, bei dem sich die »Dame von Welt« mit einer Straußenboa schmückte.

Andere Begriffe nehmen Bezug auf die Vorliebe von Herrschern und Staaten, den majestätisch wirkenden Adler zum Wappentier zu machen, greifen Sprichwörter auf, erläutern die besondere mythologische Bedeutung einiger Vogelarten oder spielen, wie etwa »unheilvoll«, auf den Raben bei Edgar Allan Poe an.

Informationen über Körperbau und Fortbewegung, Auftrieb und Vogelzug, Flugformen und die verschiedenen Federn oder auch praktische Naturschutzhinweise bezüglich der Stadtbewohner unter den Vögeln können über Terminals abgerufen werden. Ein Highlight ist eine kinematografische Darstellung, die zeigt, dass Strauße sich nicht nur schnell, sondern auch ausgesprochen ökonomisch bewegen. »Wir wollen den besonderen Charme der tradierten Ausstellung mit aktuellen Forschungsergebnissen verknüpfen und damit einen Bezug zur modernen Naturwissenschaft herstellen“, sagt Professor Dr. Volker Mosbrugger, der Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

Eine eigene Nische wurde den ausgestorbenen Arten gewidmet. Neben dem Moa, dessen hier gezeigtes Skelett eines der wenigen nahezu vollständigen weltweit ist, sind dort ein Riesenalg und auch die Dronte zu sehen. Eine Vorstellung davon, wie dieser nichtfliegende, kapuzentragende Nachtvogel, der auf Mauritius und Réunion zuhause war, sich einst bewegt hat, vermittelt eine virtuelle Rekonstruktion.

Unter den zahlreichen Gästen der Eröffnungsfeier war Stadtrat Dr. Bernd Heidenreich, der ein Grußwort der Oberbürgermeisterin und des Magistrats der Stadt überbrachte.



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Artikel vom 29.12.2009 - 20.57 Uhr
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