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Müllberge in den Grünanlagen wachsen

Artikel vom 23.06.2010 - 11.00 Uhr

Müllberge in den Grünanlagen wachsen

Frankfurt (lhe). Tonnenweise häuft sich der Müll in städtischen Grünanlagen - besonders nach sonnigen Wochenenden. Papierkörbe und Container quellen über mit leer getrunkenen Flaschen und Pappbechern, Pizzakartons, Alugrills und anderem Partyabfall.
Chillen - Grillen - Müllen? Umweltdezernentin Dr. Manuela Rottmann, Stephan Heldmann, Leiter des Grünflächenamtes der Stadt (l.)
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Chillen - Grillen - Müllen? Umweltdezernentin Dr. Manuela Rottmann, Stephan Heldmann, Leiter des Grünflächenamtes der Stadt (l.) und Peter Postleb, der Leiter der Stabsstelle Sauberes Frankfurt, zeigen, wie viel Müll die Besucher im Ostpark an einem Wochenende zurückgelassen haben. (Foto: Faust)
In den Dr. Parks sammelt das Grünamt auch regelmäßig Sperrmüll, Bauschutt und alte Autoreifen ein. Das Problem habe massiv zugenommen, sagte Umweltdezernentin Manuela Rottmann bei einem Ortstermin im Ostpark. Vieles werde einfach in die Gegend geworfen, zum Teil gebe es richtige Verwüstungen. Am langen, schönen Fronleichnams-Wochenende Anfang Juni seien allein am Frankfurter Mainufer 60 Kubikmeter Müll zusammengekommen.

»Eine enorme Menge«, meinte Karl-Christian Schelzke, Geschäftsführer des Hessischen Städte- und Gemeindebundes. Auch andere Städte hätten mit dem Problem zu kämpfen, vor allem die Großstädte. Mancherorts werde auch Hausmüll in Parks entsorgt, damit zu Hause die kleinere und billigere Mülltonne ausreicht.

»Schade um das schöne Geld«

Dezernentin Rottmann vermutet, dass hinter dem achtlosen Umgang mit den Partyabfällen im öffentlichen Grün auch eine veränderte Haltung der Bürger steckt: Sie fühlten sich als Kunden städtischer Einrichtungen, die mit Steuern öffentliche Dienstleistungen bezahlen und auch einfordern. »Aber so kann es nicht funktionieren«, sagte Rottmann. Die Reinigung der Grünanlagen koste die Stadt jährlich über 1,9 Millionen Euro, 40 Prozent des Budgets für die Grünflächenpflege. »Es ist echt schade um das schöne Geld«, sagte Rottmann. Statt es fürs Aufräumen auszugeben, könnten mehr Blumenzwiebeln gesetzt, Staudenbeete und Spielplätze angelegt werden.

Frankfurt appelliert an die Bürger, zu feiern, ohne Müll zurückzulassen. »Liebe Frankfurter, nehmt alles, was Ihr in den Park bringt, wieder mit raus«, sagte Rottmann. Größere Mülltonnen aufzustellen, helfe nicht, denn dann lande noch mehr Abfall in den Anlagen. Bußgeld zu verhängen sei zwar möglich, aber ständige Kontrollen nicht zu leisten.

»Präsenz zeigen« hält Städtebund-Geschäftsführer Schelzke für die wirksamste Methode, die Bürger zur Ordnung zu bewegen. Menschen, die erkennbar zur Stadt gehören, sollten Informationen verteilen und aufklären, bevor Bußgelder verhängt werden. Trotz enger Kommunaletats dürfe die Reinigung öffentlicher Anlagen nicht vernachlässigt werden. Wo Schmutz sei und nicht beseitigt werde, komme immer neuer hinzu - das könne bis zur Verelendung ganzer Quartiere führen.

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Artikel vom 23.06.2010 - 11.00 Uhr
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