Butzbach/Fernwald (pm). Für die seit November insolvente Rovema Verpackungsmaschinen GmbH in Annerod und die zu dem Konzern gehörige Butzbacher Hassia-Piltz GmbH gibt es offenbar mehrere Interessenten.
Hoffnung auch in schwieriger Zeit: Derzeit wird bei Hassia »kurz« gearbeitet. (Archivfoto)
»Der Investorenprozess läuft gut. Wir rechnen damit, bis Ende Januar verbindliche Angebote auf dem Tisch zu haben. Nach aktuellem Stand werden wir den Betrieb auch danach in vollem Umfang fortführen«, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Jan Markus Plathner am Montag zumindest zum Stammwerk in Fernwald mit. Dies hänge jedoch insbesondere davon ab, in welchem Umfang weitere Aufträge kämen. »Wir rechnen fest damit, eine Lösung für Rovema zu finden. In diesem Zusammenhang versuchen wir auch, eine Fortbestandslösung für die Hassia-Piltz GmbH zu erreichen.«
Unmittelbar nach dem am 10. November gestellten Insolvenzantrag erreichte Plathner nach seinen Worten zusammen mit der Geschäftsführung »in intensiven Gesprächen mit Kunden, Lieferanten und den betroffenen Arbeitnehmern« die Voraussetzungen für die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs. Der weit überwiegende Teil der Geschäftspartner habe die insolvenzbedingten Änderungen der Vertragsverhältnisse akzeptiert. So habe man teilfertige und vorhandene Aufträge abarbeiten und auch neue akquirieren können. Das Servicegeschäft und die Versorgung mit Ersatzteilen würden in vollem Umfang weitergeführt, betonte Plathner.
Schwieriger gestaltet habe sich die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs bei Hassia-Piltz in Butzbach. Hier waren einige Aufträge nach Plathners Worten nicht kostendeckend, sodass er im Interesse der Gläubiger teilweise auf die Bearbeitung verzichten oder andere Lösungen habe finden müssen. »Zwischenzeitlich haben wir Lösungen für die Problemfälle entwickelt und konnten die Bearbeitung der teilfertigen Aufträge kostendeckend fortsetzen. Insbesondere ist es gelungen, das Service- und Ersatzteilgeschäft zu stabilisieren, das von besonderer Bedeutung für die Hassia-Piltz ist«, so Plathner.
Aktuell kann der Geschäftsbetrieb sowohl bei Rovema wie auch bei Hassia-Piltz fortgesetzt werden. Allerdings musste »angesichts der Auftragslage« für die rund 60 Hassia-Mitarbeiter ab 1. Januar Kurzarbeit angezeigt werden, um die »ansonsten unumgänglichen Kündigungen« zu vermeiden, wie der Insolvenzverwalter betonte.
Im Unterschied zu den 450 Mitarbeitern bei Rovema endete der Insolvenzgeldzeitraum für die Hassia-Beschäftigten Ende Dezember. Das bedeutet, dass das Unternehmen die Löhne und Gehälter mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens ab 1. Januar wieder selbst erwirtschaften muss. Die Mitarbeiter bei Rovema haben noch bis Ende Januar Anspruch auf Insolvenzgeld.
Bis dahin soll auch der Investorenprozess in der Endphase sein und eine Fortführungslösung in Aussicht stehen. »Wir haben überraschend viele erste indikative Angebote von strategischen wie von Finanzinvestoren bekommen. Die haben wir aufgefordert, bis Ende Januar verbindliche Angebote vorzulegen. Es ist jedenfalls unser erklärtes Ziel, bis Mitte Februar eine Lösung für die Zukunft von Rovema herbeizuführen«, erklärte Plathner.