Butzbach (lk/dab). Ob Stephenie Meyer beim Verfassen ihrer »Bis(s)«-Romane wusste, welcher Erfolg auf sie zukommen würde? Die Geschichten rund um Vampir Edward, Werwolf Jacob und die menschliche Schönheit Bella stehen auch bei den Wetterauern hoch im Kurs: Bei der Vorführung von »Eclipse - Bis(s) zum Abendrot« am Samstagabend war das Open-Air-Kino im Landgrafenschloss sehr gut besucht.
Posen wie die Stars: Vor »Sex and the City« haben die Zuschauerinnen Gelegenheit, sich in einem luxuriösen Jaguar Cabrio XK 120, Baujahr 1952, von Ludmilla Behr fotografieren lassen, so wie hier Marina Klug (l.) und Tatjana Mak.
Gegen 22 Uhr hieß es »Film ab«, und in den nächsten zwei Stunden wurden auf der Leinwand hauptsächlich schmachtende Blicke gewechselt, melodramatische Gespräche geführt und zarte Berührungen ausgetauscht. Also genau die Kost, mit der bereits die ersten beiden Teile die Kinokassen zum Klingeln brachten.
Aus dem Publikum kamen anerkennende Pfiffe und Kommentare, als der muskelbepackte Jacob das erste Mal die Bildfläche betrat. Einige Zuschauer nahmen die romantischen Momente des Films zum Anlass, um ihrem Liebsten näherzukommen. Leise in den Kino-Reihen wurde es schließlich, als es zum alles entscheidenden Kampf kam: Der Cullens-Clan konnte sich nur gemeinsam mit dem neuen Bündnis-Partner, den Werwölfen, dem starken Feind stellen. Auch wenn es zeitweise eng aussah - um kurz nach Mitternacht war Aufatmen angesagt. Denn auch im vierten Teil, der im nächsten Jahr in die Kinos kommt, werden die Fans auf ihre Protagonisten nicht verzichten müssen.
Kollektiv kichern und kommentieren
Am Freitag war »Ladies’ Night« im Open-Air-Kino. Dort wurde zwar nicht der gleichnamige schräge Stripper-Film gezeigt, aber die Fortsetzung von »Sex and the City«. Obwohl ein deutlicher Frauenüberschuss herrschte, war der ein oder andere Mann an der Seite seiner Frau/ Freundin zu entdecken, und sogar ein paar Männercliquen hatten sich unters Weibervolk gemischt. Recht so, schließlich gewährt der Streifen einen Einblick in den Teil der Frauenwelt, zu dem Männer keinen Zutritt haben. So aber durften sie Mäuschen spielen bei Gesprächen, die üblicherweise nicht für ihre Ohren bestimmt sind.
Nymphomanin Samantha beispielsweise, in der Menopause angekommen, klagt ihr Leid ob der nachlassenden Libido. Charlotte hat mit den Erwartungen an ihre neue Rolle als Mutter zu kämpfen, worüber sie sich selber beinahe vergisst. Auch Anwältin Miranda hadert mit dem Mutterdasein, weil sie von ihren Kollegen nicht mehr ernst genommen wird, seit sie ihr Arbeitspensum heruntergefahren hat. Carrie passt ebenso wenig wie ihre Freundinnen ins konservative Bild einer perfekten Amerikanerin. Dazu fehlt es am Nachwuchs und, noch schlimmer: an jeglichem Willen, sich fortzupflanzen.
Dieser Welt voller Zwänge entfliehen die vier Freundinnen. Eine Woche Abu Dhabi soll es sein! Dass daraus am Ende nur drei Tage werden, daran ist Samantha schuld, die ausgerechnet in dem muslismisch geprägten Land ihren Spaß am Sex wiederentdeckt. Die Urlaubszeit reichte immerhin aus, um festzustellen, dass es um das Frauenbild in Amerika in Vergleich zu anderen Ländern recht gut bestellt ist. So wird es eine Heimkehr ins Friede-Freude-Eierkuchen-Land.