Bad Vilbel (cf). Sport, Spiel und Spaß hatten die 54 Jugendlichen aus den fünf Vilbeler Jugendfeuerwehren bei den Stadtmeisterschaften. Auf dem Niddasportfeld traten sechs Teams gegeneinander an. Die Dortelweiler Jugendfeuerwehr mit Jugendwart Joachim Müller war mit 28 Kindern und Jugendlichen zwischen zehn und 17 Jahren angereist. Diese bildeten zwei Mannschaften. Aus Gronau kam Benedikt Seeger mit seinem Team, aus der Kernstadt Hendrik Deckert, aus Massenheim Klaus Splittdorf und vom Heilsberg Heiko Federlein.
»Für unseren Nachwuchs ist die Jahresübung eine große Motivation. Die Kinder freuen sich das ganze Jahr auf die Stadtmeisterschaften, weil sie in den beiden Übungsteilen wie richtige Feuerwehrleute agieren«, sagte Stadtjugendwart Klaus Splittdorf. Die Jugendlichen bildeten sechs gemischte Mannschaften mit je neun Mitgliedern. »Von einigen Teams sprang teilweise ein Mitglied bei einer anderen Stadtteilwehr ein. Dies ist ein Zeichen der bei uns praktizierten Freundschaft zwischen den Stadtteilwehren und der Kernstadt«, betonte der Jugendwart.
Die Jury des Wettbewerbs bildeten neun Prüfer und sechs Volontäre aus dem gesamten Wetteraukreis. Die Aufgabe der Jugendlichen bestand aus zwei Teilen. Im A-Teil musste ein Löschangriff an einem offenen Gewässer aufgebaut werden. Der B-Teil bestand aus einem Staffellauf mit neun Stationen. Erste Mannschaft auf dem Rasen war das von Jugendwart Federlein ausgebildete Heilsberger Team, das 2008 den Titel geholt hatte. Sie wie alle nachfolgenden Teams mussten vier Saugschläuche zu einer Leitung verbinden und an eine Pumpe koppeln.
Danach wurde die Wasserversorgung mit drei Rohren zu einem Verteiler aufgebaut. Dabei musste ein Schlauch über einen imaginären Wassergraben geführt werden. Der Angriffstrupp des jeweiligen Teams führte ein Rohr über eine Leiterwand. Der Wassertrupp musste mit seinem Rohr eine Hürde überspringen. Und der Schlauchtrupp kroch mit seinem Rohr durch einen Tunnel. Dabei mussten die Jugendlichen nicht nur schnell sein, sondern auch akkurat arbeiten. Die Anschlüsse mussten fest miteinander verbunden werden, und die Schlauchleitungen sollten glatt verlegt werden.
Wichtig war, dass alle ausführenden Trupps ihre Befehle und Mitteilungen an ihre Kameraden laut und deutlich gaben. Erst nachdem ein Trupp seine Arbeit erledigt hatte, konnte ein anderer aktiv werden.
Was in der Theorie und bei Übungen vor den Stadtmeisterschaften reibungslos klappte, wollte am Samstag unter »realistischen Bedingungen« nicht immer auf Anhieb gelingen. Oft spielten den Nachwuchsbrandschützern ihre Nerven einen Streich. Plötzlich fiel einem ihrer Mitglieder partout nicht mehr der weiterzugebende Befehl ein. Anderen fiel im Eifer des Wettbewerbs nicht auf, dass ihre Schlauchleitungen nicht gerade, sondern in Schlangenlinien und Knoten auf dem Rasen lagen. Beim Kriechen durch den Tunnel rutschte der Helm halb vom Kopf.
Nach Beendigung des Löschangriffs galt es, den Prüfern noch vier feuerwehrtypische Knoten zu zeigen. Ihre Beherrschung ist zur Sicherung von Kameraden und Geräten im Einsatz erforderlich. Und wieder wollte bei einigen nichts klappen. Plötzlich glitten ihnen die Seile zwischen den Fingern durch oder die Handschuhe waren im Weg. Zu allem Stress und Ehrgeiz kamen noch die kritischen Augen der Prüfertrupps, der Jugendwarte und Zuschauer.