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Pfeifender Kessel und knallende Butterbrottüten

Artikel vom 27.03.2009 - 06.00 Uhr

Pfeifender Kessel und knallende Butterbrottüten

Bad Vilbel (aho). Nicht oft können Schüler ein Sinfoniekonzert gleich nach der großen Pause in der eigenen Aula erleben. Den Brunnenschülern wurde zur rund vierteljährlich stattfindenden Schul-Vollversammlung eben dies zuteil. Denn das Konzert gehörte zum Jahresthema »Musik« innerhalb des »Trialogs der Kulturen«, der seit mehreren Jahren die Schulkultur der Brunnenschule prägt.
Alle Perkussionisten mit Lehrer Thomas Spahn (links). 	(Foto: Hofmann)
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Alle Perkussionisten mit Lehrer Thomas Spahn (links). (Foto: Hofmann)
Allerdings spielten die 25 Musiker der Frankfurter Musterschule, die ein Gymnasium mit musikalischem Schwerpunkt ist, keine »gewöhnliche« Sinfonie, sondern eine von ihnen und ihrem Musiklehrer Thomas Spahn gemeinsam entwickelte Küchensinfonie, die auf so ziemlich allem, was man in der Küche findet, gespielt werden kann.

»Die Aufführung erfolgt nach den Ansprüchen einer ganz normalen Sinfonie«, erklärte der Musikpädagoge Spahn den zuhörenden Schülern und Lehrern. Zunächst wurde von den Jungen mit Löffeln auf den lauteren Pfannen und Töpfen das erste Thema gespielt. Denn folgten die Mädchen mit Wassergläsern und Tassen. Dieser Widerstreit wurde dann von den umgerührten und beklopften Kaffeetassen geschlichtet und zu einem gemeinsamen Spiel gebracht.

»Das passt doch hervorragend zum Thema unseres ›Trialogs der Kulturen‹«, fand Sabine von Trotha. Da ihre Tochter auf die Musterschule geht, hatte von Trotha diese Perkussionsgruppe zuvor gehört und war so begeistert gewesen, »dass sie unbedingt auch bei uns auftreten mussten«, wie sie erzählte. Gewonnen hatten damit alle, denn Spahn und seine 25 jungen »Sinfoniker« waren froh, mit ihrem Stück auch über die Grenzen der eigenen Aula hinaus auftreten zu können und hatten spontan zugesagt. Und die musikalische Begegnung der Brunnenschüler mit den Frankfurter Gymnasiasten hatte an diesem Morgen auch etwas Verbindendes.

Also zeigte die Perkussions-Gruppe der Musterschule den anfangs neugierigen, später begeisterten Vilbeler Schülern der Brunnenschule – von der Vorschule bis zur zehnten Jahrgangsstufe –, was man mit Tassen, Tellern, Rührgeräten, Pfannen und Auflaufformen, aber auch mit Waschbecken und (ganz wichtig) mit einem Wasserkessel anfangen kann. Auch Kaffeetassen und unterschiedlich hoch mit Wasser gefüllte Gläser sowie ein grüner Wasserkessel spielten bei diesem Konzert eine wichtige Rolle.

Zum Höhepunkt der Aufführung hielt das gesamte Sinfonieorchester den keineswegs einfachen Rhythmus länger, als man erwartet hätte. Und allmählich wurde klar, dass es hier nur noch auf einen Ton ankam: auf das Pfeifen des auf der Herdplatte stehenden Wasserkessels. Der blieb aber eine ganze Weile aus, was die Spannung in der Aula nur mehr steigen ließ. Die sinfonischen Perkussionistinnen und Perkussionisten hielten den Rhythmus, und die Brunnenschüler begannen, diesen in gespannter Erwartung mitzuklatschen, als solle so die Kanne endlich zum entscheidenden Pfeifen motiviert werden. Und als der Pfiff dann ertönte, legte das Orchester nochmal so gut los.



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Artikel vom 27.03.2009 - 06.00 Uhr
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