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Vandalismus überschattet Bürgerprotest gegen Rechts

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Artikel vom 25.01.2016 - 06.00 Uhr

Vandalismus überschattet Bürgerprotest gegen Rechts

Büdingen (sax). Die eingeschlagenen Scheiben an der Willi-Zinnkann-Halle sind für einige Büdinger ein Menetekel. Sie befürchten, dass zu der Demonstration, die die NPD für kommenden Samstag angekündigt hat, auch viele gewaltbereite Menschen anreisen werden und warnen vor Extremismus.

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Rund 120 Bürger demonstrieren am Samstag in Büdingen gegen eine NPD-Veranstaltung und werben für Toleranz.
© Oliver Potengowski
Etwa 45 Personen haben am Samstag eine NPD-Wahlkampfveranstaltung in der Büdinger Willi-Zinnkann-Halle besucht. Die Polizei hatte sich auf mehr Teilnehmer eingestellt und war daher mit mehreren Einheiten vor Ort, zumal sich auch Gegendemonstranten angekündigt hatten. Der bürgerliche Protest verlief friedlich, wurde jedoch von mutmaßlich politisch motiviertem Vandalismus überschattet.

Wie die Polizei mitteilt, wurden bereits am Samstagmorgen zwischen 5 Uhr und 5.45 Uhr nahezu sämtliche Fensterscheiben an der Parkplatz-Seite der Halle eingeschlagen. Christof Stark, Leiter der Polizeistation Büdingen, berichtet, dass seine Beamten das Gebäude in der Nacht beobachtet hätten. Allerdings hätten die Täter offenbar ihrerseits die Polizei beobachtet, um unentdeckt die Scheiben einschlagen zu können.

Bürgermeister Erich Spamer spricht von einem Schaden in Höhe von bis zu 25 000 Euro. Die Scheiben seien aus Isolier- und teilweise speziellem Schutzglas gewesen. »Es muss offensichtlich mit einem Pickel oder etwas ähnlichem gemacht worden sein«, vermutet er. Anders sei die Art der Beschädigungen nicht zu erklären. Steine habe man in der Halle nämlich nicht gefunden. Spamer nimmt an, dass die Versicherung für die Kosten der Schadensbehebung aufkommt.

Der Bauhof hatte noch am Morgen die zerstörten Fensterscheiben durch Spanplatten ersetzt. So konnte die NPD ihre Veranstaltung ungehindert abhalten. Die große Halle hätte sie allerdings nicht benötigt. Angesichts der geringen Resonanz, sehen sich Beobachter der rechten Szene in der Wetterau bestätigt, dass die hiesige NPD geschwächt ist. Dafür spreche auch, dass die Demonstration am kommenden Samstag von einer Person aus dem Rheinland angemeldet worden sei.

Die Gegendemonstranten, die in einer unmittelbar angrenzenden Halle eine teils lautstarke Kundgebung gegen Rechtsextremismus und für Weltoffenheit abhielten, waren mit rund 120 Teilnehmern in der deutlichen Überzahl. Allerdings verurteilten sie auch die Zerstörungen an der Willi-Zinnkann-Halle. Andreas Balser, Vorsitzender der Antifaschistischen Bildungsinitiative (Antifa-BI), die seit Jahren über Rechtsextremismus in der Wetterau aufklärt, sagt: »Das ist selten dämlich.« Denn wenn es zutreffe, dass die Täter Gegner der NPD-Veranstaltung gewesen seien, hätten sie das Gegenteil von dem erreicht, was sie beabsichtigt hätten. »Die Leute, die das gemacht haben, haben den Gegendemonstranten geschadet und nützen somit der NPD«, meint Balser.

Gewalt grundsätzlich inakzeptabel



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Artikel vom 25.01.2016 - 06.00 Uhr
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Leserkommentare
(25.01.2016 13:32)
Praktikant
Ein neuer Fall...
... für den Staatsschutz. Aber am Ende kommt nichts raus. Bezahlt wird es ja eh durch die Versicherung.
(25.01.2016 10:56)
klausrocker
immer schön stark machen
wann kapieren denn diese Deppen von Gegendemonstranten das Sie eingentlich genau das Gegenteil errreichen mit ihren Aktionen...... Manoman
unglaublich.
Ich Frage mich langsam was ist schlimmer diese Deppen von Antifa oder der kleine Haufen von NPD'ler ??
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