Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Lokales » Städte und Gemeinden » Büdingen »

Szenario: Flugzeugabsturz in der Kaserne

Artikel vom 16.08.2011 - 14.09 Uhr

Szenario: Flugzeugabsturz in der Kaserne

Wetteraukreis (sax). Die Büdinger waren über die Presse vorgewarnt worden. So hielt sich die Überraschung in Grenzen, als am Samstagmorgen zahlreiche Feuerwehrfahrzeuge und Rettungswagen zum leerstehenden Kasernengelände eilten.

hed_sax_katas5_160811_4c_1
Lupe - Artikelbild vergrössern
40 »Verletzte« sind von den Sanitätern zu versorgen. (Fotos: sax)
Der Wetteraukreis hatte eine gemeinsame Katastrophenschutzübung von Rettungskräften aus dem gesamten Kreisgebiet angesetzt.

Als Szenario diente der Einschlag eines Flugzeugs nach einer missglückten Notlandung in ein leerstehendes Gebäude. Dabei war dieses teilweise eingestürzt und das Treppenhaus nicht mehr begehbar.

So musste das Technische Hilfswerk (THW) den Keller und das Treppenhaus gegen weitere Zusammenbrüche sichern. Zugleich musste mit Gerüstteilen ein Rettungsweg von außen an die höher gelegenen Fenster errichtet werden. Erst dann konnten die meisten der 40 »Verletzten« gerettet werden. Anschließend wurden sie zu einem Ablageplatz gebracht. »Das ist ein Zwischenpuffer, damit sie aus der Gefahrenstelle heraus sind«, erläutert Hagen Vetter, beim Wetteraukreis für Zivil- und Katastrophenschutz zuständig. An dieser Zwischenstation wurden die Verletzten in die Kategorien rot (lebensgefährliche Verletzungen), gelb (schwere) oder grün (leichte) eingeteilt und in Zelten versorgt.

Grundsätzlich läuft eine Übung natürlich unter anderen (besseren) Bedingungen ab, als eine echte Katastrophe. So standen mit rund 250 Teilnehmern und 65 Fahrzeugen große Reserven zur Verfügung, um das angenommene Szenario zu bewältigen. Insbesondere während der regulären Arbeitszeiten können die Rettungsdienste auf deutlich weniger Helfer zählen.

hed_sax_katas3_160811_4c_1
Lupe - Artikelbild vergrössern
Eine praktische Erkenntnis der Übung ist, dass sich Verletzte wesentlich sicherer von vier Personen abtransportieren lassen.
Dennoch ließen sich auch bei einer vorangekündigten Übung wichtige Erkenntnisse für den Ernstfall gewinnen, so die Einsatzleiter. Denn der Stress des Einsatzes sei zumindest ähnlich. So bleibe die Behinderung und körperliche Belastung durch die Atemschutzgeräte die gleiche. Und auch die schwierige Orientierung in verqualmten oder – wie bei der Übung – vernebelten Gebäuden sei vergleichbar. Sicherungsleinen garantierten, dass die Helfer rechtzeitig den Weg zurück ins Freie fanden und nicht selbst Opfer einer Katastrophe wurden.

Insgesamt waren Vetter und der Kreisbeigeordnete Ottmar Lich mit dem Ablauf der Übung zufrieden. Dennoch hatten sie auch Verbesserungspotenzial erkannt. »Das Bindeglied zwischen der Brandstelle und dem Behandlungsplatz hat nicht optimal funktioniert, da war eine Engstelle«, beschrieb Vetter. Lich merkte an, dass die Verletzten besser von vier Leuten abtransportiert werden sollten. »Wenn einem die Trage aus der Hand rutscht, liegt der Verletzte unten.«



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 16.08.2011 - 14.09 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang