Bad Vilbel (cf). Die närrischen Weiber von »Dodge City« eroberten am Wochenende ihr Publikum im Sturm. Zu kämpfen hatten die Aktiven des Sportclubs Dortelweil (SCD) auf ihrer 23. Sitzung vor allem mit der Technik.
Gudrun Hartmann (l.) tritt als Hildegard Knef und Sabine Büttner als Costa Cordalis auf.
Den Vortragenden fehlte oft der »Saft« auf ihren Mikros und Headsets, um richtig loszulegen. »Man versteht die Pointen kaum«, ärgerten sich etliche der 230 Närrinnen und unterhielten sich mit ihren Tischnachbarinnen, was den Geräuschpegel im vollbesetzten Kulturforum in die Höhe schnellen ließ. Die Aktiven nahmen es mit Humor und ließen es auf der Bühne richtig krachen.
Sitzungspräsidentin Eveline Pöschko und die Damen des Elferrats hatten das Motto »Dortelweils best Top Model« ausgegeben, und davon gab es im Saal Anwärterinnen im Dutzend. Da tummelten sich Wildkatzen, Blumenmädchen und Außerirdische zu den Klängen der Band »The Twisters«. An der Sektbar vergnügten sich zu fortgeschrittener Stunde Teufelinnen und Engel. Zu Auftritten kamen Quellenkönigin Simone I. und Fastnachtsprinzessin Verena I.
Obwohl Männer auch im Publikum saßen, nahmen sie die Büttenrednerinnen gnadenlos aufs Korn. »Protokollerin« Gitti Schnepf ebenso wie Martina Steinbrenner in ihrem Beitrag »Es geht nix ohne die Frau«. »Oh Jammer, diese Männer«, lästerte »Annemie vom Krankenhaus«. Marion Jones outete sich als eine »Emanze« und stellte in ihrer »Jammerlappen-Diagnose« fest: »Männer sind Mimosen«. Ihren Schwestern im Saal riet sie: »Traue nie den leuchtenden Augen eines Mannes. Es könnte die Sonne sein, die durch sein hohles Hirn scheint!«
Erika Arnold holte mit ihrer Liza-Minelli-Parodie »sportlich, praktisch, quadratisch und gut« das Flair von »Cabaret« ins Kulturforum. Gefeiert wurde sie mit einem Ständchen zum 61. Geburtstag.
Zu den Urgesteinen der Dortelweiler Weiberfassenacht gehört zweifelsohne »Quellen-Queen-Mum« Sabine Büttner. Sie begeisterte in der Bütt ebenso wie in der Musikshow »Joy Glamour mit de Törtjes«. Büttner besang als Costa Cordalis den »Wein von Samos«, Gudrun Hartmann huldigte Hildegard Knef, Jana Frontschick sauste als Wencke Myhre und Nicole Steppan als Mark Medlock über die Bühne .
Im Mittelpunkt des Programms standen die Tanzvorführungen der SCD-Gruppierungen. »Wir feiern die ganze Nacht«, riefen die 15 Tänzerinnen der Gruppe »Release« den Närrinnen zu. Die SCD-Garde ließ »Arizona-Bill« aufleben und Tanzmariechen Victoria Penschke wirbelte zum »Folies Bergère Marsch« über die Bühne. »Papa dreams Buttons« behaupteten die »Shooting-Stars« in ihrem ersten Schautanz. Die SCD-Gruppe um Corinna Schmidt und Nadja Urgesi zeigte ihr Können zu »Staying chic«. Getoppt wurden sie von den »Fünf Wohlgeformten«: Erika Arnold, Andrea Feuchter, Dorothea Müller, Gitti Schnepf und Vera Hofmann legten zu »Zehn Meter gehen, ja mei is des scheen« eine flotte Sohle aufs Parkett. Da musste Katja Stein und die Tänzer des KTV schon »Schneewittchen und die sieben Zwerge« aufbieten, um gegen die strammen Waden der »Wohlgeformten« bestehen zu können.
Den Saal zum Toben brachten die ehemaligen SCD-Schautänzer Michaela Albert, Stefanie Grefing, Claudia Heinz, Corinna Schmidt, Stefanie Herz, sowie Jana und Markus Kreuzig. Sie glänzten mit ihrer Interpretation der »Rocky Horror Picture Show«. Allein der Auftritt von Schlossherr Dr. Frank’N.’Furter alias Markus Kreuzig in Mieder, Strapsen und hochhackigen Schuhen zum Song »Sweet Transvestite« verursachte bei einigen im Publikum Gänsehaut. Zuvor wurden Brad Majors und seine Freundin Janet Weiss vom gruselig-schönen Schlosspersonal bis auf die Unterwäsche entkleidet.
Zum krönenden Abschluss tänzelten »Die Zuckerpuppen« aus dem Kolping-Männerballett über die Bühne.