Bad Vilbel/Karben/Frankfurt (koe). Eiskalt erwischt hat viele der erneute Wintereinbruch. Am Montagvormittag ging an einigen Stellen nichts mehr, denn durch Schnee und Eis kam es zu Staus auf den Straßen und Verspätungen im Bus- und Bahnverkehr. Räum- und Streudienste waren seit Sonntagabend im Einsatz und bereits wieder in den frühen Morgenstunden unterwegs. Das größte Problem in der Quellenstadt ist derzeit das Streusalz. Das ist nämlich knapp, und Nachschub ist nicht in Sicht, sagte Stefan Hensel, Betriebshofleiter der Stadt Bad Vilbel
In der Weinbergstraße ist es für Streufahrzeuge ziemlich eng. Der Schnee von Gehwegen wird teilweise aus Platzgründen an den Fahrbahnrand gefegt.
Geduld mussten am Montagmorgen Autofahrer und diejenigen aufbringen, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen waren. Denn zu »riesen Verspätungen« kam es bei den »VilBussen«. »Innerorts kam es zu Verzögerungen von etwa 35 Minuten. Besonders auf der Friedberger Straße hat es sich gestaut«, hieß es vonseiten der Stadtwerke. Ähnlich war es auch in Karben, wie Pressesprecherin Susanne Schubert sagte. Die Busse hätten etwa eine halbe Stunde Verspätung gehabt. An den Bussen selbst liege das nicht immer, sondern am übrigen Verkehr, wie die Stadtwerke Bad Vilbel auf Anfrage mitteilten. Viele seien bei Schnee mit dem Autofahren überfordert oder mit der falschen Bereifung unterwegs. Dann stehen Autos schnell quer und verstopfen die Straßen. Die Räum- und Streudienste kommen dadurch auch in Schwierigkeiten, wie Hensel erläuterte: »Die Zufahrtsstraßen nach Bad Vilbel waren zu. Alles war von Kloppenheim her kommend unterwegs. So sind wir zunächst schleppend voran gekommen.« Erschwerend kam hinzu, dass es in den Morgenstunden immer weiter nachgeschneit hat. In der Kernstadt sei der Räumdienst allerdings gut durchgekommen.
Sorgen macht den Verantwortlichen in der Quellenstadt die Salzknappheit. »Es ist zu wenig da, und derzeit bekommen wir keinen Nachschub«, so Hensel. Daher muss das Streugut eingeteilt werden, teilweise wird es mit Splitt gestreckt. Sollte der Winter anhalten, wird nach Priorität gestreut, also zuerst die Hauptverkehrsstraßen. In Karben habe man dieses Problem nicht. Salz werde grundsätzlich nur an so genannten Gefahrenstellen und Steigungen gestreut. Ansonsten verwende man »abstumpfendes Material«, erklärte Schubert. Staus habe es vor allen Dingen auf der Landesstraße 3205 von Niederdorfelden gegeben. Die Räumdienste seien gut vorangekommen, sagte Schubert. Nach Dienstbeginn um 5 Uhr sei man gegen 7.30 Uhr mit der »ersten Runde« fertig gewesen. Größere Probleme habe es nicht gegeben.
Doch obwohl der Räumdienst in Bad Vilbel seit 4.30 Uhr im Einsatz war, kamen die Fahrzeuge nicht überall hin: »Bei engen Straßen, in denen geparkt wird, sieht es schlecht aus«, meinte Betriebshofleiter Hensel. Doch auch wenn früh geräumt wurde, blieben nicht alle Straßen frei. Oftmals schippen Anwohner den Schnee ihrer Einfahrt auf die Straße. »Das erschwert unsere Arbeit«, so Hensel. Vielerorts haben die Bewohner aber gar keine andere Möglichkeit, denn schließlich müssen sie die Gehwege vom Schnee befreien. Wenn dann rechts und links keine Wiesen oder größere »freie« Grundstücksflächen sind, muss der Schnee an den Straßenrand gefegt werden.
Wer mit der Bahn unterwegs war, musste ebenfalls Geduld haben. Auf der Strecke der S-Bahn 6 von Friedberg nach Frankfurt-Süd kam es zu Verspätungen und Zugausfällen. Von Friedberg und Groß-Karben fuhr die S 6 am Montagmorgen nur bis Frankfurt-West. Grund dafür war eine Weichenstörung. Diese Weiche wird durch Hydraulik - also mit Flüssigkeit - betrieben. Bei kalten Witterungen sei diese besonders anfällig für Störungen, sagte ein Bahnsprecher. Dieser Antrieb soll aber in naher Zukunft ausgetauscht werden. Das Problem sei seit Längerem bekannt. Die Entscheidung zum Austausch habe mit der aktuellen Störung aber nichts zu tun.
In Frankfurt-West kam es auch zu Weichenproblemen und Züge konnten nicht weiterfahren. Die Weichen werden, so der Bahnsprecher, zwar beheizt, fallen aber Eisstücke von den Zügen auf die Weichen, können diese nicht so schnell abtauen und müssen von Hand entfernt werden. Fahrgäste mussten in Frankfurt-West in andere Linien umsteigen, um zum gewünschten Ziel zu kommen. In den Mittagsstunden sei der Verkehr aber wieder weitgehend reibungslos verlaufen.
Zu drei Auffahrunfällen auf glatter Straße kam es am Sonntagabend sowie am frühen Montagmorgen.