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Keine Frauen im Elferrat? Dann Weiberfasching!

Artikel vom 21.01.2010 - 17.00 Uhr

Keine Frauen im Elferrat? Dann Weiberfasching!

Florstadt (sl). Am 11. Februar steht die erste Weiberfastnacht in der jüngeren Geschichte des Nieder-Florstädter Carnevalsclubs FCC »Niddageister« an. Die Idee dazu hatten fünf Frauen - weil im Elferrat keine Damen geduldet werden und der rege Verein zwar eine breite, aber eben keine lückenlose Veranstaltungspalette anbietet.
Neben den abendlichen Kostüm- und den Kindersitzungen der großen Jugendabteilung nimmt der FCC an Umzügen teil und veranstaltet Showtanz-Turniere. »Warum also nicht auch eine eigene Weiberfastnachtssitzung?«, fragten sich Ann-Katrin Deis, Saskia Schuck, Sabine Eymann, Anna Wilhelm und Karen Frohneberg. Das Quintett fand schnell als Organisationskomittee zusammen und ist seither bemüht, programmunterhalterische Nägel mit Köpfen zu machen.

Frohneberg übernimmt den Part der Sitzungspräsidentin. Schließlich hatte sie in der vergangenen Kampagne mit ihrer Büttenrede »Frauen in den Elferrat« den Stein ins Rollen gebracht. Erst ein einziges Mal durfte vor einigen Jahren mit Ingelore Reis eine Elferrätin das hohe Gremium der närrischen Obrigkeit während der Kostümsitzungen besetzen. Eine besondere Ehre für die Haus- und Hofschneiderin der »Niddageister«, die jedes Jahr Unmengen an Kostümen schneidert und näht.

Die »Frauen im richtigen Alter für dieses Unternehmen«, wie sie selber sagen, haben sich viel vorgenommen. Die Weiberfastnacht soll nämlich kein Abklatsch der Kostümsitzungen werden - stattdessen will frau am Weiberfastnachtstermin, Donnerstag, 11. Februar, ein komplett eigenständiges, frauentaugliches und männerfeindliches Programm auf die Beine stellen. Das heißt Doppelschichten für die Tanzgruppen und die Büttenrednerinnen.

Drei närrische Eckpfeiler

Seit April 2009 stricken die Frauen an ihrem Konzept und rühren die Werbetrommel: Schon beim Fastnachtsumzug in Stammheim hatten sie zu ihrem Termin eingeladen - ohne allerdings das Bürgerhaus angemietet zu haben. Als das nachgeholt war, gab es kein Zurück mehr. Und der gesonderte Vorverkaufsstermin am 11. 11. gab den Frontfrauen der Florstädter Weiberfastnacht recht: Innerhalb kürzester Zeit war die Sitzung mit 520 Plätzen ausverkauft. »Das hat uns sehr überrascht und erstaunt«, sagt das Damenquintett. Diese Vorschusslorbeeren treiben das Organisationskomittee zu Höchstleistungen an.

Zu bieten hat die Niddageister-Weiberfastnacht alles, was auch sonstige Sitzungen drauf haben. Man hält sich an die drei närrischen Eckpfeiler: Tänze, Redebeiträge und Gesangseinlagen. 14 Programmpunkte sind es geworden, die von eigenen Akteuren, Größen der Region und weitgereisten Attraktionen gestaltet werden. Mehr wird noch nicht verraten. Außer, dass Männern der Einlass erst nach dem großen Finale gegen Mitternacht gestattet ist. Dann will man gemeinsam feiern. Für die musikalische Unterhaltung sorgt das Duo Roy Glitter und Ben Carell, die genau wie die Männer der Technik und der Pressefotograf zu den wenigen zugelassenen Männern im Saal gehören werden. »Doch der Abend wird für sie sicher nicht zur Wohlfühloase«, sind sich die Hauptorganisatorinnen sicher.

»Wir fangen bei Null an und haben einen enormen Erwartungsdruck unseres Publikums. Aber die Zusammenarbeit ist Klasse - wir werden unser Bestes geben«, verspricht Sitzungspräsidentin Karen Frohneberg. Sie erinnert daran, dass es sich auch bei der Weiberfastnacht um eine Kostümsitzung handelt. »Da viele Karten tischeweise verkauft wurden, erwarten wir auch tischeweise kostümierte und gestylte Gruppen.«

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Artikel vom 21.01.2010 - 17.00 Uhr
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