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Ehemaliger »U-Bahnkontrollör« Matthias Keller überzeugt auch solo

Artikel vom 11.02.2010 - 20.41 Uhr

Ehemaliger »U-Bahnkontrollör« Matthias Keller überzeugt auch solo

Bad Vilbel. 17 Jahre war er einer der »U-Bahnkontrollöre«. Jetzt ist Matthias Keller solo unterwegs. Was er alles kann, zeigte er am Mittwochabend mit seinem neuen Programm in der Alten Mühle.
Matthias Keller beweist Kreativität und Lust am Fabulieren. 	(Foto: aho)
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Matthias Keller beweist Kreativität und Lust am Fabulieren. (Foto: aho)
Ein wenig fehlten die anderen anfangs schon, als Matthias Keller sich mit seinem Programm »Lesung und Singung: Ein U-Bahnkontrollör auf Solotrip« in der Alten Mühle vorstellte. Aber nach 17 Jahren hatte sich der geniale A-cappella-Klamauk wohl ein wenig aufgebraucht, und so waren die Fans am Mittwochabend gespannt, was Keller nun alleine zu bieten hatte.

Das war eine ganze Menge und funktionierte bestens: Ob zum Klavier, zur Gitarre singend, oder einfach nur am Tisch lesend - Keller überraschte immer wieder neu. So etwa mit seinem Cover-Umweltlied »Standby me«, in dem er dazu aufforderte, elektrische Apparate komplett auszuschalten. Oder wenn er den Besuch einer Mühle besang, deren Müller ihn dauernd kniff, um festzustellen, dass er sich in einer Zwickmühle befindet. Er erzählte Episoden eines absurden Alltags: Wenn der Straßenlärm vor dem Haus beispielsweise erfordert, dass sich ein Paar nur noch per SMS verständigt.

»Lachen ist mein Lieblingssport«, meinte Keller. Aber weil man ab und zu Regenerationspausen braucht, legte er auch ernste Phasen ein, in denen seine nachdenkliche Seite zum Vorschein kam. Dann aber konnte wieder über seine Zwei- und Vierzeiler gelacht werden, die einfach richtig nett waren: »Das Glühwürmchen findet es zum Kotzen, dass alle auf seinen Hintern glotzen.«

Im Grunde konnte sich Keller an diesem Abend so ziemlich alles erlauben. Sogar, dass er mitten in ein rockiges Stück Teile aus Nicoles »Ein bisschen Frieden« einflocht, nahm man ihm nicht übel. Das gesamte Programm zeigte Kellers nahezu unbegrenzte Kreativität und seine Lust am Fabulieren. Da ist nicht nur ein Talent am Werk, sondern vor allem ein Könner, der zwischendurch immer etwas riskiert.

Die meisten Gedichte, Sprachspiele, Sketche und Lieder, bei denen Kellers Liebe zur deutschen Sprache spürbar war, stammen von seiner CD »Der Orch«. Und über diese berichtete der Künstler: Der Orch sei ein Fabelwesen, das viele lustige Einfälle habe. Man könne es immer um Rat fragen und von ihm eine Menge lernen.

Wenn Keller manchmal sogar ein wenig an Heinz Erhardt erinnerte, bleibt der Verdacht, dass er neben viel Talent und Schreibfleiß wohl selber einen gut aufgelegten Orch kennt. Man könne sich viele Ideen von diesem Wesen holen, meinte Keller: »Die nennt man dann Orch-Ideen.« Andreas Hofmann

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Artikel vom 11.02.2010 - 20.41 Uhr
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