Butzbach-Nieder-Weisel (en). Tempo 70 galt früher auf der Bundesstraße 3 zwischen Butzbach und Nieder-Mörlen. Seit die Strecke im letzten Sommer eine neue Decke erhalten hat, gilt Tempo 60, Schilder warnen vor Rutschgefahr. Des Rätsels Lösung: Die Oberfläche ist beim Griffigkeitstest durchgefallen, die Baufirma muss noch einmal ran.
Rutschgefahr auf neuem Untergrund: Der B 3-Abschnitt bei Nieder-Weisel hat den Griffigkeitstest nicht bestanden. (Foto: Engel)
»Höchst ungewöhnlich« nennt der stellvertretende Leiter des Gelnhäuser Amtes für Straßen- und Verkehrswesen (ASV), Hans-Georg Einloft, das Ergebnis des Tests. Bis alles geklärt und die Rutschgefahr beseitigt ist, dürften noch einige Monate ins Land gehen.
Tempo 70 akzeptierten die meisten, fährt man doch direkt an Nieder-Weisel vorbei, passiert den Sportplatz, die Ampel für den Querverkehr zwischen Gärten, Feldern und Dorf, die Abzweigung nach Ostheim. Aber weshalb die Schilder immer noch stehen (im Normalfall sind es zwei bis vier Monate), warum die neue Decke rutschiger sein soll als die alte - das fragen sich viele.
Das Problem ist der Griffigkeitstest, dem jede neue Straßenoberfläche unterzogen wird. Zunächst einmal kann es Wochen, vielleicht Monate dauern, bis man an die Reihe kommt - hessenweit wird damit eine bestimmte Firma aus den neuen Bundesländern beauftragt. Normalerweise geht dann alles ganz schnell: Die Firma wertet ihre Ergebnisse aus und gibt grünes Licht, das ASV lässt die Schilder abräumen. Alles paletti.
Nicht so bei Nieder-Weisel. Nachdem man schon vom Winter bis Anfang Juli auf die Prüfer hatte warten müssen, machten die etwas, das selbst ASV-Vize Einloft in dieser Dimension noch nicht erlebt hatte: Freigabe verweigert für 600 Meter!
Firma muss nacharbeiten
Damit kam ein Verfahren in Gang, das weitere Zeit kostet. Die Firma bekommt drei Wochen Zeit für einen Vorschlag, wie sie den »ausführungstechnischen Mangel« beheben will. Den wird das ASV überprüfen: Entspricht er den Regeln der Technik, wird das der Firma mitgeteilt, die dann binnen vier Wochen die Maschinen anrollen lassen muss. Verfahren gibt es laut Einloft einige, die gängigsten sind die Bearbeitung der Oberfläche mit der Feinfräse oder auch mit einem Hochdruck-Wasserstrahl.