Mädchenschwarm Matthias Schweighöfer beim Open-Air-Kino
Butzbach (bd). Seit die Ossi-Komödie »Friendship!« im Januar in die Kinos gekommen ist, haben sie 1,4 Millionen Zuschauer gesehen. Seit Dienstagabend sind es geschätzte 1600 mehr. Zum Auftakt der Butzbacher Open-Air-Kinosaison im Schloss flimmerte der Streifen vor hauptsächlich jungem und weiblichem Publikum über die Großbildleinwand. Gekommen waren auch Hauptdarsteller Matthias Schweighöfer und Regisseur Markus Goller.
Offensichtlich bestens gelaunte Spielfilmhelden (Matthias Schweighöfer und Markus Goller, mit Michi Krause vom Butzbacher Kino, von links) sorgen zusammen mit dem Wetter für einen Traumstart im Schlosshof. (Foto: Dörr)
Während sich die Kinostühle und grünen Ehrenlogen langsam füllten und die Dämmerung nach einem Bilderbuch-Sommertag über Butzbach hereinbrach, gaben noch vor Filmbeginn Schweighöfer und Goller, der eine mit wuseligem Blondschopf, der andere dunkelhaarig mit Strohhut, den Pressevertretern im Gewölbesaal des Landgrafenschlosses gut gelaunt ein Interview. Begleitet wurden sie von Produzent Marco Beckmann und Tina Lindenbaum von der Filmfirma. Mit dabei war auch Michael Krause, einer der Kinobetreiber, während Kompagnon Ralf Bartel draußen nach dem Rechten sah.
Angenehm überrascht zeigten sich Schweighöfer und Goller von Butzbach, dessen Altstadt mit den gepflegten Häusern ans Elsass erinnere. Der im Moment sehr gefragte Schweighöfer erzählte von seinen neuen Filmplänen, aber hauptsächlich ging’s um »Friendship!«, die Dreharbeiten in Amerika und Berlin, die Erfolge auf europäischen Festivals, und um Tom Zicklers Roman, auf dem die Handlung beruht (»eine zu 80 Prozent wahre Geschichte«). In dem Streifen geht’s um die Reise zweier Ossis direkt nach dem Mauerfall quer durch Amerika von New York bis San Francisco.
Die beiden illustren Gäste freuten sich auf die Vorführung im Butzbacher Schlosshof und waren gespannt auf die Reaktion des Publikums. Man habe etliche Male getestet, wo im Film gelacht werde. »Immer an den gleichen Stellen«, fasste Regisseur Goller das nicht allzu überraschende Testergebnis zusammen.
Vor allem die Damenwelt »U 30« himmelt Matthias Schweighöfer an. Bis weit nach Mitternacht gibt der Star Autogramme. (Foto: Himßel/pv)
Ein »internationaler, kommerzieller Film« sei es geworden, der Möglichkeiten zur Identifikation biete, aber in manchen Szenen auch Ergriffenheit verbreite. Für ihn, so Schweighöfer, sei diese Art von DDR-Filmen »durch«, die Bandbreite abgedeckt. Aber viele Leute meinten, es müsse noch viel mehr in der Richtung getan werden. Bedauerlich fand der Star, dass viele der heute 20-Jährigen sowohl mit der DDR als auch mit der polnischen Solidarnosc oder dem »Prager Frühling« nicht viel anfangen könnten.
Nach der mit langem und lautem Beifall bedachten Vorstellung standen die beide Gäste dem Publikum noch für Fragen und Autogrammwünsche zur Verfügung. Von einer großen Traube junger Frauen wurden die beiden Herren im Schlosshof umschwärmt und fast erdrückt. Unüberhörbar waren etliche Kreischanfälle, unzählige Kameras wurden gezückt und Fotos geschossen. Filmplakate wurden von weiblichen Händen von Bauzäunen genommen und den beiden Gästen entgegengehalten: »Bitte, bitte - ein Autogramm - bitte, bitte!«
Gefragt wurde auch. Wo man gedreht habe, wollten einige wissen: »In New York, rund um Albuquerque, in San Francisco und auf der Golden Gate Bridge, in Berlin. Mehr gab das Budget nicht her«, antwortete Markus Goller. Alles sei richtig geil gewesen, pflichtete Matthias Schweighöfer bei, auch dass er seine Eltern, zwei bekannte DDR-Schauspieler, zum Mitwirken habe begeistern können. Auch im Film spielen sie seine Eltern, die ihn warnen vor der Reise nach »Amiland«.