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Zahnweh am Steuer kommt teuer

Artikel vom 16.11.2009 - 20.09 Uhr

Zahnweh am Steuer kommt teuer

Butzbach/Bad Nauheim (lk). Gleich zweimal hatte ein 21-jähriger Koch aus Nieder-Weisel einen 67-jährigen Rentner aus Wölfersheim ausgebremst. Gestern musste sich der junge Mann wegen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr vor dem Friedberger Amtsgericht verantworten. Da die Schuldfrage eindeutig war, machte Richterin Franzke kurzen Prozess: 2100 Euro Geldstrafe und einen Monat Fahrverbot.
Im April sei der Angeklagte auf der B455 von Dorheim nach Friedberg gefahren. Plötzlich und ohne Grund habe er von Tempo 50 auf Stillstand abgebremst. Der hinter ihm fahrende Wölfersheimer habe ebenfalls stark bremsen müssen, um eine Kollision zu verhindern. Auf der B 275 in Höhe Schwalheimer Straße sei der 21-Jährige dann erneut grundlos in die Eisen gestiegen. Wieder sei der Wölfersheimers fast aufgefahren - so zumindest hieß es in der Anklageschrift.

»Ich habe nicht grundlos gebremst«, beteuerte der 21-Jährige, der bisher keine Punkte in Flensburg hat, vor Gericht. Der Wölfersheimer sei zu dicht aufgefahren. Er habe gebremst, woraufhin der Rentner ihm den »Vogel« gezeigt und ihm eine Lichthupe gegeben habe. Das Verhalten des Rentners habe ihn geärgert. Nachdem der Wölfersheimer den Sicherheitsabstand erneut nicht eingehalten habe, »bin ich an einer roten Ampel in Höhe der Bad Nauheimer Jet-Tankstelle ausgestiegen, dann aber doch umgedreht und nach Hause gefahren«, sagte der Angeklagte.

»Sie sollen ihm den Stinkefinger gezeigt haben«, meinte Richterin Franzke zum Angeklagten. Er sei an dem Tag schlecht gelaunt gewesen, gab der Koch zu: »Ich hatte Zahnschmerzen und sein Verhalten - das dichte Auffahren und das wilde Gestikulieren - hat mich aufs Äußerste provoziert.«

Im Zeugenstand hielt der Wölfersheimer dagegen: »Ich habe nicht gedrängelt«. Vielleicht sei er etwas zu dicht aufgefahren, räumte er ein. Nachdem der junge Mann öfter ohne Grund abgebremst habe, sei er an der Jet-Tankstelle aus dem Wagen gestiegen. »Er kam auf mich zu, drohte mit der Faust. Ich hatte Angst, verriegelte die Tür.« Dann sei der Nieder-Weiseler in sein Auto gestiegen und davongefahren.

»Es tut mir leid. Es war eine dumme Aktion von mir, ich wollte Ihnen nicht zu nahe treten«, sagte der Angeklagte zum Rentner. Der nahm die Entschuldigung an: Es sei ihm bei seiner Anzeige nie um die Strafe, sondern um die Einsicht des jungen Mannes gegangen.



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