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»Pferde spiegeln unseren Charakter wider«

Artikel vom 19.03.2009 - 09.00 Uhr

»Pferde spiegeln unseren Charakter wider«

Florstadt (kai). Auf über 200 Seiten hat Sandra Henkel ihre Theorien zum Reiten drucken lassen. Bis es soweit war, dass sie ihr erstes Buch mit der ihr eigenen Philosophie zum Reiten und Umgang mit den Pferden veröffentlichen konnte, war es ein weiter Weg.
Sandra Henkel hat sich einen Traum verwirklicht: ihre Thesen zur Reitkunst aufgeschrieben und ein Buch verfasst. Ihr Können zeig
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Sandra Henkel hat sich einen Traum verwirklicht: ihre Thesen zur Reitkunst aufgeschrieben und ein Buch verfasst. Ihr Können zeigt sie gern mit dem Kaltblüterwallach »Arthur«, sie hat sich aufs Reiten im barocken Stil spezialisiert. Zu sehen gibt’s die beiden bei einer Show in der Florstädter Reithalle am Ostermontag, 13. April, ab 14 Uhr. (Foto: Dauernheim)
Florstadt (kai). Auf über 200 Seiten hat Sandra Henkel ihre Theorien zum Reiten drucken lassen. Bis es soweit war, dass sie ihr erstes Buch mit der ihr eigenen Philosophie zum Reiten und Umgang mit den Pferden veröffentlichen konnte, war es ein weiter Weg: Vier Jahre nahm sich die 35-Jährige Zeit zum Schreiben, arbeitete mit einem Verlag zusammen, setzte Tipps um, veränderte und steckte den Rückschlag weg, als sie erfuhr, dass der Verlag sein Themenspektrum wechselt und für ihre Idee kein Platz mehr war. Für die Pferdefrau stand fest: »Ich mache weiter, auch ohne Verlag.« Sie hat es geschafft, die erste Auflage liegt in Kisten verpackt in ihrer Wohnung.

Die als Barockreiterin bekannte Florstädterin hat ihre eigenen Theorien, fast denen einer Pferdeflüsterin gleich: »Pferde bemerken Unzulänglichkeiten beim Menschen und zeigen uns vielfältige Probleme auf. Wenn wir daran arbeiten, entwickeln wir uns weiter«, gibt sie einen Einblick in ihr Wirken. »Pferde spiegeln unseren Charakter wider, sie helfen uns, ins Gleichgewicht zu kommen.« Diese Botschaften transportiert sie, gespickt mit vielen Erfahrungen, in ihrem Buch. »Ich habe einfach angefangen zu schreiben, dann wurde ich immer konkreter.« Zuletzt verfasste sie das Kapitel über Grenzen. »Das Erfühlen von Grenzen ist ein wesentlicher Schritt, um mit dem Pferd zu einer Einheit zusammenzuschmelzen.«

»Pferde sind nicht fürs Tragen gemacht«

Ihre Thesen unterlegt sie im Buch mit Bildern der Pferde, die sie täglich um sich hat: dem Rheinisch-Deutschen Kaltblüterwallach »Arthur« und dem spanischen Hengst »Campanio«, mit denen sie im barocken Stil, im Damensattel und in wallenden Kleidern, bei Pferdeshows auftritt. Zu sehen sind ebenso die Arbeitspferde ihres Partners Ralf Zauner.

Neben ihrer Theorie zur Reitkunst und ihrem Ausbildungskonzept widmet sich Henkel in ihrem Buch ausführlich der gymnastischen Arbeit mit dem Pferd. »Ein Pferd braucht uns Menschen von der Natur aus nicht, sondern wir machen uns den Pferderücken zunutze.« Daher setzt sie sich fürs Gesundhalten der Pferde ein. »Das Pferd ist nicht für die Situation des Tragens gemacht. Dies gilt es vorzubereiten und zu trainieren«, schreibt sie dazu. Ihre Thesen fasst Henkel in Kapiteln wie Dehnen und Lösen, Longieren und Arbeit unter dem Sattel zusammen. Eine Verbindung zu ihrem erlernten Beruf - Krankenschwester und Diplom-Pflegewirtin. Diesen Job hängte sie vor vier Jahren an den Nagel, um sich voll und ganz den Pferden zu widmen. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Pferdeheilpraktikerin. All diese Erfahrungen seien in ihr Buch, das sie in Ich-Form geschrieben hat, eingeflossen.

Bei allem sei es wichtig, das Pferd richtig zu führen. »Wir müssen uns so ausbilden, dass wir ein Pferd gut führen können«, erklärt Henkel, die schon als Fünfjährige mit dem Reiten begann. »Die meisten Pferdebücher erklären, wie Reiten funktioniert, bei mir ist das anders.« Henkel setzt aufs genaue Hinhören, das Einfühlungsvermögen zu merken, was das Tier für eine Botschaft hat. »Ein Pferd kann ein Problem aufzeigen, das der Reiter hat.« Reiten bedeutet für die 35-Jährige Erholung in der Natur, Harmonie, mit dem Pferd entspannen.

Einen Teil dieser Idee zeigt sie mit Ralf Zauner am Ostermontag, 13. April, ab 14 Uhr in der Florstädter Reithalle. Henkel präsentiert ihre klassische barocke Reitkunst, Zauner stellt das Arbeiten mit den Pferden vor. »Im Grunde ist mein Buch der Text zu unserer Veranstaltung«, sagt Henkel. Fünf europäische Arbeitspferderassen werden die beiden präsentieren, darunter auch Flämische Pferde, von denen es in Europa nur ein knappes Dutzend gibt.

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Artikel vom 19.03.2009 - 09.00 Uhr
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