Manfred Manthey tritt für die Freien Wähler zur Bürgermeisterwahl an
Bad Vilbel (süd). Jetzt sind es bereits fünf: Auch die Freien Wähler (FW) schicken mit Manfred Manthey einen Bürgermeisterkandidaten in das Rennen um den Chefsessel im Rathaus. Der 59-jährige Heilsberger will in seinem Wahlkampf vor allem die Bürgernähe thematisieren, die in der Quellenstadt verlorengegangen sei.
Manfred Manthey will Bürgermeister in seiner Heimatstadt werden.
Neben dem Pressesprecher der im Mai gegründeten Bad Vilbeler Freien Wähler bewerben sich bisher Amtsinhaber Dr. Thomas Stöhr (CDU), Gesine Wambach für die FDP, der von SPD und Grünen unterstützte Helmut Betschel-Pflügel sowie Ex-Linken-Mitglied Helge Welker.
Manthey ist 59 Jahre alt, verwitwet und hat eine 26-jährige Tochter. Er lebt seit 1951 auf dem Heilsberg, seine Eltern gehörten zu den ersten Siedlern in dem Stadtteil. »Deshalb liegt mir die Stadt am Herzen«, sagte der Kandidat am Montag im Gespräch mit der Wetterauer Zeitung. Manthey hat an der Fachhochschule Gießen in Friedberg Elektrotechnik studiert. Seit 1984 ist er selbstständig als Elektroingenieur tätig.
»Ich war mein Leben lang unpolitisch«, erklärte der 59-Jährige. Aber irgendwann habe er das Gefühl gehabt, »es ist an der Zeit, etwas zu tun«. Manthey landete bei den Freien Wählern in der Quellenstadt. Seit der Gründung im Mai gehört er als Pressesprecher dem Vorstand an. Er wolle »mit dem Meckern aufhören und aktiv etwas tun«. Den Ausschlag für sein Engagement gegeben habe die Diskussion um die Bebauung der Amiwiese auf dem Heilsberg. Bei der Neuen Mitte hat Manthey den Eindruck, »die soll durchgepeitscht werden«.
Diesen beiden Themen beschäftigen die Bürger. Das habe er zuletzt am Samstag am Wahlkampfstand auf dem Zentralparkplatz wieder erfahren. Dort hätten erneut viele Bürger geäußert, dass in der Quellenstadt »zu viel« an den Menschen vorbei entschieden werde. »Bei den politischen Parteien fühlen sich viele auch nicht mehr aufgehoben«, schilderte Manthey seinen Eindruck. Mehrere Bürger hätten ihm gesagt, »es wird an uns vorbeiregiert«, die Menschen fühlten sich überfahren. Das möchte der 59-Jährige ändern und tritt deshalb zur Bürgermeisterwahl an.
Manthey will »bei entscheidenden Themen die Bürger fragen«. Er äußerte Sympathie für die Volksentscheide in der Schweiz und die damit verbundene Basisdemokratie. Die Politikverdrossenheit habe ein Ausmaß erreicht, gegen das er kämpfen wolle. Manthey: »Die Resignation der Bürger liegt wie ein Schleier über dem Land. Bad Vilbel bildet da keine Ausnahme.«
Als Bürgermeisterkandidat nominiert wurde der 59-Jährige in einer Versammlung der Freien Wähler, die zurzeit 20 Mitglieder haben.