Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Lokales » Städte und Gemeinden » Frankfurt »

Aktive umarmen sich und winken der Menge zu

Artikel vom 18.05.2009 - 21.32 Uhr

Aktive umarmen sich und winken der Menge zu

Frankfurt (aho). David Rave freut sich lange vor der Eröffnungszeremonie des 7. Deutschen Down-Sportlerfestivals auf diesen Tag und auf den Sport. »Das Festival ist schon fester Bestandteil in unserer Jahresplanung«, sagt Vater Manfred Rave.
Der begeisterte Teilnehmer David Rave aus Harheim zeigt seine Down-Sportfestival-CD »Dein Tag«.
Lupe - Artikelbild vergrössern
Der begeisterte Teilnehmer David Rave aus Harheim zeigt seine Down-Sportfestival-CD »Dein Tag«.
Mit David war er schon früh in das Sport- und Freizeitzentrum in Kalbach gekommen, wo sie bislang keines der sechs Festivals zuvor verpasst haben. David ist aufgeregt. Er weiß, dass er zur »orangenen Gruppe« muss, das sind die älteren Down-Sportler, die über 18 Jahre. »Es gibt Betreuer bei den Gruppen. Hier bewegt sich David weitgehend selbstständig. Ich bin nur die Anlaufstelle, wenn es um Essen und Trinken geht«, schmunzelt der Vater.

Im Pressezentrum steht der Schauspieler mit Down-Syndrom, Bambi-Preisträger Bobby Brederlow, im Mittelpunkt, auch wenn Stars wie Joachim Hermann Luger und Jo Bolling (Hans Beimer sowie Andi Zenker aus der »Lindenstraße«) und die zweifache Fußball-Weltmeisterin Renate Lingor neben ihm sitzen.

Gleich ist es so weit: der Einmarsch der 545 Sportler (das ist Rekord) wird beginnen und damit auch die Wettkämpfe. Brederlow ist das Vorbild für viele Kinder und Jugendliche mit Down-Syndrom. Sie kennen ihn, ebenso wie Steffi Jones, die mit ihnen einmarschiert ist, oder die anderen Berühmtheiten, die an diesem Tag »nur dabei« sind und von allen Seiten geherzt werden, wie Bobby. Aber dieser macht überall mit, nimmt die Anstrengung auf sich, ermuntert, applaudiert, umarmt seinerseits und bleibt nach allen Seiten nett und offen - neben seinem eigenen Sportprogramm.

Hier unterscheiden sich die jungen Down-Sportler von »normalen« Wettkämpfern. »Der Wettkampf ist wichtig, aber das Ergebnis ist vollkommen unwichtig«, sagt Vater Rave. So kann es passieren, dass eine Läuferin oder ein Läufer in vollen Einsatz rennt, um dann 20 Meter vor dem Ziel anzuhalten und zu winken, weil sie jemanden gesehen haben oder jemand ihren Namen rief. Das macht David an diesem Tag allerdings nicht.

Als er zu seinem 100-Meter-Lauf antritt, ist er konzentriert und läuft in einem so hohen Tempo durch das Ziel, dass er zunächst minutenlang ausgepumpt ist. Seine sichtlich stolzen Kusinen Ina (12) und Kira (21), die am Zielstrich gewartet haben, klopfen ihm auf die Schultern, nehmen ihn in den Arm und reichen ihm eine Flasche Wasser, die er gleich halb leert. »Ich bin kaputt«, schnauft er, und ist zufrieden mit seiner Leistung: Weitsprung, Weitwurf, Tanzworkshop und der abschließende 100-Meter-Lauf, das war an diesem langen Samstag volles Programm.

Am Ende bekommen alle eine Goldmedaille



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 18.05.2009 - 21.32 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang