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Entscheidung zur Erweiterung des Museums für Weltkulturen naht

Artikel vom 10.06.2011 - 15.50 Uhr

Entscheidung zur Erweiterung des Museums für Weltkulturen naht

Im beschaulichen Park zwischen den Museen der Weltkulturen und für Angewandte Kunst am Museumsufer graben bislang nur die Kaninchen ihre Höhlen. Bald aber dürften Bagger und schweres Gerät anrücken. Die Anwohner protestieren bereits.

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Anwohner kämpfen für die Bäume im Garten des Museums der Weltkulturen. Einige fallen möglicherweise dem Erweiterungsbau zum Opfer. (Foto: Faust)
Frankfurt. Die kleine Grünanlage wird sich in eine große Baustelle verwandeln, wenn mit dem Erweiterungsbau des Museums der Weltkulturen begonnen wird. 4000 Quadratmeter an zusätzlicher Ausstellungsfläche soll das Haus bekommen, die nach den Plänen des Architekturbüros Kuehn Malvezzi größtenteils unter der Erde liegen wird. Eine Bürgerinitiative protestiert, doch die Stadtverordnetenversammlung wird dem Vorhaben des Magistrats am 16. Juni aller Voraussicht nach mit den Stimmen von CDU und Grünen zustimmen.

»Der Erweiterungsbau an dieser Stelle wird im Plenum beschlossen«, ist der Grünen-Fraktionschef Olaf Cunitz sicher. Die Koalition aus CDU und Grünen brachte 2008 den Architekturwettbewerb für den seit vier Jahrzehnten geplanten und immer wieder mit Verweis auf das klamme Stadtsäckel zurückgestellten Erweiterungsbau auf den Weg. Ende 2010 erkannte eine Jury dem Entwurf von Kuehn Malvezzi den ersten Preis zu.

Anwohner fürchten um Bäume

Seitdem rührt sich Protest. Anwohner, darunter die frühere Kulturdezernentin Linda Reisch, fürchten um den Museumspark. Dieser sei Erholungsraum für die Nachbarschaft und mit seinen teils mehr als 100 Jahre alten Bäumen ein Kulturdenkmal. Dieses dürfe man nicht gegen ein anderes ausspielen. Die Bäume könnten keine Wurzeln mehr schlagen, wenn ein großer Bau unter der Erde errichtet werde. Die Anwohner gründeten eine Bürgerinitiative, die sich »Freunde des Museumsparks« nennt. »Denen geht es doch nur darum, dass sie nicht für Jahre eine Baustelle vor der Nase haben wollen«, glaubt Cunitz.

4500 Unterschriften gegen Bau

Man habe rund 4500 Unterschriften gegen den Bau gesammelt, das seien viel mehr als nur Nachbarn, sagt eine der Sprecherinnen der Bürgerinitiative, Xenia von Schröder. Es gehe ihnen neben den Bäumen um die Baukosten, die nach einer »Grobschätzung« des Hochbauamts rund 80 Millionen Euro betragen dürften. Für den unterirdischen Bau nahe dem Main müsse das Grundwasser aufwendig abgesenkt werden. Ein Angebot des Investors auf dem früheren Degussa-Gelände auf der anderen Mainseite, für 61 Millionen den Erweiterungsbau dort zu errichten, sei der Stadt noch zu teuer gewesen, erinnert Schröder: »Wir wollen wissen, warum das Degussa-Gelände durchgefallen ist. Und ob andere, günstigere Standorte wirklich geprüft wurden.«

Grünen-Politiker Cunitz sagt, seine Partei habe lange für den Standort auf dem früheren Degussa-Gelände geworben, doch keine Unterstützung dafür bekommen, auch von der heutigen Bürgerinitiative nicht. Nun sei die Entscheidung gefallen, »die tragen wir auch mit«. Man erwarte sich vom Erweiterungsbau eine spürbare Aufwertung des bislang räumlich beengten und eher schwach besuchten Museums der Weltkulturen. Die »herausragende Sammlung« verdiene eine attraktive Freilich müsse man »seriöserweise noch einmal den Entwurf auf Einsparmöglichkeiten hin prüfen, wir haben ja nicht unbegrenzt Geld«, sagt Cunitz.

»Feinplanung steht noch aus«



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Artikel vom 10.06.2011 - 15.50 Uhr
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