Wanderung mit dem Verein für Vogelschutz und Landschaftspflege durch die Streuobstwiesen
Bad Vilbel (aho). Zur ersten Vogelwanderung des Vereins für Vogelschutz und Landschaftspflege in diesem Jahr waren am Donnerstagabend 26 Interessierte aller Altersstufen gekommen. Gemeinsam mit dem Sprecher des Vereins, Heinz Gilbert, und der Schriftführerin Hanne Tinkl ging es vom Treffpunkt am Friedhof Lohstraße direkt in die Streuobstwiesen und Wingerten, um erste Vogelstimmen zu erlauschen und Tiere zu beobachten.
Heinz Gilbert (2.v.l.) erklärt den Teilnehmern die heimische Vogelwelt. (aho)
Rund 60 Vogelarten gebe es in Bad Vilbel. Davon finde man einige allein auf dem Friedhof, so Gilbert. Hier habe der Verein 40 Meisennistkästen aufgehängt. »Wir haben in der Auferstehungskirche drei Nistkästen für Schleiereulen aufgestellt«, berichtete er weiter. Allerdings habe es sich bereits eine Dohle dort bequem gemacht. »Wir hoffen aber, dass es für die Eulen noch genug Platz gibt.«
»Viele der Vögel kommen dieses Jahr wohl erst Ende April aus dem Süden«, erklärte Gilbert. Grund sei der verspätete Frühling. Daher werde es diesmal weniger Tiere zu sehen geben. »Dafür kann man die alten und neuen Nester gut sehen, weil der Blattaustrieb noch weit zurück liegt«, tröstete der Führer. Der tote Kiebitz, den Tinkl aus Gronau mitgebracht hatte, sollte aber nicht der einzige Vogel sein, den die mit Ferngläsern bewaffneten Wanderer zu sehen bekamen.
Was Vögel denn fräßen, wollte die achtjährige Nina wissen. »Das kann man generell schon am Schnabel erkennen«, erklärte Gilbert. »Ein dünner Schnabel weist zum Beispiel eher auf Insektenfresser hin, und ein dickerer auf Getreidefresser.« Dies und anderes erklärten er und andere Mitglieder des Vereins den Wanderern.
Zu sehen waren eine Heckenbraunelle sowie die ein oder andere Amsel und ein Star. Diese Tiere könne man daran unterscheiden, dass Amseln hüpfen und Stare laufen, erklärte Gilbert. Amseln und Stare seien nicht aus einem Winterquartier zurückgekommen, sondern gleich hier geblieben. »Ein Ergebnis der Klimaerwärmung«, vermutete er.
Die vielen Brombeersträucher und das Unterholz machten nicht nur den Steinkäuzen, sondern auch anderen, für die Streuobstwiesen typischen Vögeln zu schaffen, merkte Gilbert an. Denn zum Jagen von Mäusen bräuchten die Käuze freies, strauchloses Gelände. Andere seltenere Vogelarten kämen wegen der Brombeerhecken nicht mehr. Dafür »entsorgten« manche Bürger ihren Müll im Gesträuch. Ein Mitwanderer bemerkte, dass man dafür Ziegen zur Wiesenpflege nehmen könne. »Die fressen die Brombeeren ab.«