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Verdienstkreuz am Bande für Alfred Stephan

Artikel vom 12.02.2010 - 02.00 Uhr

Verdienstkreuz am Bande für Alfred Stephan

Echzell (kai). Kirschbällchen gab es diesmal keine. Und Caroline und Alina wussten genau, wo ihr Opa ist, denn sie durften ebenso wie die Familie, Freunde und Vorstandskollegen am Mittwoch dabei sein, als Alfred Stephan im Rathaus aus den Händen von Landrat Joachim Arnold das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhielt.
Der Bingenheimer Alfred Stephan bekommt (2. v. l.) für sein Engagement für den Gesangverein, im Niddatal-Sängerbund und im VdK d
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Der Bingenheimer Alfred Stephan bekommt (2. v. l.) für sein Engagement für den Gesangverein, im Niddatal-Sängerbund und im VdK das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Erste Gratulanten sind Landrat Joachim Arnold (l.), Bürgermeister Dieter Müller, Ehefrau Erika sowie die beiden Enkeltöchter Caroline und Alina Stephan. (Foto: kai)
Kirschbällchen und die Fragen der Enkeltöchter spielen im Leben des 71-jährigen Bingenheimers eine große Rolle. Fürs Backen der Spezialität ist er weit über die Grenzen seines Heimatdorfes bekannt, sein Rezept ist vor Jahren im Ovag-Backbuch erschienen. Die Enkeltöchter wollen immer genau wissen, wohin ihr Opa geht, ob nun zum Gesangverein oder zum VdK. Das Engagement für die beiden Vereine hat dem gelernten Chemielaborant die Ehrung eingebracht.

Als 30-Jähriger hatte Alfred Stephan die Idee, den gemischten Chor Eintracht 1851 Bingenheim neu zu gründen. Bis 1990 war er Vorsitzender des Chors, daneben engagierte er sich von 1976 bis 2004 im Vorstand des Niddatal-Sängerbundes, davon zwei Jahrzehnte als Vorsitzender, seit 2004 ist er Ehrenvorsitzender des Sängerbundes. Im Ortsverband Bingenheim des Sozialverbandes VdK ist Stephan seit 1998 als stellvertretender Vorsitzender aktiv.

Den Landesehrenbrief für sein herausragendes ehrenamtliches Engagement erhielt er bereits 1982. Nun sei es an der Zeit gewesen, seinen Einsatz mit dem Verdienstkreuz am Bande zu würdigen, waren sich Arnold und Bürgermeister Dieter Müller einig. Neben Stephan haben es bisher nur fünf weitere Bürger der Großgemeinde bekommen, machte Müller deutlich, wie selten diese Auszeichnung ist. Initiiert haben die Ehrung Chorleiter, Mitstreiter und Freund Klaus Rühl, der gemischte Chor Eintracht Bingenheim sowie der Vorstand des Niddatal Sängerbundes.

In all den Jahren kamen die Weggefährten immer gut mit Alfred Stephan aus, sie lobten sein Kommunikationstalent, seine ausgleichende, besonnene Art, den starken Charakter, seine moralische Kompetenz und seine zukunftsweisenden Ideen. Ob dies nun die Neugründung des gemischten Chors gegen Vorbehalte der Männer war oder das Organisieren der Vulkan-Konzertreihe im Sängerbund Niddatal. Stephan habe früh erkannt, dass man etwas bewegen kann, wenn Männer und Frauen zusammenwirken.

»Er ist eine Integrationsfigur«, lobte Arnold. Vor allem auf die Dorfgemeinschaft wirke sich Engagement positiv aus, das schaffe Heimat, Zusammengehörigkeit und ein positives Lebensgefühl. Stephan habe immer dafür gesorgt, dass im Bingenheimer Chor anspruchsvolle Chorliteratur gesungen wird und sich so für die Kultur im ländlichen Raum eingesetzt. Für diese vielfältige Funktionärsarbeit im positiven Sinne werde zu wenig gedankt, meinte Arnold. »Wer dafür Dank erwartet, ist selbst schuld«, warf Stephan ein. Dieses Engagement sei nur durch familiäre Unterstützung möglich. »Wer diese Ehrung bekommt, hat Helfer - allen voran meine Frau, sie hat mich immer unterstützt«, sagte Stephan.

Gratulationen nahm er von der stellvertretenden Vorsitzenden seines Gesangvereins, Marina Böcher, von Günter Herzberger, seinem Nachfolger als Vorsitzender des Sängerbundes, und vom Ersten Beigeordneten Werner Müller entgegen. »Du warst ein Glücksfall für unseren Gesangverein, die Zusammenarbeit mit dir ist zielgerichtet und von ausgleichender Gerechtigkeit geprägt«, lobte Müller, der seit Jahrzehnten mit Stephan im Gesangverein aktiv ist. VdK-Vorsitzender Kurt Repp lobte die Umsichtigkeit, mit der Stephan handelt. Und die Kirschbällchen, die essen alle gern. »Noch lauwarm schmecken sie am besten«, sagte Rühl. Zum Backen ist Stephan nach dem Tod seiner Mutter 1988 gekommen, verriet er. Samstags gab’s immer Hefekuchen. Als sie starb, wollte niemand in der Familie die Tradition fortsetzen, also wurde er selbst zum Hobbybäcker und -koch. Gern erinnert er sich noch an eine Aktion, als er mit Ulla Wagner aus Reichelsheim an einem Nachmittag in der Küche stand und mehr als 500 Kirschbällchen produzierte.

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